Daisendorf Narren stürmen Frauen-Rathaus

Weil das Rathaus in Daisendorf "100 Prozent Frau" ist, hat Bürgermeisterin Jacqueline Alberti dies auch als Motto für die Fasnet ausgegeben. Beim Rathaussturm mischte sich aber auch Mannsvolk unter die Närrinnen.

Daisendorfs neue Bürgermeisterin Jacqueline Alberti hatte für das Rathaus "100 Prozent Frau" ausgerufen. Doch es half alles nichts. Nicht nur die Närrinnen, auch die Narren stürmten das Rathaus, setzten die Bürgermeisterin ab und übernahmen die Herrschaft über das Dorf. "Das Motto rührt von dem Diskussionsthema während des Bürgermeisterwahlkampfs her", erklärte Alberti. Damals sei im Dorf gemunkelt worden, ob es den gut sei, wenn das Rathaus zu 100 Prozent mit Frauen besetzt ist.

Alberti selbst erschien in einem Cocktailkleid der 1920er-Jahre. Eine Zeit, die auch die "Wilden Zwanziger" genannt wird. Die Daisendorfer Rathausstürmer führten sich aber sehr brav auf. Die frisch übernommene Macht feierten sie im Saugatter stehend mit Büttenreden. Auch Alberti nutzte als abgesetzte Hausherrin diese Möglichkeit, Närrisches von sich zu geben. So gab die gebürtige Dresdnerin auch einen Spruch in Sächsisch von sich, der aber kaum von einem alemannischen Narr verstanden wurde. Alberti ließ nochmals die Bürgermeisterwahl in Versen Revue passieren. Auch hob sie hervor, dass die Daisendorfer Frauenquote von 100 Prozent der Rathausbeschäftigten im Landkreis einmalig sei.

Narrenpolizist Martin Menner gab routiniert den Conférencier. "Mit dem G'schnorr hat sie es wie mit der Gemeinderatssitzung gehalten. Sie hält sich kurz, bringt es auf den Punkt und schwätzt nicht unnötiges Zeugs", beschied Menner der närrischen Bürgermeisterin.

Nicht nur Sächsisch, sondern auch Mainzerisch wurde vom Saugatter gerufen. Marianne Felsche hielt ein Plädoyer für die Natur und gegen Beton. Nur mit ihrem "Helau" wurden die Narren nicht warm. Uschi Kraus trat mit draller Brust, womit ihr Kostüm gemeint ist, zur Rede an. Sonst ist die Vollblut-Närrin der Frosch im Reigen der Sumpfgeister-Figuren, im Saugatter war sie die Chronistin des Dorfgeschehens. Das närrische Jahr im Rückblick fasste Sumpfgeisterpräsidentin Marion Kaja zusammen.

Höhepunkt war wieder der Auftritt von Feuerwehr-Kommandanten Thomas Ritsche und Bürgermeister-Stellvertreter Siegfried Willibald. Diesmal lästerten sie humorvoll als Erstklässler Ilse und Fritzle mit derben Sprüchen.

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