Deggenhausertal Urnauer Theatergruppe macht Flucht zum Thema

Die Urnauer Theatergruppe TiT (Theater im Tal) hat sich für den Advent ein anspruchsvolles Stück ausgesucht: "Die Herbergssuche" von Georg Thurmair. Das Stück wird am 9. Dezember im Urnauer "Löwen" aufgeführt.

Lustig oder gar derb sind die Stücke der Urnauer Theatergruppe TiT (Theater im Tal) in der Regel. Die Gruppe präsentiert in unregelmäßigen Abständen für die Bürger in Urnau, Deggenhausertal und darüber hinaus die Stücke – überwiegend zu besonderen Anlässen, erstmals bei der 900-Jahr-Feier des Teilorts. Nun haben sich die Laiendarsteller ein ganz anderes Thema ausgesucht. Am Samstag, 9. Dezember, gibt es um 20 Uhr im Gasthaus "Löwen" in Urnau das Theaterstück "Die Herbergssuche" zu sehen.

Regisseur Peter Hilmes hatte die Idee, zur siebten Ausgabe des TiT ein weihnachtliches Stück einzustudieren. Die Laienschauspieler ließen sich schnell davon begeistern. "Die Herbergssuche", ein besinnliches Stück für den Advent, hat Georg Thurmair 1946 geschrieben, also ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Thurmair schrieb Kirchenlieder, war Dichter, Schriftsteller, Journalist und Dokumentarfilmer. Das Stück stammt also aus einer Zeit, "als 12 bis 14 Millionen deutsche Flüchtlinge wegen Ausweisung und Vertreibung auf dem Weg zu einer Unterkunft oder Bleibe waren", erklärt Regisseur Hilmes. Nicht alle hätten in der Not helfende Hände oder eine neue Heimat gefunden.

So lässt sich ein Bogen von der Weihnachtsgeschichte über unsere eigene, deutsche Geschichte bis zur aktuellen Situation schlagen – wenn man denn will. Auch die Macher von TiT waren zunächst auf Herbergssuche. Denn ursprünglich war geplant, dass Stück in der Pfarrkirche Heilige Drei Könige in Urnau aufzuführen. Nachdem die Kirche jedoch wegen Einsturzgefahr – es lösen sich Putzstücke von der Decke – gesperrt worden war, fehlte der passende Rahmen für das besinnliche Stück. Daraufhin wurde kurzerhand beschlossen, das freundliche Angebot von "Löwen"-Wirt Josef Zurell anzunehmen und das Theaterstück im Gasthaus in Urnau aufzuführen.

Im Stück "Die Herbergssuche", das in Reimen geschrieben ist, geht es um die Weihnachtsgeschichte, die bewusst als schlichte Darstellung jener Stunden ohne buntes Getue ausgelegt ist. Es soll die Not vermitteln, durch die der Heiland gehen musste, um sein Leben auf dieser Welt zu beginnen. Und die Geschichte soll als Aufruf verstanden werden, dass die Hände und die Herzen allzeit offen stehen für Menschen in Not. "Das Stück ist ungewöhnlich und sehr ernsthaft. Es ist anspruchsvoll und vor allem auch hochaktuell", betont Regisseur Hilmes die Motivation für die Auswahl. Die Flüchtlingsfrage sei immer da gewesen und ist auch heute da – ohne ein Politikum daraus machen zu wollen. Die Zuschauer sollen spüren, dass die Adventszeit mehr ist als "wer klopfet an" und "das Kindlein kommt".

Theater im Tal

  • Die Besetzung beim Theaterstück Die Herbergssuche von Georg Thurmair, inszeniert von Peter Hilmes: Maria: Rut Mecking-Eisele, Josef: Thomas Himpel, Schriftgelehrter: Knut Simon, Soldat: Fritz Höß, Zimmermann: Steffen Geidel, Frau des Zimmermanns: Karin Schmeh, Schmied: Ernst Mecking, Hirte: Peter Hilmes, Fürbitter: Josef Schmidmeister und Claudia Weckerle, zwei Mädchen: Karin und BetinaSchmeh, Sprecherin: Gabriele Mecking, Souffleuse: Sabrina Mecking
  • Einlass in den Saal des Gasthauses Löwen in Urnau ist am Samstag, 9. Dezember, um 19.30. Die Theatervorführung – es handelt sich um einen Einakter von etwa 45 Minuten Dauer – beginnt um 20 Uhr. Der Gospelchor Deggenhausertal wird die Veranstaltung mit weihnachtlichen Liedern umrahmen. Das Team des "Löwen" sorgt für die Bewirtung.

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