Daisendorf Jacqueline Alberti: Erster Tag als Bürgermeisterin

Jacqueline Alberti hat ihr neues Büro im Rathaus Daisendorf bezogen. Am Mittwoch nahm die Bürgermeisterin ihre Arbeit auf. Die Gemeinderäte Thomas Ritsche, Otto Köhler und Siegfried Willibald hießen im Namen des gesamten Gremius Alberti willkommen.

Kurz vor 8 Uhr hat Jacqueline Alberti ihren neuen Arbeitsplatz im Daisendorfer Rathaus bezogen. Sie brachte eine Schultüte und Taschen voller Süßigkeiten mit, die ihr die nun ehemaligen Kollegen vom Landratsamt als Nervennahrung für ihr neues Amt mitgegeben hatten. Die Schultüte als Symbol für einen neuen Lebensabschnitt passte. Wie Alberti sagte, müsse sie jetzt viel lernen. Sie ist zwar studierte Volljuristin, aber keine ausgebildete Verwaltungsfachfrau. Mit 52 Prozent der Stimmen haben die Daisendorfer sie im ersten Wahlgang vor acht Wochen zu ihrer neuen Bürgermeisterin gewählt. Nun richtet sie sich im Eckbüro des Rathauses ein, das für die kommenden acht Jahre ihr Arbeitsplatz sein wird.

Die Gemeinderäte Siegfried Willibald (links, Freie Wähler) und Thomas Ritsche (CDU) begrüßten im Namen ihrer Fraktionen die neue Bürgermeisterin im Rathaus.
Die Gemeinderäte Siegfried Willibald (links, Freie Wähler) und Thomas Ritsche (CDU) begrüßten im Namen ihrer Fraktionen die neue Bürgermeisterin im Rathaus. | Bild: Mardiros Tavit

Auch wenn sie offiziell jetzt erst Bürgermeisterin ist, wurde sie schon nach der Wahl mit „Frau Bürgermeisterin“ im Dorf begrüßt, erzählt Jacqueline Alberti. „Dabei ist mir der Titel nicht so wichtig.“ Dieser sage nur aus, dass er viel Verantwortung mit sich bringe. „Nicht der Titel freut mich, sondern das Vertrauen, das ich von den Wählern erhalten habe." Sie habe Aktenordner voller Glückwünsche erhalten und versucht, alle zu beantworten. „Auch der Zuspruch und die Unterstützung während des Wahlkampfes haben mich motiviert weiterzumachen“, erzählt die neue Chefin im Rathaus im Nachgang des Wahlkampfs. Für ihren ersten Arbeitstag als Bürgermeisterin habe sie sich nichts Genaues vorgenommen. „Eher für die erste Woche. Ich will mit allen Angestellten der Gemeinde Personalgespräche führen und die Strukturen in der Verwaltung genau kennenlernen." Sie hat jetzt nicht nur ein neues Amts, sie ist auch Vorgesetzte von 18 Mitarbeitern geworden, davon 12 allein im Kindergarten.

Den Abschied aus dem Landratsamt habe sie mit einem weinenden und einem lachenden Auge erlebt. „Ich habe einen geschützten Bereich verlassen, in dem ich meine Aufgaben und Kollegen kannte und wusste, wie ich sie nehmen muss. Hier stürze ich mich in eine neue Aufgabe, von der ich nicht weiß, was noch alles auf mich zukommt. Aber ich bin gespannt auf das Neue. Und fünf Minuten Fußweg zur Arbeit finde ich super. Da habe ich die Chance, direkt mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen und ihre Anliegen gleich mit ins Rathaus zu nehmen."

Bürgermeisterstellvertreter Siegfried Willibald weist die Bürger mit einer Tafel an seinem Haus daraufhin, dass das Rathaus wieder besetzt ist. Monatelang führte er die Amtsgeschäfte der Gemeinde, weshalb die Bürger mit ihren Anliegen zu ihm gekommen waren.
Bürgermeisterstellvertreter Siegfried Willibald weist die Bürger mit einer Tafel an seinem Haus daraufhin, dass das Rathaus wieder besetzt ist. Monatelang führte er die Amtsgeschäfte der Gemeinde, weshalb die Bürger mit ihren Anliegen zu ihm gekommen waren. | Bild: Mardiros Tavit

Kaum ist Alberti zwei Stunden im Büro, wird sie überrascht. Die Vertreter der beiden Gemeinderatsfraktionen kommen unangemeldet bei ihr vorbei, um sie mit einem großen Blumenstrauß willkommen zu heißen. Thomas Ritsche (CDU), Otto Köhler und Siegfried Willibald (Freie Wähler) überbringen die besten Wünsche des Gemeinderats und "eine glückliche Hand in Ihrem neuen Amt“. Willibald hatte seit Mai vergangenen Jahres Albertis Vorgänger über lange Zeiten vertreten müssen. Als Bürgermeisterstellvertreter hatte er die Amtsgeschäfte monatelang inne. Mit dem Amtsantritt von Alberti kann er sich wieder mehr um seinen Musikinstrumenteladen kümmern.

„Die Doppelbelastung war schon arg“, erzählte er jetzt, „aber ich hatte Unterstützung von allen Seiten. Der Gemeinderat stand geschlossen hinter mir. Und auch von der Verwaltung und Hauptamtsleiterin Maryna Hoffmann hatte ich Hilfe." Speziell Birgit Schley habe ihm als zweite Bürgermeisterstellvertreterin viele Termine abgenommen. Und Gemeinderat Thomas Ritsche, Meersburger Bauhofsleiter, übernahm viele Termine, bei denen technische Expertise verlangt war. „Nur vom Landratsamt als übergeordneter Stelle hätten ich und der Gemeinderat mehr Unterstützung gewünscht“, zog Willibald Bilanz.

Wichtig war ihm, dass der Gemeinderat geschlossen aufgetreten ist. „Es gab nie eine knappe Entscheidung. Meistens haben wir einstimmig die Beschlüsse gefasst, sonst immer mit großer Mehrheit“, sagte Willibald. Er war mit Herzblut im Dienst der Gemeinde. „Als gebürtiger Daisendorfer kenne ich nun einmal alle Alt-Daisendorfer, auch von den Zugezogenen kenne ich viele, da wurde ich oft auf der Straße oder im Supermarkt auf Probleme angesprochen." Fern ab vom Rathaus und den Sprechzeiten kamen viele Bürger direkt mit ihren Anliegen zu ihm nach Hausen oder riefen ihn an. Damit er sich wieder in Ruhe um sein Geschäft kümmern kann, hat er spaßeshalber eine Tafel an sein Treppengeländer angebracht. Da steht: „Zum Rathaus 100 Meter rechts.“ Denn das Rathaus ist wieder besetzt.

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