Frickingen Hotzenplotzer Musikanten: 100. Auftritt beim Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz

Heinz Scheitler, Leiter der Hotzenplotzer Musikanten aus Altheim, spricht über den Erfolg der Kapelle aus Frickingen beim Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz.

Herr Scheitler, 100 Auftritte auf dem Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz ist ein stolzes Jubiläum, am Freitag, 29. September, spielen die Hotzenplotzer Musikanten wieder. Wie fühlt man sich da als Musiker?

Es ist einfach unglaublich, dass wir so oft in Konstanz gespielt haben. Wir hatten die 100 seit zwei Jahren sicherlich im Blick, dass es aber wirklich gelingt, ist fantastisch.

Können Sie sich noch an Ihren ersten Auftritt erinnern?

Aber klar. Das war 2005. Wir waren alle tierisch nervös, in einem so großen Zelt zu spielen. Es dauerte auch etwas, bis wir in Schwung gekommen sind. Dann aber ist der Funke eigentlich bereits beim ersten Auftritt übergesprungen.

Wie kam es damals zum Engagement?

Auch daran kann ich mich ganz genau erinnern. Es klingelte bei mir das Telefon und ich wurde gefragt, ob wir uns das vorstellen könnten, vier Mal auf dem Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz zu spielen. Ich konnte es kaum fassen und habe natürlich sofort zugesagt.

Die Hotzenplotzer Musikanten bestehen ja aus sieben Musikern. Wie viele haben tatsächlich 100 Mal gespielt?

Vier von uns waren wirklich 100 Mal auf der Bühne: Josef Bachter, Reinhard Wernet, Gebhard Ege und ich. Insgesamt waren in den 13 Jahren zwölf Musiker in unseren Formationen im Einsatz. Bemerkenswert dabei ist, dass wir nie zu spät kamen und es auch keinen einzigen Ausfall durch Krankheit gab.

Die Hotzenplotzer Musikanten freuen sich auf ihren Auftritt am heutigen Freitag auf dem Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz (hinten, von links): Frieder Amann, Gebhard Frey und Gebhard Ege; vorne, von links: Heinz Scheitler, Josef Bachter, Reinhard Wernet und Theodor Blender.
Die Hotzenplotzer Musikanten freuen sich auf ihren Auftritt am heutigen Freitag auf dem Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz (hinten, von links): Frieder Amann, Gebhard Frey und Gebhard Ege; vorne, von links: Heinz Scheitler, Josef Bachter, Reinhard Wernet und Theodor Blender. | Bild: Reiner Jäckle

Gibt es da ein Geheimnis?

Eigentlich nicht. Bei den Auftritten in Konstanz sagen wir regelmäßig, dass ein Tag ohne ein Paulaner ein gesundheitliches Risiko sei. Vielleicht ist es tatsächlich das (lacht).

Gab es auch kuriose Situationen?

Sicherlich ist mal der eine oder andere Gast zu uns auf die Bühne gesprungen. In Erinnerung geblieben ist mir allerdings der erste Auftritt der Höhner, denn die sind damals im Stau gestanden. Dann haben wir kurzerhand zwei Stunden länger gespielt und das Festzelt unterhalten. Das war tatsächlich kurios.

Nach 100 Auftritten darf man Sie sicherlich zum Inventar des Deutsch-Schweizer Oktoberfestes zählen, oder?

Es gibt nicht wenige, die das so sagen (lacht). Selbst Festwirt Hans Fetscher hat uns schon so betitelt. Wir spielen einfach gerne dort und es macht uns jedes Mal Spaß.

Dann haben Sie auch schon eine Fangemeinde?

Die gibt es tatsächlich. Es kommen sogar Leute aus der Schweiz extra zu uns, weil es ihnen gefällt. Wir haben in den 13 Jahren viele Schweizer kennengelernt und durch diese Kontakte sogar Auftritte dort gehabt. Es sind einige Freundschaften entstanden. Das liegt sicher auch daran, dass wir immer wieder auch Musikwünsche erfüllen.

Gibt es Lieder, die besonders gut ankommen?

Klar, es gibt ja heutzutage keinen Tag mehr, an dem nicht mindestens einmal „Die Fischerin vom Bodensee“, „Auf der Vogelweide“ und das Badnerlied gespielt wird. Die Leute tanzen aber auch zu anderen Liedern.

Was hat sich in den 13 Jahren geändert?

Es ist vieles professioneller geworden. In den ersten Jahren mussten wir beispielsweise unsere komplette Anlage mit Boxen mitschleppen. Mittlerweile haben wir nur noch unser Bühnen-Equipment und unsere Instrumente dabei. Das ist für uns eine klare Erleichterung.

Fragen: Reiner Jäckle

Die Hotzenplotzer Musikanten freuen sich auf ihren Auftritt am heutigen Freitag auf dem Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz (von links): Heinz Scheitler, Gebhard Frey, Josef Bachter, Reinhard Wernet, Frieder Amann, Theodor Blender und Gebhard Ege.
Die Hotzenplotzer Musikanten freuen sich auf ihren Auftritt am heutigen Freitag auf dem Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz (von links): Heinz Scheitler, Gebhard Frey, Josef Bachter, Reinhard Wernet, Frieder Amann, Theodor Blender und Gebhard Ege. | Bild: Reiner Jäckle

Person und Kapelle

Heinz Scheitler, 78, ist in Oberuhldingen geboren und hat mit 13 Jahren beim dortigen Musikverein angefangen, Tenorhorn zu spielen. Der gelernte Schreinermeister ist 1964 nach Altheim umgezogen und mittlerweile im Ruhestand. 1976 stieß Heinz Scheitler zu den Hotzenplotzer Musikanten und hat seitdem die Leitung inne.

Hotzenplotzer Musikanten: Die sieben Musiker aus Altheim und Umgebung spielen das gesamte Jahr über an Fastnacht, auf Dorf- und Stadtfesten sowie privaten Anlässen und auf dem Deutsch-Schweizer Oktoberfest in Konstanz, auf dem sie am Freitag, 29. September, ihren 100. Auftritt feiern. Vor 43 Jahren wurde die Gruppe gegründet. Das Repertoire reicht von böhmischer Polka, über Schlager, Oldies, bis zu aktuellen Ohrwürmern. Momentan besteht das Ensemble aus Heinz Scheitler aus Altheim (Tenorhorn), Josef Bachter aus Frickingen (Tuba), Reinhard Wernet aus Großschönach (Akkordeon), Gebhard Ege aus Altheim (Trompete), Gebhard Frey aus Buchheim bei Tuttlingen (Baritonhorn), Frieder Amann aus Heiligenberg (Schlagzeug) und Theodor Blender aus Sauldorf (Trompete).

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