Friedrichshafen Ausflug mit zwei Pferdestärken ins Grüne

Die Friedrichshafener Bürgergarde hat Senioren vom Franziskuszentrum am Sonntag mit einer Kutschfahrt glücklich gemacht. Schon Tage vorher haben sich die Senioren auf den Ausflug gefreut.

Vor zwei Jahren hat es geschüttet und die Seniorenkutschfahrt der Friedrichshafener Bürgergarde ist buchstäblich ins Wasser gefallen – so etwas kommt vor. Aber am gestrigen Sonntag hat die Sonne am Himmel mit den Senioren vor dem Franziskuszentrum um die Wette gestrahlt, als die Pferdekutschen beim Pflegeheim der St.-Anna-Hilfe vorgefahren sind.

Die Senioren haben sich fein gemacht für diese Landpartie und seit Tagen auf den Ausflug hingefiebert. "Es war wunderschön, rauszukommen und mal wieder etwas anderes zu sehen, nicht immer nur das Seniorenheim", freute sich beispielsweise Josefine Bertel, der die Landschaft rund um Ailingen von Kindesbeinen an vertraut ist. Bei der Rotachhalle wurde ein Verpflegungspäuschen eingelegt und nach gut zwei Stunden endete die Fahrt auf der Uferpromenade direkt vor dem Lammgarten, wo die Ausflügler bereits mit Kaffee und Kuchen erwartet wurden.

"Es war ganz toll, ich saß im Planwagen, aber wir hatten trotzdem frische Luft und ich hab' alles sehen können", freute sich Horst Darmstadt, der schon seit vier Jahren im Franziskuszentrum zuhause ist. Aber für zwei Bewohnerinnen waren die Pferde fast noch wichtiger als die herrlich grüne Landschaft. Erna Zagolla hat in ihrer Heimat Oberschlesien viel auf dem Kutschbock gesessen. "Mein Mann ist von einem Bauernhof und wir haben ja auch Pferde gehabt", erzählte sie und später, als sie bei Klink in Ailingen gearbeitet hat, sei sie am Abend oft in den Lammgarten gegangen. "Meine Kinder werden staunen, wenn ich ihnen erzähle, dass ich im Lammgarten war", lachte sie. Antonie Knöpfler ist erst seit einem halben Jahr im Pflegeheim. Die 86-Jährige stammt aus Abraham bei Vogt und ist mit Pferden aufgewachsen. Ob sie die Pferde auch gestreichelt habe? "Ja freilich, am liebsten hätt' ich eines mitgenommen", sagte sie und vergaß über das Erzählen fast Kaffee und Kuchen.

"Unsere Bewohner haben sich seit Tagen ganz furchtbar auf diese Kutschfahrt gefreut", erzählte Sozialarbeiterin Marion Stehle, die die Senioren begleiten durfte. "Wir freuen uns, dass es so ein Angebot gibt, wir würden jederzeit sofort wieder zusagen und es wird lange in der Erinnerung der Bewohner bleiben, das hat einen unermesslichen Wert." Und da war noch jemand ganz begeistert: Bürgergarde-Kommandant Michael Grams durfte bei der 24. Auflage der Seniorenkutschfahrt erstmals auf dem Kutschbock mitfahren. "Es war super, ganz toll", schwärmte Grams.

Kommandant Michael Grams durfte zum ersten Mal bei einer Seniorenkutschfahrt der Bürgergarde auf dem Kutschbock zwischen Manfred Witzigmann und (links) und Josef Gutensohn mitfahren und war genauso begeistert wie die Senioren. <em>Bild: Andrea Fritz</em>
Kommandant Michael Grams durfte zum ersten Mal bei einer Seniorenkutschfahrt der Bürgergarde auf dem Kutschbock zwischen Manfred Witzigmann und (links) und Josef Gutensohn mitfahren und war genauso begeistert wie die Senioren. Bild: Andrea Fritz

Die nächste Kutschfahrt gibt es allerdings erst wieder in zwei Jahren, denn am 23. Juni 2018 findet, im traditionellen Wechsel, der Tag der Bürgergarde statt. Aber dann dürfen sich wieder die Bewohner eines anderen Seniorenheims auf eine Kutschfahrt freuen – und auf gutes Wetter hoffen.

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