Friedrichshafen Bei Radtour die Zeppelin-Geschichte erkundet

Anlässlich des 100. Todestages von Ferdinand Graf von Zeppelin hat der Friedrichshafener Stadtarchivar Jürgen Oellers am Samstagnachmittag eine Radwanderung entlang des Zeppelin-Pfads geleitet. Das gelungene Angebot wurde von allen Teilnehmern gelobt.

Auf den Spuren des Grafen von Zeppelin zu wandeln, ist für Friedrichshafener immer eine tolle Sache. Schließlich gibt es ja bereits seit 2008 den von der Stadt eingerichteten, gut ausgeschilderten "Zeppelin-Pfad". Umso besser, wenn man das unter fachkundiger Leitung mit einer abwechslungsreichen Fahrradtour verbinden kann. Die Einladung von Stadtarchivar Jürgen Oellers – anlässlich des 100. Todestags des Grafen, der in diesem Jahr gefeiert wird – ist am Samstag auf reichlich Interesse gestoßen und hat allen Teilnehmern sichtlich Spaß gemacht. Nicht nur die äußeren Bedingungen sind bestens. Es gibt jede Menge Informationen aus erster Hand, nette Gespräche am Rande und die Möglichkeit zu einer gemütlichen Einkehr nach rund 16 erstrampelten Kilometern.

Am Königsweg direkt am Bodenseeufer gibt es Erklärungen zur Gedenktafel "Domäne Manzell". Einst überließ König Wilhelm II. von Württemberg das Areal dem Grafen von Zeppelin. <em>Bild: Wilfried </em><em>Geiselhart</em>
Am Königsweg direkt am Bodenseeufer gibt es Erklärungen zur Gedenktafel "Domäne Manzell". Einst überließ König Wilhelm II. von Württemberg das Areal dem Grafen von Zeppelin. Bild: Wilfried Geiselhart

Nur wenige hundert Meter nach dem Start beim Hotel Waldhorn in Friedrichshafen-Manzell ein erster Halt an der Zeppelinstraße mit Blick auf das Industriegelände Manzell und das MTU-Werk II. "Ohne Graf Zeppelin würde es hier ganz anders aussehen", sagt Jürgen Oellers und zeigt großformatige Bilder von "Bad Friedrichshafen", wie es um 1900 ausgesehen hat. Wunderschön, idyllisch – aber nichts deutet darauf hin, dass dieses beschauliche Städtchen wenige Jahrzehnte später zu einem bedeutenden Industrie- und Rüstungsstandort werden sollte. Vorbei an der Zeppelin-Universität, wird der vor zwei Jahren installierte Uferweg am Seemooser Horn angesteuert. Die Gedenktafel zur "Domäne Manzell" fällt ins Auge – zu genießen ist aber auch der ungetrübte Blick auf den sommerlichen Bodensee und einen Zeppelin NT, der am Himmel seine Kreise zieht.

Bei der Zeppelin-Universität am Seemooser Horn ist auch ein kleiner Anstieg zu überwinden – mit oder ohne elektrische Unterstützung. <em>Bild: Geiselhart</em>
Bei der Zeppelin-Universität am Seemooser Horn ist auch ein kleiner Anstieg zu überwinden – mit oder ohne elektrische Unterstützung. Bild: Geiselhart

Der Stadtarchivar geht auf das Unglück von Echterdingen im Jahr 1907 ein, zeigt ein Exemplar der französischen Zeitung "Le Petit Parisien", das mit "La catastrophe du Zeppelin" titelt – und weist darauf hin, dass diese Katastrophe letztlich zum Glücksfall geworden ist und zur Gründung der Zeppelinstiftung geführt hat. Später geht Oellers auch auf die Rolle ein, die Theodor Kober, Alfred Colsman, Hugo Eckener oder auch Wilhelm und Karl Maybach in der industriellen Geschichte Friedrichshafens gespielt haben.

Gute Stimmung in der Gruppe der Radfahrer: "Klasse, dass es solche Angebote gibt", freut sich etwa Peter Wurst. "Wenn man solch einen kompetenten Ansprechpartner hat, kann man auch als echter Häfler noch was dazulernen", lautet sein zufriedenes Fazit. Thomas Miehle ist sogar aus Grünkraut gekommen. Er ist mit einem Rollstuhl-Hand-Bike mit Elektrounterstützung unterwegs. "Ein Freund aus Friedrichshafen hat mich auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht", sagt Miehle. "Es ist sehr interessant, den Zeppelin-Pfad abzufahren. Man erfährt spannende Details und Geschichten." Eugen Haide ergänzt voll des Lobes: "Wer Fragen stellt, bekommt sie auch gut beantwortet." Er ist auch mit einem Rollstuhl-Bike gekommen. "Der Weg ist gut machbar", sagt er.

Es geht weiter in Richtung Graf-Zeppelin-Haus, zum Zeppelin-Denkmal an der Uferstraße, dann auch zum Zeppelindorf, über den Riedlewald, schließlich zum ZF-Werk I, zum ZF-Forum – und damit von der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft. Nach gut zweieinhalb Stunden wird's dann aber Zeit für eine kühle Erfrischung. Interesse und Gesprächsbedarf gibt's noch genug.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Friedrichshafen -
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren