Eriskirch Vereidigung von Arman Aigner: Der neue Bürgermeister verspricht frischen Wind

Arman Aigner ist am Donnerstagabend als Bürgermeister von Eriskirch vereidigt worden. 200 Besuchern waren bei der Feier in die Wilhelm-Schussen-Halle dabei, darunter viele Bürgermeister aus der Region sowie der Landrat.

Auf der Bühne der Wilhelm-Schussen-Halle, hinter der Musikkapelle, reckt der örtliche Kirchturm seine Spitze in das Schäfchengewölk eines strahlend blauen Himmels – Kulissenmalerei, die deutlich macht, dass Eriskirch dort ist, wo der Bodensee noch richtig ländlich ist. Und der Schultes die Dorfbewohner kennen sollte. Arman Aigner steht mit Ehefrau Susanne am Eingang und begrüßt jeden Bürger mit Handschlag und einem aufmerksamen Lächeln. Drinnen in der Halle wird der Musikverein gleich "Unter dem Iriswappen", die heimliche Hymne der Gemeinde, spielen und Bernhard Vesenmayer, CDU-Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister, eine Gemeinderatssitzung mit nur einem Tagesordnungspunkt eröffnen: der Vereidigung des neuen Rathauschefs. Etwa 200 Eriskircher sind zu der Zeremonie gekommen. "Sehen Sie uns nach", bittet Vesenmayer sie scherzhaft, "dass die Sitzung heute nicht mit einer Bürgerfragestunde beginnt", bevor er die politische Prominenz, die Geistlichen, die Vertreter der Vereine und die zahlreichen Bürgermeister begrüßt, die an diesem Abend ihrem neuen Kollegen die Ehre erweisen. Für den Gemeinderat verspricht er Arman Aigner: "Wir strecken Ihnen die Hand aus zu einer fairen Zusammenarbeit."

Landrat Lothar Wölfle gratulierte noch einmal zum "tollen Wahlerfolg" – der parteilose Aigner war bei zwei Gegenkandidaten gleich im ersten Wahlgang mit 51,7 Prozent der Stimmen gewählt worden – und verriet, was er aus seiner eigenen Zeit als Rathauschef vermisst: den direkten Bezug zu den Bürgern, wozu auch gehöre, für manche Beschlüsse "den Kopf gewaschen zu bekommen". Die Gemeinde Eriskirch sieht Wölfle in schönstem Konsens mit der Kreisverwaltung – "wenn man das Thema Landschaftsschutzgebiet Tettnanger Wald mal ausklammert". In diesem Sinn wünsche er sich "ein gutes Miteinander in der kommunalen Familie" und gab Aigner mit auf den Weg, dass ein Bürgermeister es nicht immer allen recht machen könne.

In der Wilhelm-Schussen-Halle applaudiert das Publikum.
In der Wilhelm-Schussen-Halle applaudiert das Publikum. | Bild: Barbara Fülle

"Du trittst in große Fußstapfen", meinte der Neukircher Bürgermeister Reinhold Schnell im Hinblick auf Aigners Amtsvorgänger Markus Spieth, der die Geschicke der Gemeinde 24 Jahre lang gelenkt hatte. Er bot Aigner, der bislang bei der Wasserschutzpolizei tätig war, den "fachlichen Erfahrungsaustausch im Kollegenkreis" an. Doch für einen harmonischen Amtsübergang hatte bereits Spieth gesorgt. Er hatte "den Neuen" schon unmittelbar nach der Wahl in die Amtsgeschäfte eingebunden. "Für diese Offenheit bin ich sehr dankbar", sagte Aigner in seiner Ansprache. Als wichtigste Ziele "für unser schönes Eriskirch" nannte er den Festhallenausbau, die Kinderbetreuung und den Nahverkehr zu optimieren und mehr Angebote für Jung und Alt zu schaffen. "Es wird nicht alles von rechts auf links gedreht", versprach er, aber: "Ich bringe frischen Wind mit vom Bodensee – ohne Sturmwarnung".

Sieg im ersten Wahlgang

Bereits im ersten Anlauf hatte Arman Aigner am Sonntag, 9. April, die Bürgermeisterwahl in Eriskirch für sich entschieden. 59,3 Prozent der wahlberechtigten Eriskircher machten ihr Kreuz, 51,7 Prozent gaben ihre Stimme dem einstigen Leiter der Wasserschutzpolizeistation Langenargen. Der 45-Jährige wurde damit Nachfolger von Markus Spieth, der sich nicht mehr zur Wahl gestellt hatte. Kandidat Thilo Reiss erhielt bei dem Urnengang im April 28,2 Prozent der Stimmen, Mirko Meinel 19,9. Aigner hatte als Erster seine Bewerbung um das Amt des Bürgermeisters in den Briefkasten des Eriskircher Rathauses geworfen. Der 45-Jährige lebt mit seiner Frau Susanne und seinen drei Kindern im Eriskircher Ortsteil Schlatt. Sein Vorgänger Markus Spieth war 24 Jahre lang Bürgermeister der Seegemeinde gewesen. (dim)

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