Friedrichshafen Acht Häfler und ihre Vorsätze für 2018

Wie halten es die Menschen in Friedrichshafen mit guten Vorsätzen für das neue Jahr? Wir haben acht Häfler gefragt, was sie sich für 2018 vorgenommen haben – oder auch nicht.

Mit guten Vorsätzen für das neue Jahr ist es so eine Sache. Die allermeisten sind schon nach wenigen Tagen Geschichte. Aber zumindest am guten Willen hapert es nicht. Glaubt man einer aktuellen Forsa-Studie, die im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit Baden-Württemberg durchgeführt wurde, dann ist gerade bei jungen Leuten ein Trend erkennbar. Im Südwesten nimmt sich demnach jeder Fünfte vor, im kommenden Jahr das Handy, den Computer oder das Internet weniger zu nutzen – bei jungen Erwachsenen haben 30 Prozent aller Befragten diese Absicht. Auf Platz eins der guten Vorsätze in Baden-Württemberg steht erneut für knapp sechs von zehn Befragten das Bedürfnis, mehr Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen. Auf Platz zwei folgt für 56 Prozent der Wunsch nach mehr Entspannung und Stressabbau. Vor allem für die Generation zwischen 30 und 59 Jahren ist dieser Wunsch der Studie zufolge zentral. Die repräsentative Umfrage mit 1000 Befragten in Baden-Württemberg erfolgte im Zeitraum vom 9. bis zum 30. November.

Aber da sind auch die Klassiker der guten Vorsätze: 53 Prozent der Befragten wollen sich mehr bewegen, 46 Prozent sich gesünder ernähren. Vor allem die 30- bis 44-Jährigen nehmen sich vor, mehr Sport zu treiben: 60 Prozent haben diesen Vorsatz gefasst. Abnehmen möchten 28 Prozent. 13 Prozent wollen weniger Alkohol trinken, zehn Prozent das Rauchen aufgeben. Die DAK-Gesundheit fragt auch nach der Motivation für ein gesünderes Leben: 59 Prozent nennen dabei ihr persönliches Empfinden. Für 36 Prozent ist eine akute Erkrankung der Grund, sich verstärkt zu kümmern. 39 Prozent fühlen sich von ihrem Arzt aufgefordert. Mehr als jeder Dritte ist motiviert, wenn der Partner einen Anstoß gibt, ein Fünftel sieht Angebote der eigenen Krankenkasse als hilfreich an.

Mehr Zeit für sich selbst haben, das hat sich knapp die Hälfte der Baden-Württemberger vorgenommen. 29 Prozent wollen sparsamer sein. Und wie sieht es mit dem Fernsehkonsum aus? 14 Prozent wollen in dieser Hinsicht ein wenig kürzer treten. Auf dem letzten Platz der Top Ten steht die Einschränkung des Alkoholkonsums. Diesen Vorsatz haben in Baden-Württemberg 13 Prozent der Bevölkerung.

Vorsätze von Häflern

Pfarrer Bernd Herbinger, Leiter der Seelsorgeeinheit Mitte und Vorsitzender der katholischen Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen: Ehrlich gesagt, habe ich noch genügend gute Vorsätze fürs noch laufende Jahre 2017, die leider noch völlig unbearbeitet sind. Aber wenn ich ernsthaft darüber nachdenke, dann ist mein wichtigster Vorsatz für 2018: unbedingtes Gottvertrauen!

Pfarrer Bernd Herbinger, Leiter der Seelsorgeeinheit Friedrichshafen Mitte und Vorsitzender der katholischen Gesamt-kirchengemeinde Friedrichshafen
Pfarrer Bernd Herbinger | Bild: Brigitte Geiselhart

Matthias Klingler, Leiter des Graf-Zeppelin-Hauses: Wenn ich es mir genau überlege, dann möchte ich auf jeden Fall viel öfter mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Zudem habe ich jede Menge Outdoor-Aktivitäten vor, ganz egal ob schöne Spaziergänge mit der Familie am See, ob Skifahren, Gleitschirmfliegen – einfach die Familienzeit und Freizeit mit allen Hobbys genießen. Hier im GZH möchte ich einen guten, engagierten Job machen und das Haus weiter voranbringen. Wenn mir das gelingt, kann 2018 nur gut werden.

Matthias Klingler, Leiter des Graf-Zeppelin-Hauses
Matthias Klingler | Bild: privat

Hans-Dieter Litges, pensionierter Religionslehrer: Mit guten Vorsätzen ist das so eine Sache. "Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht mit schlechten", hat schon George Bernard Shaw gesagt. Aber ich nehme mir trotzdem etwas vor: Ich wünsche mir Resonanz. Das heißt, ich möchte mit Menschen zusammensein und zusammenleben, die mir guttun und denen ich guttue. Das ist für mich Vorsatz genug.

