Friedrichshafen Alexa Hüni und ihre besondere Beziehung zum Rad

Alexa Hüni ist Geschäftsführerin in spe des ältesten Unternehmens in Friedrichshafen, der Firma Hüni. Ihre zweite Leidenschaft gilt dem Fahrrad – genauer gesagt dem Mountainbike. Insofern hat sie auch eine ganz besondere Beziehung zur Messe Eurobike.

Die Frau kann das: Ritzel auf den kleinsten Gang schalten, Schnellspannverschluss öffnen, Hinterrad herausnehmen. Dann den Reifen von der Felge lösen, Schlauch entnehmen, neuen Schlauch einlegen und den Mantel wieder in die Felge drücken. „Aber aufpassen, dass der Schlauch dabei nicht eingeklemmt wird“, erklärt Alexa Hüni routiniert. Keine zweieinhalb Minuten braucht sie, um das Hinterrad an ihrem Bike wieder flott zu machen. Sie hat jahrelang geübt, sitzt sie doch tausende Kilometer pro Jahr im Sattel. „Da kommt es ein bis zwei Mal pro Saison schon vor, dass ich unterwegs selbst Hand anlegen muss“, erklärt sie schmunzelnd. Das passende Werkzeug hat sie immer dabei.

Die junge Frau aus Friedrichshafen ist in zwei Welten unterwegs, in der einen so leidenschaftlich wie in der anderen. Seit ihrer Jugend ist der Sport wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Zuerst zog es Alexa Hüni aufs Wasser – kein Wunder, wenn man mit dem Bodensee vor der Haustür aufwächst. Sie fuhr als Ruderin und für den Ruderverein Friedrichshafen (RVF) 60 Siege bei Regatten ein und brachte es bis zur Bronzemedaille bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im Einer. 2003 stieg sie aufs Mountainbike um und 2010 auch beim Radcross ein – nicht weniger erfolgreich. In der Bergwelt fuhr sie einen Marathon nach dem nächsten, bis sie auf dem Höhepunkt der sportlichen Profikarriere 2012 die „Queen oft the Mountain“ bei der Zillertal Bike Challenge wurde. Bis dahin startete Alexa Hüni drei Mal bei der Marathon-WM und fünf Mal beim Weltcup.

Dann aber wollte, musste sie auch im Job durchstarten. Nach dem Studium und dem Master-Abschluss hat sie sich bei BMW in München als Qualitätsmanager bewiesen. Eine gute Schule, denn das ist die Geschäftswelt, in der Alexa Hüni nicht weniger erfolgreich sein will als im Sport. Und die nicht weniger herausfordernd ist. Sie ist die angehende Geschäftsführerin des ältesten Unternehmens in Friedrichshafen. Seit Jahresbeginn gehört die 33-Jährige zur Firmenleitung der Hüni GmbH, die 1859 als Lederfabrik gegründet wurde. Jetzt wächst sie Schritt für Schritt in die Führungsrolle hinein und wird die Unternehmensnachfolge antreten, wenn ihr Vater, Peter Hüni, in Rente geht.

„Für Marathonrennen muss man zeitintensiv trainieren“, erklärt Alexa Hüni, warum mit dem Umzug nach München die Profizeit auf dem Mountainbike vorbei war. Aber ohne Sport geht bei ihr nichts. Also stieg sie auf die Enduro-Klasse um. „Da geht es nicht ganz so radikal zu wie auf Downhill-Strecken“, erklärt sie. Wobei das Ansichtssache ist: Bei ihrem bisher längsten Rennen über 28 Kilometer waren 2800 Höhenmeter am Stück zu bewältigen – nur bergab, über Stock und Stein, Wiese und Schotter. „Beim Enduro musst da alles können auf dem Rad. Das fordert den ganzen Mountainbiker“, beschreibt sie die Herausforderung. Auch wenn sie jetzt eher als ambitionierte Amateurfahrerin unterwegs ist – Rennen fährt sie trotzdem, und die auch mit dem entsprechenden Wettkampfehrgeiz. In der ersten Rennsaison und als Neueinsteiger in der Klasse stand unterm Strich bei der „European Enduro Serie“ der fünfte Platz in der Gesamtwertung… Mittlerweile bildet sie mit Claire Fiebig das „Saikls Enduro“-Team.

Die beiden gewannen am vergangenen Wochenende das Drei-Länder-Enduro-Rennen am Reschenpass in der Teamkategorie.

Bei so viel Radsportbegeisterung lässt Alexa Hüni freilich auch die Eurobike nicht aus, zumal sie eine besondere Beziehung zur Leitmesse der Radbranche hat. Ab 2006 war sie zwei Jahre bei der Messe als Projektmanagerin beschäftigt und hat in dieser Zeit das Konzept für den Demo Day entwickelt und umgesetzt. Den gibt es mit den Festival Days nun nicht mehr. Auch wenn sie um ihr "Baby" ein wenig trauert: "Es ist ein guter Schritt, die Interaktion mit dem Endverbraucher zu steigern. Die Besucher erwartet jetzt am Wochenende ein Feuerwerk an Aktionen", sagt die Radsportbegeisterte.

Festival Days

An diesem Wochenende öffnet die Eurobike ihre Türen für alle Radinteressierten, Samstag von 9 bis 18 Uhr und Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Zum ersten Mal finden die Festival Days statt, bei denen die Besucher 3000 Räder testen können und ein umfangreiches Programm in elf Themen-Areas auf sie wartet. (kck)

www.eurobike-show.de

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