Friedrichshafen Auch den Schwalben gefällt das Aprilwetter nicht

Das schlechte Wetter erschwert den vielen Zugvögeln, die gegenwärtig an den Bodensee kommen, die Nahrungssuche. Noch ist die Situation aber nicht dramatisch.

"Jetzt ist die Hauptzeit, zu der Zugvögel zurückkommen", erklärt Gerhard Kersting, Geschäftsführer des Naturschutzzentrums Eriskirch. Es seien schon viele Schwalben da und bald erwarte er die ersten Nachtigallen und Ende April die ersten Mauersegler. "Auch Singvögel wie der Fitis kehren jetzt zurück", sagt Kersting.

Die Vögel kommen laut ihm von Frankreich und Spanien und ziehen in die Brutgebiete des nördlichen und östlichen Europas. Wenn die Vögel in breiter Front nach Nordosten fliegen, machen sie in Gebieten Halt, in denen es viele Insekten gibt. Dort tritt dann das Zugstau-Phänomen auf. Auch hier am Bodensee halten sich gerade viele Zugvögel auf. So sind auffallend viele Schwalben zu beobachten, die dicht über dem Wasser Insekten jagen. Vor allem die sogenannten Insektenjäger haben es bei momentan bei dem nasskalten Aprilwetter schwer, Nahrung zu finden.
 

Vogelbeobachtungen

Eine Familienführung „Wir begrüßen die Schwalben“ findet laut Mitteilung am Freitag, 21. April, statt. Treffpunkt für die 1,5-stündige Führung unter Leitung des Diplom-Biologen Gerhard Kersting ist um 15 Uhr der Wohnmobil-Stellplatz gegenüber der Jugendherberge Friedrichshafen, direkt am Seezugang der Rotachmündung. Veranstalter sind das Naturschutzzentrum Eriskirch und die Abteilung Umwelt und Naturschutz der Stadt Friedrichshafen. Es sollen beispielsweise die Mehl- und Rauchschwalben und vielleicht erste Uferschwalben beobachtet werden.



"Die Situation ist noch nicht dramatisch", sagt Gerhard Kersting. Gefährlich werde es vor allem dann, wenn ein lang anhaltender Regen einsetze. Im Moment gebe es immer wieder "Gut-Wetter-Lücken", in denen die Vögel Nahrung finden, so der Diplom-Biologe. Laut Kersting haben die Vögel vor allem Probleme damit, dass es in unsere Landschaft allgemein immer weniger Insekten gebe. Wer den Schwaben helfen will, der kann zwar nicht direkt zufüttern, aber man könne für Mehlschwalben Nisthilfen an Fassaden anbringen. Hilfreich sei es laut Kersting außerdem, Scheunen offen zu halten. Es sei wichtig, die Nester der Vögel zu tolerieren. "Leider werden die Nester in der Region immer wieder abgeschlagen", bedauert Gerhard Kersting.

 

 

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