Hans-Dieter Litges, pensionierter Religionslehrer
Hans-Dieter Litges | Bild: Brigitte Geiselhart

Dagmar Mader, Lehrerin am Graf-Zeppelin-Gymnasium: Ich gehöre zu den Menschen, die sich in der Regel keinen guten Vorsätzen ausliefern; die Gefahr zu scheitern, hängt in der Luft. Stattdessen lautet meine Devise: weiterhin offen sein für das, was nötig ist und was mir auffällt, und die Dinge dann erledigen, wann sie anstehen, denn diese kleinen Vorsätze während des Jahres sind überschaubar, realistisch und machbar. Ach, einen Vorsatz habe ich dann doch – er betrifft aber das noch alte Jahr: Die anstehenden Oberstufenklausuren sollen am besten noch in diesem Jahr korrigiert sein, denn dann bleiben der Blick und die zur Verfügung stehende Zeit in der ersten Januarwoche genau da hängen, wo sie nötig sind.

Dagmar Mader, Lehrerin am GZG
Dagmar Mader | Bild: Brigitte Geiselhart

Friederike Lutz, Leiterin des Schulmuseums: Vorsätze? Die mache ich mir ehrlich gesagt nie, zumindest nicht zum Jahreswechsel. Rauchen? Fehlanzeige! Abnehmen? Hmmmm! Mehr Sport? Schon eher! Was ich mir tatsächlich immer wieder vornehme, ist, meine Steuererklärung früher zu machen. Und alles andere sind Dauerbrenner und Kastenteufel, die jederzeit aus der Kiste springen können, die mal gelingen und mal nicht – und die eher nicht für die Zeitung geeignet sind.

Friederike Lutz, Leiterin des Schulmuseums
Friederike Lutz | Bild: privat

Corinne Haag, Leiterin der Servicestelle für bürgerschaftliches Engagement im Landratsamt: Ich bin davon überzeugt, dass, wenn jeder Einzelne von uns unsere gesellschaftliche Verbundenheit nicht aus den Augen verliert und seinen sinnvollen Beitrag zu unser aller Gemeinschaft leistet, 2018 ein gutes Jahr werden wird. Für dieses gelingende Miteinander will ich mich sowohl beruflich starkmachen, als auch privat, und ein neues bürgerschaftliches Engagement beginnen.

Corinne Haag, Leiterin der Servicestelle für bürgerschaftliches Engagement im Landratsamt Bodenseekreis
Corinne Haag | Bild: privat

Sylvia Hiß-Petrowitz, ÖDP-Gemeinderätin: Viele Vorsätze haben sich meist nach kurzer Zeit in Luft aufgelöst, deshalb möchte ich die Latte nicht mehr so hoch setzen, da das Nichterreichen frustrierender war. Für 2018 möchte ich dennoch meinen Zuckerkonsum reduzieren, im Kaffee und in Form von Süßem. Wenn ich es schaffen sollte, möchte ich mein Arbeitspensum besser verteilen und gegebenenfalls Hilfen zulassen und nicht alles unbedingt selbst erledigen. Das scheint mir ein realistisches Nah- und Fernziel zu sein. Am 31. Dezember 2018 weiß ich mehr.

Sylvia Hiß-Petrowitz, ÖDP-Gemeinderätin
Sylvia Hiß-Petrowitz | Bild: privat

Stefan Köhler, Erster Bürgermeister: Ich habe mir vorgenommen, mich im Umgang miteinander noch mehr in mein Gegenüber hineinzuversetzen. Das gilt natürlich gerade auch in Bezug auf das Gespräch mit unzufriedenen Bürgern. Ich will speziell die Achtsamkeit pflegen, nicht zuletzt auch mit Blick auf mein körperliches Befinden. Ehrlich gesagt, möchte ich zum Beispiel ein wenig abnehmen. Vielleicht drei Kilo, besser fünf. Seit ich im August von der Besteigung des 7546 Meter hohen Muztagh Ata aus China zurückgekehrt bin, habe ich fast keinen Sport mehr gemacht. Das soll im neuen Jahr wieder besser werden.

Stefan Köhler, Erster Bürgermeister
Stefan Köhler | Bild: Brigitte Geiselhart

Ihre Meinung ist uns wichtig
Zum Valentinstag - Geschenke mit Herz
Neu aus diesem Ressort
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Friedrichshafen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren