Deggenhausertal 150 Bürger kommen zur Einwohnerversammlung

Großes Interesse an der Entwicklung von Deggenhausertal: 150 Bürger kamen zur Einwohnerversammlung in das Feuerwehrgerätehaus in Wittenhofen. Bürgermeister Fabian Menschenmoser informierte über Projekte 2018. Ungläubiges Raunen ging durch die Menge, als Meschenmoser bekannt gab, dass die Straße in Untersiggingen acht Monate voll gesperrt werden muss, wenn die Brücke am Dtal-Markt saniert wird.

Das Interesse an der ersten Einwohnerversammlung mit Bürgermeister Fabian Meschenmoser war überwältigend: Mitarbeiter des Bauhofs holten noch hurtig 20 Stühle, damit alle Bürger im Feuerwehrgerätehaus in Wittenhofen Platz hatten. Rund 150 Interessierte hörten und sahen den Rück- und Ausblick der Gemeinde, in der auch 2018 einiges bewegt werden soll.

  • Kindergarten: Die Verwaltung will den beengten Verhältnissen im Kinderhaus Untersiggingen mit einem kleinen Anbau und damit Platz für drei Gruppenräume und einen kleinen Mensabereich begegnen, denn die Eltern nehmen vermehrt das Mahlzeiten-Angebot für ihre Kinder wahr. 1 Million Euro sind dafür veranschlagt. "Das ist viel, aber wir müssen auf Qualität achten", bezog Meschenmoser Position. Gedanken müsse man sich auch über eine Erweiterung oder einen weiteren Kindergarten-Standort machen, denn Deggenhausertal sei ein Zuzugsgebiet.
  • Feuerwehr: Auch in die Freiwillige Feuerwehr will die Verwaltung investieren und für 75 000 Euro einen neuen Mannschaftstransportwagen mit Führungsausstattung erwerben. Bei der Wehr stehe in den nächsten Jahren nach Landesvorgabe auch die Beschaffung einer neuen Ausgehuniform an, die Umrüstung der Fahrzeuge auf Digitalfunk sowie der Kauf eines weiteren Fahrzeugs mit Wasserführung.
  • Breitbandversorgung: Sie ist ebenfalls Thema der nächsten Jahre: zunächst in Limpach mit Glasfaser direkt ins Haus, später in Atzenweiler und Wahlweiler. In Unter- und Obersiggingen, Deggenhausen, Roggenbeuren und Urnau werde man Glasfaser bis in einen Verzweigungskasten bringen und dann per Kupferkabel in die Häuser. Dies sei eigentlich keine kommunale Aufgabe. Dennoch wolle man Gewerbebetriebe halten und Glasfaser auch im Gewerbegebiet haben.
    Bürgermeister Fabian Meschenmoser (Mitte) im Gespräch mit Josef Leberer (links) und Andreas Hafen.
    Bürgermeister Fabian Meschenmoser (Mitte) im Gespräch mit Josef Leberer (links) und Andreas Hafen. | Bild: Christiane Keutner
  • Wasserversorgung: In diesem Bereich steht die Hochbehältersanierung an; außerdem die Installation einer UV-Anlage zur vorbeugenden Entkeimung des Wassers mit Kosten von etwa 50 000 Euro. Meschenmoser hält es für wichtig, die Wasserversorgung in kommunaler Hand zu wissen. Rund 200 000 Euro müsse man in die Abwasserbeseitigung stecken, unter anderem in die Erneuerung der Vor-Ort-Steuerung des Regenüberlaufbeckens.
  • Verkehr: Um eine Entspannung des Verkehrs an der "Kornkammer" zu erlangen, sollen die Holzbrücke und ihr Umfeld in der Neuen Mitte in Wittenhofen erneuert und mit Parkplätzen ausgestattet werden. So sei die Zufahrt zum Altenpflegeheim, zu den Lebensräumen für Jung und Alt und zum Neubaugebiet Knisel möglich. Hierfür gebe es Zuschüsse vom Land.
  • Gewerbegebiet: Da es Kaufinteressenten gebe, werde man trotz des schwierigen Geländes das Gewerbegebiet erweitern.
  • Straßenbeleuchtung: Sukzessive soll die Umstellung der Straßenlampen auf energiesparende LED-Technik erfolgen, zunächst in den "alten" Straßen.
  • Naturkostladen: Mit dem Beschluss der Einrichtung eines Naturkostladens vom Lehenhof in Untersiggingen geht auch die Installation einer weiteren Ladesäule für Elektrofahrzeuge einher. Hier wurden schon Fördermittel signalisiert. "Der Naturkostladen mit Cafeteria bereichert und belebt den Ort immens", sagte Meschenmoser.
  • Bauplätze: Zu den sieben verbliebenen Bauplätzen in Deggenhausen und den sechs Plätzen in Wittenhofen will die Gemeinde sich über weitere Bauflächen Gedanken machen, um Zuzugswünschen gerecht zu werden. Daneben verwies der Bürgermeister auf private Wohnbauprojekte auf dem Kniselareal und den Naturkostladen mit Wohnungen.
    Bauhofmitarbeiter Max Thum (links) beantwortete die Fragen von Hubert Baur aus Wippertsweiler.
    Bauhofmitarbeiter Max Thum (links) beantwortete die Fragen von Hubert Baur aus Wippertsweiler. | Bild: Christiane Keutner
  • Radweg: Für den Radweg von Urnau nach Hefigkofen sind die Verträge geschlossen. Jetzt müssten noch wasserrechtliche Genehmigungen erteilt werden. Man hoffe auf eine Realisierung 2018.
  • Brückensanierung: Raunen und ungläubiges Lachen begleitete die Mitteilung, dass die Sanierung der Brücke in Untersiggingen in Höhe des Dtal-Markts eine Vollsperrung von etwa acht Monaten bedingt. "Das kann man sich nicht direkt vorstellen und das trifft uns im Herz des Deggenhausertals; wir sind dann vollständig abgeschnitten und müssen uns Gedanken über eine Umleitung machen", sagte Meschenmoser. Das Regierungspräsidium konnte noch keinen genauen Zeitplan erstellen.

Der Bürgermeister dankte allen seinen Mitarbeitern, die gemeinsam versuchten, positive Entwicklungen voranzutreiben. "Sagen Sie uns, was notwendig ist!", appellierte er an die Bürger. Er schloss den offiziellen Teil mit dem Hinweis, dass es die Möglichkeit gebe, mit ihm und den Mitarbeitern der kommunalen Abteilungen das Gespräch zu suchen, die sich an Tischen positioniert hatten. Etliche Bürger nutzten dieses Angebot, ebenso wie die Bewirtung durch die Feuerwehr.

Bilanz 2017

Zu den herausragenden Investitionen und Arbeiten 2017 gehörten die Sanierung der Alfons-Schmidmeister-Halle, der Erwerb von Fahrzeugen für den Bauhof und die Abwasserbeseitigung, die Investitionen baulicher Art im Kindergartenbereich, die Sanierung des Hochbehälters, die Gestaltung des Dorfplatzes in Lellwangen, die Erschließung der beiden Baugebiete Haldenweg und Mühlenweg sowie der Umbau der Wehranlage in eine Raue Rampe. (keu)

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