Frickingen Birgit Bergmüller öffnet als Kulturkoordinatorin viele Türen

Birgit Bergmüller betreut in der Gemeinde Frickingen das Kultur- und Tourismusressort. Seit zweieinhalb Jahren wächst ihr Aufgabengebiet stetig an.

Die Türe zu ihrem Büro im Frickinger Rathaus steht so gut wie immer offen. Offen ist auch das Lächeln, mit dem Birgit Bergmüller als Koordinatorin für Kultur und Tourismus ihren Besuchern entgegentritt. Dieser Offenheit, gepaart mit ihrem Wissen als studierte Betriebswirtin der Marketingbranche, ist sicher das große Netzwerk geschuldet, das sie in nur zweieinhalb Jahren aufgebaut hat. "Mittlerweile kenne ich so viele Menschen, mehr als zuhause." Seit Oktober 2015 füllt Bergmüller die neu geschaffene Position mit einem Stellenumfang von 75 Prozent und großer Begeisterung aus. "Hier kann ich meine Neigung zum Beruf machen", sagt Bergmüller. Veranstaltungen zu organisieren, war schon immer ein Steckenpferd von ihr. Beispielsweise hat sie privat schon mehrfach in Überlingen Profivorträge für den Deutschen Alpenverein organisiert.

In Frickingen koordiniert die Marketingfachfrau Kultur und Tourismus für die Gemeinde und darüber hinaus. Was sie an der Tätigkeit besonders reizt, ist "das kreative Arbeiten; zu überlegen, was könnte den Bürgern gefallen". Auch die Zusammenarbeit mit Künstlern und Agenturen findet die 53-Jährige spannend. Hinzu kommt für sie "der Nervenkitzel, ob alles funktioniert und die Veranstaltung gut besucht wird".

Inspiration aus vielerlei Richtung

Als Kulturinteressierte setzt sie nicht nur auf eigene Kreationen, sondern lässt sich gerne vom Veranstaltungsprogramm anderer Städte und Orte inspirieren. So schwebt ihr in Anlehnung an die Multivisionsshow "Pfullendorfer Stadtgeschichten" vor, Frickingen einmal aus vielen verschiedenen Blickwinkeln zu präsentieren.

Sehr am Herzen liegt ihr auch die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlich Tätigen, wie den Museumsführern, deren Kreis sie sukzessive erweitern möchte. Wenn notwendig, führt die Kulturamtsleiterin auch selbst einmal eine Gruppe Interessierter durch die Museumsräume, manchmal sogar außerhalb der Öffnungszeiten. Durch ihr Bürofenster hat sie die Eingangstüre des Bodenseeobstmuseums fest im Blick. Das örtliche Museentrio aktuell und durch neue Ausstellungsformate attraktiv zu halten, gehört ebenfalls zu ihrem Ressort. Aktuell plant sie eine Ausstellung anlässlich des 15-jährigen Bestehens des Tüftlermuseums parallel zum diesjährigen Herbstmarkt. Im vergangenen Jahr konzipierte sie die sehr gut besuchte Sonderausstellung zum Thema Bienen mit entsprechendem Rahmenprogramm inklusive der preisgekrönten Dokumentation "Bitterer Honig" des Schweizer Filmemachers Markus Imhoof.

Im Jahr 2016 war es die Schau zum Thema Müll mit dem Unrat fressenden Drachen "Onil". Auch die ortsansässigen Bildungseinrichtungen waren eingebunden. Mehr als 1000 Antwortkarten zufriedener Ausstellungsgäste konnte sie anschließend auswerten. "Das direkte Feedback" schätzt Bergmüller dabei ebenso wie "das Miteinander mit unglaublich engagierten und verlässlichen Menschen", was die Kulturarbeit in Frickingen so besonders mache. Anfänglich sei sie überrascht gewesen über die Menge an bereits vorhandenen Aktivitäten in der Gemeinde. "Meine Aufgabe ist es, die Vielfalt zu bündeln", sagt Bergmüller.

Zusammenarbeit mit Beirat Kultur

Das kulturelle Programmangebot weiter zu führen und auszubauen, hat sich die Kulturamtsleiterin auf die Fahnen geschrieben. Mit dem im Dezember 2016 gegründeten Beirat Kultur hat sie sich einen engagierten Kreis Ehrenamtlicher ins Boot geholt. Das gemeinsam entwickelte Kulturprogramm kann sich mit mindestens zwei Höhepunkten pro Monat und einer Bandbreite von Konzerten über Expositionen und Lesungen sehen lassen. "Unser Programm Kultur mit Biss soll sich positiv in den Köpfen verankern." Dass die Veranstaltungen 2017 mit einem Budget von rund 37 000 Euro "nahezu kostendeckend" angeboten werden konnten, bezeichnet die Betriebswirtin als ein "sehr schönes Ergebnis". Nur eine Konzertveranstaltung ist demnach auf Grund von Flügel-Transport- und Mietkosten leicht defizitär ausgefallen. Für das laufende Jahr ist ein ähnlicher Kostenrahmen geplant.

Zunächst schwerpunktmäßig für die drei Museen vor Ort zuständig, ist Bergmüllers Aufgabenbereich stetig gewachsen. Weil sich bislang engagierte Vereine auflösten, führt die 53-Jährige auch die Aufgaben der Fördervereine Salemertal Konzerte, Gerbermuseum Lohmühle und des Kulturkreises Oberes Aachtal fort. Beispielsweise bewirbt sie die über Frickingen hinaus bekannten drei Salemertal Konzerte pro Jahr, verwaltet Abonnements, verkauft Karten oder unterstützt den Herbstmarktausschuss in Werbung und Marketing. Ferner kooperiert sie mit dem Bodensee-Linzgau Tourismus und der DBT (Deutsche Bodensee Tourismus GmbH) sowie mit den örtlichen Vermietern. Das Gästemagazin erstellt sie ebenso wie Broschüren. Dabei hält Bergmüller die Türen für Gäste immer offen.

Zur Person

Birgit Bergmüller ist 53 Jahre alt und lebt seit 28 Jahren am Bodensee. Sie ging in Backnang zur Schule und machte dort Abitur. Nach einer kaufmännischen Ausbildung studierte sie an der Fachhochschule Kempten Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing. In den Bereichen Marketing, Projektsteuerung und Controlling war sie unter anderem tätig bei der MTU Friedrichshafen GmbH und in der Meersburger Werbeagentur Schindler und Parent. Vor zweieinhalb Jahren startete sie in der neu geschaffenen Position als Koordinatorin für Kultur und Tourismus in Frickingen. Sie spricht drei Sprachen. Derzeit lebt sie mit ihrem Ehemann und ihrer 14-jährigen Tochter in Herdwangen-Schönach.

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