Deggenhausertal Viel Lob für Feuerwehrleute im Deggenhausertal

Über ein ereignisreiches Jahr 2017 berichtete der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Deggenhausertal, Karl-Heinz Bentele, bei der Hauptversammlung im Saal des Feuerwehrgerätehauses in Wittenhofen.

„Wir haben bei den Einsätzen das volle Spektrum der Feuerwehrarbeit abgedeckt und es gab eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent“, sagte der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Deggenhausertal, Karl-Heinz Bentele, bei der Hauptversammlung. Er betonte auch, dass alle Kameraden wohlbehalten von den Einsätzen zurückgekommen seien. Der bedeutendste Einsatz war im Mai ein Großbrand im Mühlenweg in Deggenhausen, bei dem ein Ökonomiegebäude bereits lichterloh brannte, als die Feuerwehr eintraf. Das Hauptaugenmerk der Wehr lag deshalb darauf, das Nachbargebäude, das von einer Familie bewohnt wurde, abzuschirmen. Es waren 54 Kameraden im Einsatz und das Nachbargebäude konnte gerettet werden. Ein glücklicher Umstand war, dass Wasser aus der nahe gelegenen Aach gepumpt werden konnte – bis zu 4000 Liter pro Minute.

Bürgermeister Fabian Meschenmoser (links) heftet Andreas Karrer das Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst ans Revers; im Hintergrund Kommandant Karl-Heinz Bentele. Bild: Wolf-dieter Guip
Bürgermeister Fabian Meschenmoser (links) heftet Andreas Karrer das Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst ans Revers; im Hintergrund Kommandant Karl-Heinz Bentele. Bild: Wolf-dieter Guip

Die wichtigste technische Hilfeleistung erbrachte die Feuerwehr bei einem Unfall bei Urnau, bei dem ein Lastwagen in den Riedbach gerutscht war. Hier mussten die Unfallstelle ausgeleuchtet sowie Ölsperren gelegt werden. Eine arbeitsintensive Aktion sei es gewesen, rund 25 Tonnen Kürbiskerne aus dem Lastwagen umzuladen, bevor er wieder auf die Straße gezogen werden konnte. Die Hauptübung der Wehr fand bei der Firma Sonett in Deggenhausen statt – bei der Annahme, dass ein Stapler in Brand geraten war. Zahlreiche Besonderheiten konnten hier geübt werden und Bentele betonte besonders die gute Zusammenarbeit mit dem Deggenhausertaler Ortsverband des Roten Kreuzes. Schriftführer Manuel Haag berichtete von insgesamt 54 Einsätzen (Vorjahr 33 Einsätze) im vergangenen Jahr; davon 27 technische Hilfeleistungen und sechs sonstige Einsätze wie Sicherheitswachdienste.

Feuerwehrkommandant Karl-Heinz Bentele (links) verabschiedet Alois Hauke nach 43 aktiven Jahren in die Alterswehr; Roland Asprion (Mitte) geht aus gesundheitlichen Gründen nach 27 aktiven Jahren ebenfalls in die Alterswehr. Bild: Wolf-Dieter Guip
Feuerwehrkommandant Karl-Heinz Bentele (links) verabschiedet Alois Hauke nach 43 aktiven Jahren in die Alterswehr; Roland Asprion (Mitte) geht aus gesundheitlichen Gründen nach 27 aktiven Jahren ebenfalls in die Alterswehr. Bild: Wolf-Dieter Guip

Neben zahlreichen Meldungen von Brandmeldeanlagen, darunter etliche Falschmeldungen, ist auffällig, dass die Einsätze durch die Folgen von Unwettern wie Stürmen und Starkregen zugenommen haben. Insgesamt sind im vergangenen Jahr 1623 Einsatzstunden (Vorjahr 910 Stunden) geleistet worden. Darüber hinaus fanden 47 Übungen der verschiedenen Fachabteilungen statt und 18 Wehrleute absolvierten Lehrgänge; zehn Mitglieder errangen das Leistungsabzeichen in Bronze. „Wir haben 84 aktive Kameradinnen und Kameraden, 40 Kameraden in der Alterswehr und 16 Jugendfeuerwehrmitglieder“, schloss Haag seinen Bericht.

Neu in der Wehr: Feuerwehrkommandant Karl-Heinz Bentele (links) begrüßt Luise Baumert und Simon Kapler.
Neu in der Wehr: Feuerwehrkommandant Karl-Heinz Bentele (links) begrüßt Luise Baumert und Simon Kapler.

