Deggenhausertal Nach sechjähriger Verhandlung und Planung: Hotelprojekt auf dem Höchsten ist auf der Zielgeraden

Vor sechs, sieben Jahren reifte beim Betreiber des Berggasthofs Höchsten, Hans-Peter Kleemann, die Idee, die ehemalige Fachklinik in der Nachbarschaft in ein Wellness- und Familienhotel umzumodeln und den Berggasthof zu erweitern. Nun rückt die Verwirklichung in greifbare Nähe. Das Vorhaben mit einem Volumen von 12 bis 13 Millionen Euro hat nun mit der Zustimmung im Gemeinderat Deggenhausertal eine wichtige Hürde genommen. Der Gastronom kann seine Pläne wohl 2018 umsetzen.

Dem Antrag auf Umbau und Erweiterung von Hotel und Berggasthof Höchsten auf der Gemarkung Illwangen um ein Bettenhaus sowie Stellplätze auf der Gemarkung Homberg hat der Gemeinderat Deggenhausertal zugestimmt. Es ging bei der Beratung in erste Linie um die Stellplätze, da das Bettenhaus bereits in einer vorangegangenen Sitzung des Rats zugestimmt worden war. Von den für das Projekt errechneten 112 Stellplätzen befinden sich 44 auf der Gemarkung Homberg. Diese Stellplätze bestehen bereits, waren jedoch noch nicht genehmigt, was nun erfolgte. Die weiteren 68 Stellplätze befinden sich ebenfalls auf der Gemarkung Homberg; die Erweiterung dieses Parkplatzes hatte der Gemeinderat jedoch in seiner August-Sitzung bereits genehmigt. Auch die Restauranterweiterung sowie das genannte Bettenhaus bekamen grünes Licht.

Auf Nachfrage des SÜDKURIER erklärte Hans-Peter Kleemann, der seit Jahren bei den Behörden der Landkreise Bodenseekreis und Sigmaringen sowie den Gemeinden Deggenhausertal und Illmensee um die Realisierung seines Projekts kämpft: "Im Gemeinderat von Deggenhausertal sind die Anträge für das Familienhotel alle durch. Es ging bei der Ratssitzung eigentlich nur um zwei bis vielleicht vier Meter, die der Parkplatz – der auf der gegenüberliegenden Straßenseite des bestehenden Gasthofs liegt – auf der Gemarkung der Gemeinde Deggenhausertal liegt; der Großteil gehört zur Gemeinde Illmensee. Und um ein Bettenhaus, das geringfügig in die Gemarkung von Deggenhausertal hineinragt." Das Baurechtsamt in Pfullendorf – Kleemann: "Man ist dort sehr streng geworden" – habe jedoch darauf bestanden, dass auch die Gemeinde Deggenhausertal der Parkplatzerweiterung zustimmt.


Das sagten die Behörden und Ämter vor einem Jahr zu dem Projekt:

  • Jürgen Hoffmann, Bürgermeister Illmensee
    "Von meiner Seite aus kann ich das Unternehmen Kleemann nur gut heißen; das Fachliche liegt beim Baurechtsamt Pfullendorf, dem Landratsamt Sigmaringen und dem Regierungspräsidium Tübingen".
  • Torsten Schneider, Leiter Baurechtsamt Markdorf
    "Es gibt im Baurecht große Ermessensspielräume. Die Umnutzung in eine Mischbaufläche und das Andocken des Außen- an den bestehenden Innenbereich kann den FNP und Bebauungsplan und damit eine Menge Zeit sparen". Bezüglich des Landschaftsschutzgebiets arbeiteten Bernadette Siemensmeyer vom Landschaftsarchitekturbüro 365grad und Andreas Pflug von der unteren Naturschutzbehörde das Landratsamts Bodenseekreis an Lösungsmöglichkeiten.
  • Josef Waldschütz, Leiter des Baurechtsamts Pfullendorf
    "Wir wollen nicht Verhinderungsbehörde sein. Ich kann das Projekt von Herrn Kleemann nur unterstützen, aber die baurechtlichen Grundlagen müssen geschaffen werden. Derzeit ist eine Änderung des Flächennutzungsplans durch die Verwaltungsgemeinschaft Pfullendorf in Vorbereitung, die durch das Gremium verabschiedet werden muss. Es könnte in Richtung eines Mischgebietes hinauslaufen. Bezüglich der Raumordnung – schutzbedürftiger Bereich für Naturschutz und Landschaftspflege – muss von Seiten des Regierungspräsidiums ein Zielabweichungsverfahren eingeleitet werden".

Auch bei der Restauranterweiterung, die etwa zehn Quadratmeter in die Gemarkung der Gemeinde Deggenhausertal hineinreicht, wäre deshalb die Zustimmung des Deggenhausertaler Rats notwendig geworden. Bevor Kleemann mit Teilabriss der ehemaligen Zieglerschen Klinik auf dem Höchsten beginnen kann, muss die Gemeinde Illmensee noch den Neubau von zwei Bettenhäusern zustimmen; das dritte – es liegt auf der Gemarkung Deggenhausertal – wurde bereits vom Rat in Wittenhofen genehmigt. Auch hier steht Kleemann etwas unter Druck, denn aus Artenschutzgründen muss der Teilabriss der Klinik vor Ende März erfolgen.


Historie reicht bis 2010 zurück

Nachdem die Zieglerschen die Fachklinik in Rubacker auf dem Höchsten 2010 aufgegeben hatten, erwarb Höchstenwirt Hans-Peter Kleemann das Gebäude samt Grundstück. Zunächst hatte er geplant, bei einem finanziellen Aufwand von vier bis sechs Millionen Euro 35 bis 40 Familien-Appartements einzurichten. Im Jahr 2016 hatte der Gemeinderat Deggenhausertal ein Baugesuch verabschiedet, das folgenden Inhalt hatte: Der Neubau soll viergeschossig und insgesamt 64 Meter lang sein. Zusammen mit den nicht abgebrochenen Gebäudeteilen wird sich eine Gebäudefront von 115 Metern Breite ergeben. Unter dem Hotel ist eine Tiefgarage mit 47 Stellplätzen für die geplanten 174 Betten vorgesehen.

Der Standort befindet sich innerhalb der Klarstellungssatzung Rubacker und somit im baurechtlichen Innenbereich. Und genau hier liegt ein wesentlicher Teil des Problems; dadurch, dass die Gemeinde Illmensee für den Bereich auf der Gemarkung Illmensee keine Klarstellungssatzung erlassen hat, hat das Regierungspräsidium – neben dem Thema Landschaftsschutzgebiet – Bedenken bei der Änderung des Flächennutzungsplans. Das Investitionsvolumen für das Projekt wird heute mit 12 bis 13 Millionen Euro veranschlagt.

 

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