Bodenseekreis Morbus Sudeck: Wenn der Schmerz zur Dauerbelastung wird

Die Selbsthilfegruppe Morbus Sudeck wünscht sich ein Expertenteam aus Ärzten und Therapeuten in der Region. Monatlich finden Treffen von Betroffenen in Eriskirch statt.

Jeden zweiten Dienstag im Monat treffen sich in Eriskirch Menschen, die an starken und länger anhaltenden Schmerzen, zumeist an Händen oder Füßen leiden, was häufig mit einer Bewegungs- und Funktionseinschränkung einhergeht. Die Ursache ist zumeist unbekannt. Die Diagnose lautet Morbus Sudeck, auch Komplexes Regionales Schmerzsyndrom (Complex Regional Pain Syndrome, CRPS) genannt. Die Bezeichnung geht auf den deutschen Chirurgen Paul Sudeck zurück, der Anfang des 20. Jahrhunderts das Krankheitsbild als Erster beschrieb.

Bei den monatlichen Treffen geht es vor allem um den Erfahrungsaustausch. Bis zur Diagnosestellung sei es meist ein langer, beschwerlicher Weg gewesen, berichten die Teilnehmer. Ärzte hätten ihnen oft nicht helfen können. Oft würden die Schmerzen Betroffene im Alltag sehr einschränken. Meist trete der Schmerz in der Heilungsphase nach einer Arm- oder Beinverletzung zum ersten Mal auf. Er wird als "kochend heiß" oder auch "stechend wie eine Messerattacke" beschrieben und setze plötzlich ein. Dabei komme es zum akuten Kontrollverlust der betroffenen Gliedmaßen. Morbus-Sudeck-Patienten stolpern und stürzen oft. Der Verlust der Arbeitsstelle, die Probleme innerhalb der Partnerschaft sowie die soziale Isolation mache den Betroffenen zu schaffen.

Brigitte Brinkmann leidet seit vier Jahren an Morbus Sudeck. "Nach vielen enttäuschenden Arztbesuchen und der Angst vor Nebenwirkungen durch die ständige Schmerzmitteleinnahme bekomme ich im Moment meine Schmerzen mit Selbsthypnose einigermaßen in den Griff", sagt sie. "Aber das erfordert eine ständige Kontrolle, um nicht aufzufallen oder sich weitere Verletzungen zuzufügen." Die Leiterin der Selbsthilfegruppe, Brigitte Chroboczek, wünscht sich im Bodenseekreis ein Expertenteam aus Ärzten, Schmerz-, Physio-, Ergo-, und Psychotherapeuten sowie Speziallisten alternativer Heilmethoden. Dieses Team sollte Erfahrungen in der Behandlung sowie im Umgang mit der Erkrankung Morbus Sudeck aufweisen. "Norddeutschland hat da ein viel besseres Netzwerk aufzuweisen", sagt Chroboczek. "Der unsichtbare Schmerz" mit seinen Symptomen sei so individuell wie die Behandlung.

Kontakt

Die Selbsthilfegruppe Morbus Sudeck trifft sich jeweils am zweiten Dienstag im Monats von 15 bis etwa 17 Uhr im Nebenzimmer der Irisstuben in Eriskirch, Mariabrunnstr. 18. Betroffene, Angehörige und Fachleute sind willkommen. Kontakt: Brigitte Chroboczek (Leiterin), Telefon 0 75 42/9 79 33 09, E-Mail:Brigitte.chroboczek@gmx.de

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