Frickingen Gemeinde setzt auf Holz als klimaneutralen Baustoff

Die Gemeinde Frickingen setzt das Preisgeld von "Holz-Pro-Klima" in Höhe von 10.000 Euro in den Ausbau einer gemeindeeigenen Wohnung ein. Fachleute von Pro-Holz-BW besichtigten Frickingen und zeigten sich beeindruckt von den Anstrengungen in der Gemeinde in Sachen Klimaschutz.

Die Gemeinde Frickingen investiert das Preisgeld aus dem im Juni gewonnenen Wettbewerb "Holz-Pro-Klima" in die Schaffung neuen Wohnraums. Das erklärte Bürgermeister Jürgen Stukle am Montag dem nach Frickingen gereisten Team von der Pro-Holz-BW GmbH und Robert Deuringer, Objektberater der Firma Pfleiderer, die den Preis "Holz-Pro-Klima" gestiftet hat. 10.000 Euro in Form von einem Sachpreis, sogenannte Livingboards (das sind formaldehydfreie Holzplatten, die eine hohe Raumluftqualität versprechen) werden in einer gemeindeeigenen Dachwohnung verbaut. Sylvie Wiest, im Management von Pro-Holz-BW, freute sich über Frickingen als tollen Multiplikator für die Idee, die hinter dem Konzept und Wettbewerb steckt: "Holz-Pro-Klima", eine Initiative der deutschen Holzindustrie, will die Verwendung von Holzprodukten für den Klimaschutz stärker als bisher in das Bewusstsein der Menschen und der Politik bringen. Man habe Bürgermeister Stukle im Februar 2018 zur kommunalen Klimakonferenz nach Bonn eingeladen. Hier wird Stukle das Energieleitbild Frickingens vorstellen.

Christoph Jost, Geschäftsführer von Pro-Holz-BW, sagt: "Die Gemeinschaft hier in Frickingen hat mich am meisten beeindruckt, gerade beim Thema Wärmegewinnung.
Christoph Jost, Geschäftsführer von Pro-Holz-BW, sagt: "Die Gemeinschaft hier in Frickingen hat mich am meisten beeindruckt, gerade beim Thema Wärmegewinnung. | Bild: Stef Manzini

Besonders die örtliche Holzbauarchitektur, für welche die 3000-Seelen-Gemeinde bereits Preise gewonnen hat, interessierte die Fachleute bei ihrem Rundgang durch die Gemeinde. Ron Zippelius von Pro-Holz-Baden-Württemberg zeigte sich begeistert über die Akustik in der Graf-Burchard-Halle. "Wir sind sehr gerne nach Frickingen gekommen, einer kleinen Gemeinde, die so tolle Dinge erreicht hat. Das regt doch zum Mitmachen an und man sieht hier, dass klimaeffiziente Bauweise nicht nur eine Geldfrage ist", so Christoph Jost, der Geschäftsführer von Pro-Holz-BW.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit seien sehr wichtig, denn man kämpfe immer noch gegen Vorurteile, dass Holz als Baustoff nicht langlebig sei, so Jost. Robert Deuringer, der Fachmann von der Firma Pfleiderer, einem Herstellern von Holzwerkstoffen mit Stammsitz in Neumark in der Oberpfalz, fügte hinzu: "Das Vorurteil gilt nur, wenn man nicht weiß, wie man mit Holz als Baustoff umzugehen hat." Gerade auch in der Sporthalle vor den Duschen könnte man sehen, das selbst dort ein Holzboden funktioniert. In Frickingen habe man das Feuerwehrhaus aus Holz gebaut, selbst die Feuerwehrleute hätten Vertrauen zu diesem Werkstoff, was wolle man dazu noch mehr sagen, so Jürgen Stukle.

Nach dem Ortsrundgang wurde die Bäckerei Baader besichtigt. Anschließend ging es zur Besichtigung der Holzhackschnitzelanlage in den Keller des Benvenut-Stengele-Hauses nach Altheim. Das dreiköpfige Team von Pro-Holz-BW lauschte den Ausführungen der beiden Gemeinderäte Walter Städele und Gottfried Grundler. Die Experten zeigten sich beeindruckt vom Energieleitbild und der Umsetzung in der Gemeinde. Die Gemeinschaft sei für derartige Konzepte sehr wichtig, betonte Christoph Jost und man sehe in Frickingen, dass die Gemeinde etwas vorlebte und die Bürger diesen Weg begeistert mitgingen. Gerade beim Aspekt Fernwärme sei diese Gemeinschaft geradezu sensationell, "das gibt es woanders nicht", lobte Robert Deuringer. Als besonderen Höhepunkt bezeichnete Sylvie Wiest die "gläserne Bäckerei Baader": "Tolle Bauweise, tolles Konzept und tolle Produkte", sagte die Projektmanagerin.

 

Der Wettbewerb

Die Pro Holz BW GmbH mit Sitz in Ostfildern betreut den 2016 vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Baden- Württemberg ausgelobten Wettbewerb "Holz Pro Klima". Von den rund 1100 Kommunen im Bundesland haben sich 40 an dem Wettbewerb "Holz-Pro-Klima" beteiligt. Der Wettbewerb dient zur Unterstützung, verstärkt Holz als Baustoff einzusetzen, da dies ein nachwachsender Rohstoff ist, der wie in Frickingen teilweise im gemeindeeigenen Wald wächst. Frickingen hatte im Juni dieses Jahres den Landessieg davongetragen. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wurde als Sachleistung von der Firma Pfleiderer, einem börsennotierten Bauelementehersteller, gestiftet. (sma)

 

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