Für die Alterswehr konnte Ehrenkommandant Ernst Mecking von einem soliden Jahr mit zehn gemeinsamen Aktivitäten berichten. Und für die Jugendfeuerwehr sagten Mark Felix und Maximilian Hörth, dass neben einem unterhaltsamen Programm die Themen Fahrzeugkunde, Löschangriff und Wasserentnahme aus offenem Gewässer geübt worden waren. „Wir brauchen die Jugend für den Fortbestand unserer Feuerwehr“, betonte Kommandant Karl-Heinz Bentele. Und er unterstrich die Wichtigkeit, junge Leute für die Feuerwehr zu begeistern. Ein wichtiges Instrument sei die Feuerwehr-AG der Grundschule, die zum wiederholten Male vom ersten stellvertretenden Feuerwehrkommandant Josef Schmidmeister koordiniert und geleitet worden war. Bürgermeister Fabian Meschenmoser betonte: „Wir haben eine schlagkräftige Truppe im Tal, die zu jeder Tages- und Nachtzeit ehrenamtlich im Einsatz ist.

Nach 43 Jahren in der aktiven Feuerwehr wurde Alois Hauke nach Erreichen der Altersgrenze in die Altersabteilung verabschiedet. Bild: Wolf-Dieter Guip
Nach 43 Jahren in der aktiven Feuerwehr wurde Alois Hauke nach Erreichen der Altersgrenze in die Altersabteilung verabschiedet. Bild: Wolf-Dieter Guip

“ Und es sei sehr schön, das Interesse bei der Jugendfeuerwehr zu sehen und die Erfolge der Feuerwehr-AG. Der Verwaltungschef erinnerte daran, dass der Gemeinderat im vergangenen Jahr die Beschaffung eines neuen Mannschaftstransportwagens (MTW) mit Führungsausstattung entschieden hatte, der Mitte dieses Jahres einsatzbereit sein soll. Nächstes Projekt: Neue Aus-gehuniformen.

 

Personalia

  • Ewald Faitsch wurde bei der Versammlung zum Hauptlöschmeister befördert. Für 25 Jahre Feuerwehrdienst zeichnete Fabian Meschenmoser Andreas Karrer mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber aus. Alois Hauke wurde nach 43 Jahren bei der Feuerwehr nach Erreichen der Altersgrenze in die Altersabteilung verabschiedet; ebenso Roland Asprion, der nach 27 Dienstjahren aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr der aktiven Wehr zur Verfügung stehen kann.
  • Neuaufnahmen sind Luise Baumert, die zuvor bei der Wehr in Kleve war, und Simon Kapler als Quereinsteiger. Turnusgemäß galt es, den Feuerwehrausschuss für die nächsten fünf Jahre neu in geheimer Wahl zu besetzen. Dieses Gremium muss beispielsweise gehört werden, wenn neue Kameraden aufgenommen werden sollen oder bei Beschaffungen für die Wehr. Elf Interessenten hatten sich für die Aufgabe zur Verfügung gestellt; gewählt wurden in den siebenköpfigen Ausschuss: Andreas Russ, Andreas Uricher, Berthold Kolb, Ewald Faitsch, Helmut Schiller, Michael Schmid und Philipp Hübschle. (wdg)

 

 

"Ich will der Gesellschaft helfen"

 

Nach 43 Jahren ist Alois Hauke mit Erreichen der Altersgrenze von der aktiven Wehr in die Alterswehr verabschiedet worden.

Herr Hauke, wie sind Sie zur Feuerwehr gekommen?

Meine Kumpels und ich, die ganze „Jugendgang“ in Untersiggingen, sind damals zur Feuerwehr gegangen. Die Untersigginger Wehr hat eine österreichische Partnerwehr und wir haben sogar ein österreichisches Leistungsabzeichen gemacht.

Warum engagiert man sich 43 Jahre ehrenamtlich – 365 Tage im Jahr rund um die Uhr?

Weil man den Leuten helfen will, wenn es brennt, ein Unfall war, oder es sonst irgendein Problem gibt. Ich will der Gesellschaft helfen. Aber natürlich muss da die Familie mitmachen.

Was sagen Sie jungen Leuten, die sich in der Wehr engagieren wollen?

Wichtig sind der Zusammenhalt und die Kameradschaft. Es gibt arbeitsreiche Tage bei der Feuerwehr, aber eben auch Tage, an denen man gemeinsam feiert. Außerdem scheiden ja die Älteren irgendwann aus und da muss Nachwuchs da sein.

Wenn Sie heute noch mal vor der Entscheidung stünden – würden Sie wieder in die Feuerwehr eintreten?

Ja, das würde ich auf jeden Fall. Weil man Menschen, die in Not sind, helfen kann. Und außerdem macht es in unserer Feuerwehrtruppe wirklich Spaß, dabei zu sein.

Welcher Einsatz ist Ihnen in den 43 Jahren ganz besonders im Gedächtnis geblieben?

Ich habe ja viele Großbrände mitgemacht. Den ersten Großbrand, bei dem in Untersiggingen der Auenhof komplett abgebrannt ist – das war vor vielleicht 40 Jahren – werde ich wohl nie vergessen.

Bedauern Sie es, dass Sie jetzt in die Alterswehr gehen?

43 Jahre sind genug und ich habe die Altersgrenze erreicht. Die Kameradschaft bleibt ja erhalten und auch die Verbindungen zur aktiven Wehr.

FRAGEN: Wolf-Dieter Guip

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