Eriskirch Arman Aigner: "Langeweile ist ausgeschlossen"

Arman Aigner ist seit 1. Juli Bürgermeister von Eriskirch. Im Sommerinterview berichtet er von seinen ersten Wochen im Rathaus, von anstehenden Projekten, Herausforderungen und Urlaubsplänen.

Herr Aigner, wie fühlen Sie sich gut vier Wochen nach Ihrer Amtseinführung?

Sehr gut. Ich wurde hier im Rathaus sehr herzlich und warm empfangen. Jeder Mitarbeiter hat mich persönlich begrüßt. Mein erster Arbeitstag fiel auf das Brückenfest zur Einweihung der sanierten Holzbrücke und das zehnjährige Bestehen der Bürgerstiftung. Da hatte ich schon meine erste Rede zu halten, gefolgt vom Jubiläum der Feuerwehr am nächsten Wochenende. Ich habe sehr viel zu tun, um mich in alle Bereiche einzuarbeiten.

Welche Projekte stehen für Sie in Eriskirch an erster Stelle?

Mein Wahlprogramm steht ganz bewusst noch auf meiner Homepage. Die meisten Punkte will ich nach und nach angehen. Als vorrangig wichtiger Punkt für die Zukunft fällt mir der Breitbandausbau ein mit dem Ziel, jeden Haushalt und Betrieb mit Glasfaser anzubinden. Ein weiterer Punkt, der schneller angegangen werden kann, ist die Straßenbeleuchtung. Aktuell werden die Lampen um 1 Uhr nachts ausgeschaltet. Da sich viele Bürger aus Sicherheitsgründen eine durchgängige Beleuchtung wünschen, wäre die Umstellung auf wirtschaftlichere LED-Lampen sinnvoll. Am Herzen liegt mir, möglichst viele Bürger zu erreichen. Ein Weg wäre die kostenlose Verteilung des wöchentlichen Mitteilungsblattes. Das muss nicht unbedingt in Papierform sein. Möglich wäre auch eine Online-Version oder eine App fürs Handy. Aber das muss alles mit den Fraktionen des Gemeinderates besprochen werden. Wirtschaftlich und als Arbeitsprojekt wird uns die Sanierung der Festhalle im Rathaus beschäftigen. Im Moment prüfen wir, welche Fördergelder möglich sind.

Worin sehen Sie persönlich die größten Herausforderungen im Amt?

Das Zeitmanagement ist im Moment eine Herausforderung für mich, außerdem alle Aufgaben so zu strukturieren, dass man schrittweise vorankommt. Dabei gilt es die großen von den kleinen Brötchen zu trennen und den jeweiligen Nutzen für die Gemeinde beziehungsweise die Bürger zu prüfen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?

Ich fange um 8 Uhr an, gehe die Tageszeitungen durch, checke E-Mails und prüfe die Dienstpost. Dann stehen Termine an. Vieles ist ähnlich wie bei meinem vorherigen Arbeitsplatz bei der Wasserschutzpolizei. Als Bürgermeister nehme ich mir immer wieder Zeit, um mir konkret Gedanken über die anstehenden Projekte zu machen und mich mit den Amtsleitern zusammenzusetzen. Langeweile ist als Bürgermeister mit Sicherheit ausgeschlossen.

Wie verliefen ihre ersten Begegnungen mit den Bürgern?

Mich macht glücklich, dass mir manche gesagt haben, dass sie mich zwar nicht gewählt hätten, jetzt aber trotzdem zufrieden seien. Ich möchte Bürgermeister aller Bürger sein, denn nur daraus entsteht Gemeinschaft und Interesse füreinander. Hier in Eriskirch ist das Gemeinschaftsgefühl schon sehr ausgeprägt, deshalb habe ich auch gerade hier so gerne dieses Amt übernommen.

Was ist ihr Eindruck vom Gemeinderat?

Bei den ersten Sitzungen hatte ich den Eindruck, dass die Chemie ganz gut passt. Mir liegt sehr viel an einem guten Verhältnis und mein Ziel ist, die Räte möglichst frühzeitig zu informieren. Transparenz und Offenheit sind mir sehr wichtig. Demnächst steht eine Klausurtagung an, bei der wir Themen aufbereiten beziehungsweise gewichten werden und uns Gedanken über die Zukunft der Gemeinde machen. Gegenseitige Wertschätzung ist die Grundvoraussetzung. Dazu habe ich den Eindruck, dass jeder einzelne der Räte ein netter Mensch ist.

Planen Sie in diesem Sommer einen Urlaub?

Im Moment freue ich mich noch jeden Tag, wenn ich ins Rathaus komme und ich möchte gar nicht weg. Ich halte es auch nicht für sinnvoll, wenn man irgendwo neu beginnt. Eine Woche werde ich mit meiner Familie wegfahren, aber ansonsten werde ich das neue Eriskircher Strandbad genießen. Seit der Uferrenaturierung ist es eines der schönsten Bäder am See.

Fragen: Claudia Wörner

Zur Person

Am 9. April 2017 wurde Arman Aigner mit 51,7 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang zum Bürgermeister von Eriskirch gewählt. Sein Dienstantritt war am 1. Juli. Zuvor war der 1971 in Istanbul als Sohn armenischer Auswanderer Geborene bei der Wasserschutzpolizei Friedrichshafen tätig und leitete den Wasserschutzpolizeiposten Langenargen. Arman Aigner ist verheiratet und hat drei Kinder zwischen zwei und acht Jahren. Seit 2009 lebt er mit seiner Familie in Eriskirch-Schlatt. In seiner Freizeit spielt er die Bassklarinette und treibt gerne Sport. (rac)

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