Bodenseekreis Infratest dimap für Hochrechnungen in Altheim

Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap war am Wahlsonntag in Altheim vor Ort. Der Frickinger Teilort war einer von 624 Wahlbezirken, in dem repräsentative Stichproben gezogen wurden, anhand derer die Hochrechnungen erstellt werden.

Altheim scheint sehr repräsentativ für den Bundesdurchschnitt zu sein. Das schließt zumindest Martina Deuchert von Infratest dimap aus der Tatsache, dass die Meinungsforscher bereits zum zweiten Mal an einem Wahlsonntag hier sind. Stündlich ist Deuchert mit der Zentrale in Kontakt. Im Auftrag der ARD erstellt Infratest dimap Hochrechnungen zur Bundestagswahl. "Nach 17 Uhr werde ich erste Auswertungen vornehmen und die Ergebnisse auch weiterleiten", erklärt Martina Deuchert.

Ein Teil der Wähler im Benvenut-Stengele-Haus erhält von den Meinungsforschern den Fragebogen, auf dem Wahlentscheidung, Alter und Geschlecht erfragt werden. Jeder zehnte Wähler bekommt einen etwas längeren Bogen mit zusätzlichen Fragen zu soziodemografischen Merkmalen. Diesen längeren Fragebogen füllte gerade Anke Mohelnicky aus. "Ich gucke doch auch die ersten Hochrechnungen und bin immer sehr gespannt darauf, da bin ich sehr gerne zur Mithilfe bereit", sagt sie.

Anke Mohelnicky beim Ausfüllen des Fragebogens von Infratest-dimap. Sie warte gespannt auf die Hochrechnungen und helfe gerne bei der Meinungsforschung zur Wahl.
Anke Mohelnicky beim Ausfüllen des Fragebogens von Infratest-dimap. Sie warte gespannt auf die Hochrechnungen und helfe gerne bei der Meinungsforschung zur Wahl. | Bild: Stef Manzini

Walter Städele, als Gemeinderat im Wahl-Team, berichtet von einer sehr guten Wahlbeteiligung. Bereits um 12.30 Uhr sei über die Hälfte aller Wahlberechtigten beim Wählen gewesen. Die Anwesenheit des Meinungsforschungs-Instituts schaffe vermutlich zusätzlich Anreize, zur Wahl zu gehen, vermutet Städele. Marit Fäth begleitet die Erstwählerin Jutta Waldvogel. Die beiden sind Kolleginnen und kommen in ihrer Pause zum Wahllokal. Marit Fäth erzählt, sie sei nicht immer wählen gegangen. Dieses Mal sei das aber etwas Anderes, sagt die 30-jährige. Jutta Waldvolgel ist 18 Jahre alt. Ein Zeichen wollte sie setzen für die Umwelt, für ein freies Denken, für ein bedingungsloses Grundeinkommen und gegen die Politik der AfD, die sie erschrecke.

Genau wie Waldvogel will auch Marit Fäth ein Zeichen gegen "den Rassismus der AfD" setzen. "Ich habe Kinder und finde diese Entwicklung in der deutschen Politik genau wie Jutta sehr erschreckend", sagt sie.

Vor dem Wahllokal im Benvenut-Stengele-Haus wartet Anna Dreher. Die 91-Jährige ist zu Fuß gekommen und etwas außer Atem, erzählt sie. Den Gang zur Wahlurne empfindet sie als Pflicht, der sie immer nachgekommen sei. Anna Dreher ist aufgeregt. "Wir wollen in unserem Land nie mehr diese Hetze und diese Lügen, wie sie von der AfD verbreitet werden. Manchmal denke ich, es geht uns wohl zu gut. Wir alle wollen doch in Frieden leben, mit den Menschen, die um uns sind. Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum so viele Menschen dieser schlimmen Partei ihre Stimme geben", sagt sie. Natürlich sei sie sich bewusst, dass gerade an diesem Wahlsonntag jede Stimme besonders zähle, die nicht zur AfD wandere, sagt die Altheimerin überzeugt.

Die 91-jährige Anna Dreher aus Altheim sieht im Gang zur Wahlurne eine Verpflichtung. "Heute könnten hier alle ein Zeichen für Frieden und Respekt setzen", sagt sie.
Die 91-jährige Anna Dreher aus Altheim sieht im Gang zur Wahlurne eine Verpflichtung. "Heute könnten hier alle ein Zeichen für Frieden und Respekt setzen", sagt sie. | Bild: Stef Manzini

Meinungsforschung

Infratest dimap ist ein deutsches Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Im Auftrag der ARD erheben die Meinungsforscher auch bei der Bundestagswahl 2017 Daten, die dann zu den Prognosen der Hochrechnungen führen. In 624 Wahlbezirken werden repräsentative Stichproben gezogen. Die Teilnahme an dieser Befragung ist freiwillig und anonym. Stündlich melden die Korrespondenten vor Ort die Ergebnisse der Befragung, auch zur Wahlbeteiligung, telefonisch in die Datenzentrale weiter. Nach Schließung der Wahllokale melden sie dann schnellstmöglich auch die vorläufigen amtlichen Wahlergebnisse. Diese fließen dann in die Hochrechnungen der ARD ein. Andere bekannte deutsche Meinungsforschungsinstitute sind zum Beispiel die Forschungsgruppe Wahlen, Forsa oder das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD). (sma)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Zum Valentinstag ❤ Geschenke mit Herz ❤
Neu aus diesem Ressort
Frickingen
Frickingen
Frickingen
Frickingen
Frickingen
Heiligenberg
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren