Frickingen Brass-Band begeistert Zuhörer in Frickingen

150 Besucher sind beim Konzert der Brass-Band Oberschwaben-Allgäu in der Graf-Burchard-Halle in Frickingen dabei. Die Stepptanzgruppe "Eventuell" geben einen Gastauftritt.

Einen energiegeladenen Abend konnten 150 Zuhörer in der Graf-Burchard-Halle erleben. Die Brass-Band Oberschwaben-Allgäu (BBOA) hatte zu "Dancing Brass – Hymnen und Tänze der Highlands" eingeladen. Die 30-köpfige Brass-Band hatte als Gast die Stepptanzgruppe "Eventuell" des Tanzensembles Raasch mitgebracht.

Mit viel Humor begrüßte Dirigent Ueli Kipfer das Publikum. "Ich komme aus der Schweiz, aus Bern, dem langsamsten Teil der Schweiz. Die Tempi werden etwas gemäßigt sein", belustigte Kipfer das Publikum nach dem ersten Stück "Masque". "Masken und Gesichter werden sie im Programm mehrere antreffen", gab er den roten Faden im Programm preis.

Gleich nach dem zweiten Stück "Of Distant Memories", einem Werk von Edward Gregson, hatte die Brass-Band die Zuhörer auf ihrer Seite. Der Komponist Gregson wollte mit seinem Werk der Brassmusik Tribut zollen und verwendete viele Zitate aus 100 Jahre alten Originalwerken. Nach vielen Stimmungswechseln kam ein wuchtiges furioses Finale. Ein kräftiger Applaus war der Dank der begeisterten Zuhörer.

Kipfer verriet, dass die Bandmitglieder ihren Euphonium-Solisten Klemens Vettel wegen seines Bartes und seines Solos "Harlequin", "Haar am Kinn" nennen. Der 24-jährige Kressbronner studiert Musik in Luzern und zeigte eine beeindruckende Sololeistung. Es folgte die Stepptanzgruppe "Eventuell" des Tanzensembles Raasch mit ihrer irischen Stepptanzeinlage. Die Mädchen in ihren goldenen Paillettenkleidern und Eisenbeschlägen an den Schuhen begeisterten die Zuschauer mit ihrer Tanzshow "Lord of Dance".

Das Tanzensemble Raasch bot eine stimmungsvolle irische Stepptanzeinlage.
Das Tanzensemble Raasch bot eine stimmungsvolle irische Stepptanzeinlage. | Bild: Mardiros Tavit
Das Tanzensemble Raasch bot eine stimmungsvolle irische Stepptanzeinlage.
Das Tanzensemble Raasch bot eine stimmungsvolle irische Stepptanzeinlage. | Bild: Mardiros Tavit

Im zweiten Teil des Konzertabends nahm das Orchester sein Publikum mit auf die Reise durch die Highlands. "Hymn of the Highlands" ist eine von Philip Sparke komponierte Suite. In der Auftragskomposition sollte Sparke ein zusammenhängendes Werk schreiben, in dem viele Solisten Einsätze haben. In der Hymne auf die rauen und majestätischen Landschaften des schottischen Hochlands ist ihm das gelungen. Die BBOA vermochte die musikalischen Bilder und Stimmungen der Hymne mit feinen weichen Tönen und sattem Klang umzusetzen.

Die Mehrzweckhalle wurde dabei mit wohlklingenden Tönen ausgefüllt. Doch einigen Solisten, die so perfekt im Orchester spielten, überkam sichtlich die Nervosität. So fanden noch einige Fehltöne ihren Weg ans Ohr der Zuhörer. Aber mit dem letzten Satz war alles vergessen. Dem furiosen triumphierenden Finale folgte ein kräftiger langer Schlussapplaus. Erst nach zwei Zugaben ließ das Publikum das Orchester von der Bühne in Frickingen. Beim Riverdance-Medley zeigten nochmal die Stepptänzerinnen ihr Können. Nach dem ersten bereits gelungenen Einsatz tanzten sie bei der Zugabe ungezwungener und freier.

Stimmungsvoll wurde es in der Graf-Burchard-Halle nochmal als fast alle Konzertbesucher den Ort verlassen hatten. Ein Quintett begleitete die Aufräumarbeiten mit einem spontanen Kammerkonzert. Da hielten auch die fleißigen Helfer noch einmal kurz inne, um den endgültigen Schlussakkorden zu lauschen.

 

Brass-Band

Brass bedeutet im Englischen "Messing", der Stoff aus dem Metallblasinstrumente gemacht werden, oder "Blech". Aber eine Brass-Band ist nicht eine einfache Blechbläserkapelle. Es ist besser mit "sinfonisches Blechblasorchester" zu übersetzen.

Auch die Brass-Band Oberschwaben-Allgäu (BBOA) tritt in der traditionellen Instrumentenbesetzung der Brass-Bands auf, 27 Blechbläser und drei Schlagzeuger. Typisch ist dabei, dass keine Trompeten spielen, sondern Cornets. Euphonium und Althörner sind ebenfalls traditionelle Instrumente der Brass-Bands.

Entstanden sind die Bands in den nordenglischen Kohlerevieren ab den 1830er Jahren. In ihrer Freizeit kamen die Kumpel in Musikgruppen zusammen. In der Annahme, dass das Spielen eines Blasinstruments der Staublunge vorbeugt, wurden diese Kapellen von den Minenbesitzern gefördert. Bald ließen sie ihre Bands gegeneinander antreten. Daraus entwickelten sich nationale und in jüngster Zeit auch Europameisterschaften.

Die 1992 gegründete BBOA gewann 1995 den europäischen Nachwuchswettbewerb. Es folgten mehrere Deutsche Vizemeistertitel. Zuletzt konnte die BBOA den Brass-Band-Wettbewerb des Deutschen Musikfestes 2013 gewinnen. In Deutschland gibt es etwa 50 Brass-Bands.

 

 

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