Eriskirch Neue Beobachtungsplattform im Eriskircher Ried

Einen freien Blick auf den Bodensee und seine tierischen Bewohner Besucher im Eriskircher Ried genießen. Eine neue Beobachtungsplattform wurde am Donnerstag eingeweiht. Sie ist so konstruiert, dass auch Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen die Plattform bequem erreichen können.

Eriskirch – "Hier ist eines der schönsten Fleckchen unserer baden-württembergischen Heimat." Diese Worte hat Staatssekretär Andre Baumann vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg bei der gestrigen offiziellen Einweihung der neuen Beobachtungsplattform am Alten Strandbad im Eriskircher Ried gewählt. Worte, die auch den zahlreichen Festgästen sicher gut im Ohr geklungen haben.

Als Vorsitzender der Stiftung Naturschutzzentrum Eriskirch ging Landrat Lothar Wölfle auf die Bedeutung des Rieds ein, das seit 1939 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Die unmittelbare Umgebung spiele sowohl in touristischer Sicht als Naherholungszentrum, als auch für den intensiv betriebenen Obstbau eine wichtige Rolle. Es sei aber gelungen, diesen scheinbaren Widerspruch und die damit zusammenhängenden Konfliktpotenziale mit allen Beteiligten offen und ehrlich zu klären und zu einem guten Miteinander von Naturliebhabern und Landwirten zu kommen, erklärte Wölfle.

Staatssekretär Andre Baumann betonte: "Das Eriskircher Ried gehört zu den wichtigsten Naturschutzgebieten am nördlichen Bodensee." Es sei eine große Herausforderung und Aufgabe, solche Flächen zu erhalten und für nachfolgende Generationen zu sichern. Gewürdigt wurde auch die Arbeit des Naturschutzzentrums Eriskirch, das zu den sechs staatlich geförderten Zentren in Baden-Württemberg gehört. Ihm sei es gelungen, nicht nur Wissen weiterzugeben, sondern auch die emotionale Ebene anzusprechen und damit die Herzen der Menschen zu erreichen, sagte Baumann. Und weiter: "Sie haben etwas ganz Besonderes hier", mit Blick auf den noch amtierenden Bürgermeister Markus Spieth und seinen Nachfolger Arman Aigner. Dem mochte Spieth natürlich nicht widersprechen. Er sagte: "Die Beobachtungsplattform ist genau an der richtigen Stelle, um den Menschen die Natur nahezubringen."

Gerhard Kersting, Geschäftsführer der Stiftung Naturschutzzentrum, blieb es vorbehalten, den Blick auf die zu beobachtenden zahlreichen Vogelarten zu lenken. Auch für ihn war es ein großer Tag, war doch der aus dem Jahr 1994 stammende alte Holzsteg das große Projekt, das er als neuer Stiftungsgeschäftsführer initiierte.

Umfangreiche Bodengutachten, Luftbildgutachten, auch eine aufwendige Statik waren für die Baumaßnahme erforderlich. Insgesamt wurden in die neue Beobachtungsplattform 210 000 Euro investiert. 90 Prozent werden vom Land und aus EU-Fördergeldern getragen, die restlichen zehn Prozent vom Landkreis und der Gemeinde Eriskirch übernommen.

Die neue Beobachtungsplattform ist zehn Meter weiter nach vorn gerückt, auch einen halben Meter höher und aufgrund der nicht zu steilen Rampe auch bequem mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu erreichen. Die Festredner waren sich einig, dass dies zweifellos ein Eingriff in die Natur sei – aber ein kanalisierter Eingriff und damit ein Gewinn für Natur und Menschen. "Wir wollen die Leute in die Schutzgebiete einladen – aber auf geordnetem Weg", hatte Staatssekretär Andre Baumann betont.

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