Eriskirch Bürgermeister Markus Spieth beendet seine Amtszeit

Die Amtszeit von Bürgermeister Markus Spieth endet am 30. Juni. Ein Blick auf die wichtigsten Projekte seiner 24-jährigen Amtszeit.

Der 30. Juni ist sein letzter Arbeitstag im Eriskircher Rathaus und die meisten Akten auf seinem Schreibtisch sind bereits abgearbeitet. Am kommenden Dienstag wird Markus Spieth nach 24 Jahren in der Wilhelm-Schussen-Halle offiziell als Bürgermeister von Eriskirch verabschiedet. Grund genug, nochmal einen Blick auf die wichtigsten Projekte seiner Amtszeit zu werfen.

Die Älteren können sich noch gut an die vielen Staus, den Verkehrslärm und die Abgase erinnern, unter denen Eriskirch früher zu leiden hatte. Heute ist es kaum mehr vorstellbar, dass die B 31 einst ab dem Einkaufszentrum bis zur inzwischen gebauten Sporthalle mitten durch den Ort verlief. "Die Bundesstraße hat den Ort geteilt und es kam immer wieder zu schweren Unfällen", ruft Markus Spieth ins Gedächtnis.

Nach vier Jahren im Amt konnte er 1997 den Baubeginn für die knapp zwei Kilometer lange Ortsumfahrung mit vier Brücken und einem Tunnel auf seinem Konto verbuchen. Ab 2003 rollten Autos und Lastwagen an Eriskirch vorbei. "Die Planungen für das Projekt liefen natürlich schon lange vorher, aber die Gemeinde wurde immer wieder vertröstet." Noch heute könne er sich gut daran erinnern, wie er sich mit dem damaligen Baden-Württembergischen Verkehrsminister wegen der Ortsumfahrung angelegt habe. "Ich habe für diese Straße regelrecht gekämpft und auch Prügel eingesteckt."

Zusammen mit dem Spatenstich für die Ortsumfahrung habe die Gemeinde Eriskirch an einem Entwicklungskonzept für die frei werdenden Flächen gearbeitet. "Die neue Ortsmitte hat die nächsten 20 Jahre meiner Amtszeit entscheidend geprägt", so Spieth. Als erstes Gebäude wurden 2007 die Lebensräume für Jung und Alt eingeweiht. Es folgten Läden und Bäckerei, das Pflegeheim St. Iris sowie die neue Sporthalle im Jahr 2010. Aktuell entstehen sechs große Mehrfamilienhäuser hinter Sporthalle und Pflegeheim. Abschluss des Projekts "Neue Ortsmitte" sei der Bau einer inklusiven Wohnanlage bei der evangelischen Kirche.

"Bei allen Entwicklungen hatten wir immer das Ziel im Hinterkopf, dass die Ortsteile Eriskirch und Mariabrunn besser zusammenwachsen", erläutert Spieth das vernetzte Denken über Straßenräume hinweg. Nun sei eine Mitte der Begegnung entstanden, die Wohnen in jedem Lebensalter, Schule, Einkaufen, Kultur und Sport umfasse. Als Beispiel nennt der Noch-Schultes das Schulkind, das von der Irisschule auf dem Nachhauseweg ins neue Wohngebiet am Pflegeheim vorbeigeht und seiner Oma zuwinkt.

Zu den Finanzen – Eriskirch ist seit Jahrzehnten schuldenfrei – meint Spieth: "Wir haben immer nur dann investiert, wenn wir es uns leisten konnten. Außerdem hatten wir bei allen Investitionen immer auch die Folgekosten im Blick."

Die 750-Jahr-Feier der Gemeinde Eriskirch im Jahr 2007 stellt für Markus Spieth einen weiteren wichtigen Meilenstein in seiner Amtszeit dar. Bei diesem großen Fest wurde jede helfende Hand gebraucht. "Es blieb bis heute in den Köpfen der Bürger, dass sich gemeinsam mehr erreichen lässt", sagt Spieth. So bedienen die Feuerwehrleute selbstverständlich den Grill, wenn der Musikverein sein Fest ausrichtet und umgekehrt helfen die Musiker, wenn die Feuerwehr demnächst ihr 125-jähriges Bestehen feiert.

"Bereits jetzt sind Bürger auf uns zugekommen, die beim Brückenfest zur Einweihung der sanierten Holzbrücke mithelfen wollen", schildert er ein weiteres Beispiel für die harmonische und lebendige Dorfgemeinschaft. Zur 750-Jahr-Feier wurde die Bürgerstiftung Eriskirch gegründet, Eine unabhängige Stiftung, die allen Bürgern die Möglichkeit bietet, sich ins Gemeindeleben einzubringen.

Zu sehen, wie sich Eriskirch in den 24 Jahren seiner Amtszeit entwickelt habe, mache ihm Freude. "Ja, ich bin auch ein wenig stolz darauf", so der scheidende Bürgermeister. Es sei ihm immer um das Leben in der Gemeinde mit ihren Menschen gegangen. "Alles andere wie Kindergartenplätze, Schulsanierung oder Feuerwehrhaus ergab sich daraus." Fehlen werden ihm künftig seine langjährigen Mitarbeiter. "Wir haben viel Zeit miteinander verbracht und sie waren meine zweite Familie." Ganz bewusst will Spieth seinem Nachfolger Arman Aigner keine Ratschläge geben. "Jeder muss in diesem Amt seinen eigenen Weg mit seinen eigenen Schwerpunkten gehen." Er wünsche ihm jedoch ebenso gute Jahre wie er sie in Eriskirch erlebt habe.

Zur Person

Markus Spieth ist 54 Jahre alt, verheiratet und hat einen Sohn. Aufgewachsen ist der Diplom-Verwaltungswirt in Friedrichshafen. Nach dem Studium war er von 1987 bis 1990 Sachgebietsleiter des Rechtsamts der Stadt Friedrichshafen. Vor seiner Wahl zum Bürgermeister leitete er von 1990 bis 1993 das Hauptamt der Gemeinde Eriskirch. Seit 1993 war er außerdem Vorsitzender des Abwasserverbands Unteres Schussental sowie im Zweckverband Wasserversorgung Unteres Schussental. Seit 1999 ist er für die Eriskircher Liste Mitglied des Kreistags. Seit 2007 ist Spieth im Vorstand der Bürgerstiftung Eriskirch, seit Juli 2008 Vorsitzender des Gemeindeverwaltungsverbands Eriskirch-Kressbronn-Langenargen und seit 2008 Aufsichtsrat im Regionalwerk Bodensee.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Zum Valentinstag ❤ Geschenke mit Herz ❤
Neu aus diesem Ressort
Eriskirch
Eriskirch
Eriskirch
Eriskirch
Eriskirch
Eriskirch
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren