Friedrichshafen 26 Anklagepunkte: Angeklagter macht vor Richter schlechten Eindruck

Das Amtsgericht Tettnang setzt den Prozess gegen 32-jährigen Mann fort, der sich wegen 26 Anklagepunkte verantworten muss. Am zweiten Verhandlungstag sorgte er mit seinen Erklärungen für Unmut beim Richter.

Anklagt ist der 32-Jährige in 26 Einzelfällen und zwölf Delikten unterschiedlicher Schwere, die er laut Staatsanwaltschaft 2017 innerhalb von rund sechs Monaten verübt haben soll. Nachdem Strafverteidiger Gerd Prokop zu Beginn des Prozesses noch nicht bestätigen konnte, ob sich sein Mandant konkret zu den Vorwürfen äußern werde, äußerte sich nun der Angeklagte. Der Ertrag der Einlassungen war allerdings zäh. Zum Teil räumte der Anklagte beispielsweise das Nichtbezahlen von Taxifahrten ein. Auch habe auch Haschisch sowie Pistolen-Patronen dabei gehabt.

Komplizierter wurde es allerdings, als es um einen Hausfriedensbruch in einer Häfler Spielothek ging. Da der Mann schon Hausverbot hatte, hatte die Spielhallen-Aufsicht die Polizei gerufen. Ggenüber den Beamten verhielt sich der Mann dann äußerst unkooperativ und musste mit Handschellen fixiert werden. "Ich wusste ja gar nicht, dass Hausverbot hatte", sagte der Anklagte.

Fehlendes Verständnis für geltende Gesetze spielten vor allem beim Anklagepunkt "Fahren ohne Fahrerlaubnis" eine erhebliche Rolle. Nachdem der Mann im Juni 2017 mit Kennzeichen eines anderen Autos von der Polizei gestoppt worden war, versuchte der 32-Jährige seine Fahrerlaubnis mit einem ausländischen Führerschein zu legitimieren. Allerdings hätte er diesen innerhalb von sechs Monaten nach der Einreise nach Deutschland umschreiben lassen müssen. "Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass ich noch in dieser Frist war", ließ der Angeklagte verlauten. Dass er den Zeitraum bereits um eineinhalb Jahre überschritt, darauf wurde er von der Polizei schon beim ersten Verstoß hingewiesen. Dennoch wurde er weitere sieben Mal ohne Führerschein aus dem Verkehr gezogen. Richter Martin Hussels-Eichhorn war mit einigen Rechtfertigungen des 32-Jährigen nicht zufrieden. Auch nicht, als der Angeklagte den Raub einer Handtasche damit erklären wollte, dass die ihm bekannte Frau zuvor sein Handy gestohlen habe. "Wenn Sie nicht bald anfangen, sinnvolle Einlassungen zu geben, wird das Verfahren bei uns nicht gut ankommen", mahnte der Vorsitzende.

Dass der Angeklagte laut Anklage mit einer Flasche Benzin ein Feuer in einem Aufenthaltsraum einer Asylbewerberunterkunft in Friedrichshafen entzünden wollte, stritt dieser ebenso ab wie die Verwicklung in einen Fall von Körperverletzung im Umfeld des Seehasenfestes 2017. Hier war ein 17-jähriger Schüler durch einen Schubser zu Boden gestützt und hatte Kopfverletzungen erlitten. "Damit habe ich nichts zu tun, ich bin selber in eine Massenschlägerei geraten", so der Angeklagte. Eine als Zeugin aussagende Schülerin versicherte, der Angeklagte habe den Jugendlichen von vorne umgestoßen. Das Opfer selbst und dessen Freund berichteten allerdings von einem Schubser von hinten. Am Montag kommender Woche wird die Verhandlung mit Zeugenaussagen fortgesetzt, auch ein psychiatrischer Gutachter ist geladen.

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