Eriskirch Nasskiesabbau im Tettnanger Wald: Planfeststellung vor Sommerpause geplant

Egon Wetzel, Leiter des Sachgebiets Altlasten, Bodenschutz und Grundwasser und seit 1992 für den Kiesabbau beim Landratsamt Bodenseekreis zuständig, erläuterte am Mittwochabend beim öffentlichen Stammtisch der Freien Wähler mit dem künftigen Bürgermeister Arman Aigner als Gast die Entscheidungen und Planungen im Tettnanger Wald.

Noch vor der Sommerpause soll in dem Gebiet die wasserrechtliche Planfeststellung wegen des geplanten Nasskiesabbaus der Antragsgemeinschaft der Firmen Bodensee Moränekies (Tettnang), Kieswerk Brielmaier (Tettnang) sowie Meichle & Mohr (Immenstaad) erfolgen, sagte Wetzel. Die Gemeinderäte von Tettnang, Langenargen und Eriskirch haben sich in der Anhörung ablehnend geäußert.

Im Tettnanger Wald wird seit 1971 intensiv für den Trockenkiesabbau genutzt, erläuterte Wetzel. 1971 bis 1978 waren dafür 120 Hektar vorgesehen, später kamen weitere 48 Hektar hinzu. Abgebaut wird immer nur in Teilbereichen, gegenwärtigen im nörd-östlichen Bereich des zentral im Wald liegenden Gebietes. Im Trockenkiesbau werde die Oberfläche bis auf zwei Meter über dem Grundwasserspiegel abgetragen, im geplanten Nasskiesabbau bis zu 23 Meter unter den Grundwasserspiegel, erläuterte Wetzel. Seit 2006 sei die Kiesfördermenge im Tettnanger Wald auf 375 000 Kubikmeter beschränkt, die ausschließlich für den östlichen Bodenseekreis bestimmt sind. Die aktuelle Abbaugenehmigung laufe noch fünf Jahre, so Wetzel, anschließend kämen weitere neun bis elf Jahre hinzu.

Der Tettnanger Wald ist planerisch überlagert vom Wasserschutzgebiet Argendelta. Im südlichen Teil liegen zwei wichtige Trinkwasserquellen: Bierkeller, genutzt von Langenargen und dem Zweckverband Wasserversorgung Unteres Schussental (ZWUS) mit Eriskirch, Meckenbeuren und Tettnang, und Obere Wiesen, genutzt vom ZWUS. Laut Wetzel besteht keine Gefahr, dass es durch den im Nasskiesabbau im Wald entstehenden, bis zu 23 Hektar große Baggersee zu Verunreinigungen der Brunnen kommen könnte, da es keine direkte Verbindung gebe.

Ein Nein gab es von Egon Wetzel auf die Fragen, ob der Baggersee für Freizeitaktivitäten oder Angelsport genutzt werden kann. Das verbiete die gerade in Kraft getretene Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet Tettnanger Wald. Der Experte relativierte Befürchtungen über eine Kiestransportstraße parallel der B 31 mit Anschluss an die Auffahrt Eriskirch-Ost. Diese sei nur nötig, wenn die B 31 zwischen Eriskirch-Ost und Oberdorf dreispurig ausgebaut würde, weil die Kieslaster dann nicht mehr von der alten K 7775, heute Privatstraße, auf die B 31 auffahren dürften. Das beträfe 80 Prozent der rund 400 Fahrten werktags.

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