Friedrichshafen 120 neue Wohnungen in Allmannsweiler

Der Bebauungsplan für Allmannsweiler-Südost steht. Die maroden Wohnblöcke werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Allerdings verzögert sich für die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) der Baustart. Ursprünglich sollte im nächsten Frühjahr begonnen werden.

Auf einer Fläche von rund 2,3 Hektar am Rand der Siedlung Allmannsweiler nahe der Messestraße werden in den nächsten Jahren 120 neue Wohnungen entstehen. So sieht es der Bebauungsplan vor, der am kommenden Dienstag vom Technischen Ausschuss des Gemeinderates beschlossen werden soll. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, vier marode Gebäude der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshafen (SWG), die die Stadt überwiegend für die Unterbringung obdachloser Familien nutzt, nach und nach abzureißen und durch Neubauten zu ersetzen. Für die derzeit 41 Wohnungen im Plangebiet gibt es somit künftig dreifachen Ersatz.

Wie das Quartier künftig aussehen soll, wurde in einem Workshopverfahren zusammen mit dem Allmannsweiler Bürgerforum entwickelt. Am markantesten ist ein langer Gebäuderiegel parallel zur Messestraße, der für das Wohngebiet eine Lärmschutzfunktion hat und deshalb auch zuerst gebaut werden muss. Ansonsten sind zwei- bis dreigeschossige Mehrfamilienhäuser in offener Bauweise vorgesehen. Die meisten Autos finden in Tiefgaragen Platz. So bleibt gut die Hälfte für Grün- und Verkehrsflächen übrig. Der heutige Kinderspielplatz soll an Ort und Stelle bleiben und bekommt eine Ecke des heutigen Bolzplatzes zugeschlagen, der ohnehin verlegt werden muss. Das obere Teilstück an der Neulandstraße soll eine Art Quartiersplatz werden, an dem der Neubau des Gemeinschaftshauses seinen Standort findet – wohl allerdings erst dann, wenn das Grundstück, auf dem die "Brennessel" heute steht, überbaut werden soll. Deutlich anders wird auch die Verkehrsführung in der Siedlung. Die Eintrachtstraße wird verlegt, um Fläche für die Neubauten zu schaffen.

Nach Angaben der Pressestelle im Rathaus sind die städtischen Leistungen zur Erschließung von Allmannsweiler Südost "relativ überschaubar". Dazu gehören vor allem Kanal- und Straßenbauarbeiten, die aber erst angegangen werden könnten, wenn die Gelder dafür im Haushaltsplan der Stadt bereitgestellt sind. Vorher werde mit der Planung auch nicht begonnen. Für die Erschließung des Baugebiets seien Planungsmittel für 2018 angemeldet. Die Kanäle sollen nächstes Jahr gebaut werden. Erst wenn die fertig sind, kann mit dem Bau der Gebäude begonnen werden. Die Straßenerschließung ist laut Pressestelle hingegen erst ab 2019 vorgesehen. Für Kanal- und Straßenbau muss die Stadt 1,35 Millionen Euro in die Hand nehmen. Der neue Platz an der "Brennessel" werde voraussichtlich erst in den Jahren 2020/21 finanziert. Der Umbau des Kinderspielplatzes, für den 450.000 Euro veranschlagt sind, und die Anlage der Grünflächen (90.000 Euro) sollen erst im Jahr 2022 in Angriff genommen werden.

Damit ist ein Baustart für die SWG im nächsten Frühjahr nicht möglich. Ohnehin ist vorgesehen, in mehreren Bauabschnitten vorzugehen, um "der im Gebiet ansässigen Bevölkerung die Möglichkeit zu bieten, auch im Gebiet wohnhaft zu bleiben, ohne mehrfach umziehen zu müssen", steht in der Ratsvorlage. Allerdings wurde erst in der vergangenen Woche bekannt, dass die Stadt fünf Familien des Blocks Eintrachtstraße 18 zum Auszug aufgefordert und in andere Wohnungen in der Löwentaler Straße eingewiesen hat.

Verkehr

Ein Verkehrsgutachten für das Bebauungsplan-Gebiet wurde nicht erstellt. Ein solches hatten viele Anwohner der Wittwiesen- und Neulandstraße in Allmannsweiler gefordert, wie aus dem Abwägungsbericht hervorgeht. Sie beklagten, dass beide Straßen wegen der geparkten Autos nur einspurig befahrbar sind und eine zusätzliche Belastung von 150 bis 200 Pkw nicht aufnehmen könnten. Die Stadt argumentiert, dass der zusätzliche Verkehr – etwa 320 Bewegungen täglich – reiner Ziel- und Quellverkehr im Quartier sind und das bestehende Straßensystem für diese Menge ausreichend dimensioniert sei. 

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