Friedrichshafen Betriebsversammlung: ZF-Chef Stefan Sommer war kein Thema

ZF-Chef Stefan Sommer ist in der Belegschaft nach wie vor hoch angesehen. Seine Personalie wurde aber auf der Betriebsversammlung der ZF nicht thematisiert.

Dass ZF-Vorstandschef Stefan Sommer nicht auf der Betriebsversammlung war, verwunderte nach den Entwicklungen der vergangenen Tage wohl niemanden. Antworten auf Fragen der Mitarbeiter nach der Zukunft von Sommer gab es jedoch am Dienstagmorgen auch keine. Wilhelm Rehm, Vorstandsmitglied und verantwortlich für die Bereiche Materialwirtschaft, Nutzfahrzeugtechnik und Industrietechnik, schwieg sich in seiner Rede zur Personalie Sommer aus. Auch als Betriebsratschef Achim Dietrich und Enzo Savarino, Erster Bevollmächtigter der IG Metall, den Vorstand konkret zu Sommer und seinen Börsenplänen befragten, kam nichts. Er könne dazu nicht sagen, so Rehm. Stattdessen referierte er Mitarbeitern zufolge über neue Geschäftsfelder und die Asienmärkte.

Achim Dietrich, Chef des ZF-Betriebsrats, sagte gegenüber dem SÜDKURIER später, zentrales Ziel der Betriebsversammlung sei es gewesen, wieder Ruhe in die Belegschaft zu bekommen. „Unser Ziel war es, Hintergründe zu liefern“, sagte er und fügte hinzu, dass er die aktuellen Schlagzeilen nicht kommentieren werde. „Wir sollten unsere Kunden beliefern und nicht Schlagzeilen liefern,“ sagte Dietrich. Für den Betriebsratschef ist ein anderes Thema viel wichtiger. Nach Dietrichs Darstellung gibt es Planungen des Managements, bis zu 210 Stellen im Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) in Friedrichshafen zugunsten eines seit Januar funktionsfähigen Technologiezentrums von ZF in Indien abzubauen. Teile der PKW-Entwicklung sollen offensichtlich nach Indien vergeben werden. Ein ZF-Sprecher widersprach dieser Darstellung. In Summe komme es am Standort Friedrichshafen "sogar zu einem leichten Anstieg der Mitarbeiterzahlen".

Allerdings würden sich "einige Stellen an andere Entwicklungsstandorte, zum Beispiel nach Pilsen in Tschechien oder Hyderabad in Indien", verschieben. Für die Mitarbeiter am Bodensee bedeute das teilweise andere Tätigkeiten als bisher; sie würden vermehrt in Zukunftstechnologien wie der Elektromobilität oder dem autonomen Fahren eingesetzt. Die Mitarbeiter müssten umlernen, würden finanziell aber nicht schlechter gestellt.

Zurzeit brumme es am ZF-Standort Friedrichshafen dank großer Auftragsvolumen an Lastwagengetrieben, die nach China geliefert werden, so Dietrich. Im November wurden deswegen an den Bändern bis zu 50 Überstunden, jetzt im Dezember noch 40 Überstunden gearbeitet, wie Dietrich sagte. Der ZF-Stammsitz arbeite gewinnbringend.

Auch in der Belegschaft gibt es unterdessen den Wunsch, dass baldmöglichst wieder Ruhe in der "Zahnradfabrik" einkehrt. Die Hoffnungen der ZF-Mitarbeiter ruhen auf dem neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Franz-Josef Paefgen. „Paefgen ist ein bekanntes Gesicht, der große Erfahrung hat und die Branche und deren Umbrüche kennt“, sagte ein ZF-Mitarbeiter am Rande der Betriebsversammlung. "Ein so großer Konzern wie die ZF kann nur in begrenztem Rahmen Rücksicht auf lokalpolitische Befindlichkeiten nehmen."

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