Daisendorf Hauptübung der Feuerwehr geht in echten Alarm über

Am Haus von Bürgermeisterin Jacqueline Alberti war die Freiwillige Feuerwehr Daisendorf gerade mitten in ihrer Frühjahrsprobe, als die Alarmempfänger piepten und einen echten Einsatz meldeten: An der Ortsstraße war nach starkem Regen Wasser in eine Tiefgarage und in Kellerräume gelaufen.

Die Frühjahrsübung der Freiwilligen Feuerwehr Daisendorf ist übergangslos in einen realen Einsatz übergegangen. Die Feuerwehrleute schauten sich am Freitagabend gerade alle kritischen Punkte der Übung am Höhenweg 20 an, am Haus von Bürgermeisterin Jacqueline Alberti, da piepten um 19.49 Uhr ihre Alarmempfänger.

Schnell klar: keine Menschen in Gefahr

Die anfängliche Anspannung und Nervosität ging schnell in Erleichterung über. Auf den Empfängern war der Alarm "H1 Wassereinbruch in Tiefgarage und Keller" zu sehen. Also keine Menschen in Gefahr, sondern ausschließlich Schaden. Kommandant Thomas Ritsche schickte umgehend den Gerätewagen Technik mit sieben Einsatzkräften los. Zur Unterstützung startete anschließend das Löschfahrzeug LF 10 mit zwei Kräften und dem Stromgenerator.

Die einen räumen auf, die anderen schippen Wasser

Während es für die einen ans Aufräumen und Einpacken ging, hieß es für die anderen Kräfte Wasser schippen. Denn in die Tiefgarage des Neubaus in der Ortsstraße lief nach einem starken Regenschauer Wasser. Außerdem stand dort in einigen Kellerräumen das Wasser mehrere Zentimeter hoch. Zudem drohte der Aufzugschacht vollzulaufen. "Solche Einsätze nach Starkregenfällen werden sich mehren", prophezeite Thomas Ritsche, "die alten Kanäle können solche Wassermassen oft nicht mehr aufnehmen." Hinzu komme, dass alte Baugebiete mit großen Gründflächen durch Neubauten verdichtet und so versiegelt würden. Aber der Wassereinbruch an der Ortsstraße ginge zu einem Großteil auf einen Konstruktionsmangel der Tiefgarageneinfahrt zurück, erklärte Ritsche.

Daisendorfs Bürgermeisterin Jacqueline Alberti beobachtet die Übung der Freiwilligen Feuerwehr an ihrem Haus. Der stellvertretende Kommandant Mathias Bernhard (vorn, rechts) hatte während der Übung die Einsatzleitung.
Daisendorfs Bürgermeisterin Jacqueline Alberti beobachtet die Übung der Freiwilligen Feuerwehr an ihrem Haus. Der stellvertretende Kommandant Mathias Bernhard (vorn, rechts) hatte während der Übung die Einsatzleitung.

Durch den Einsatz verschob sich die Manöverkritik im Feuerwehrhaus nach der Übung. Ritsche hatte die Rolle des Kritikers selbst übernommen, sein Stellvertreter Mathias Bernhard hatte die Übung vorbereitet. Die Annahme war, dass es durch einen elektrischen Defekt zu einem Heizungsbrand im Untergeschoss kommt. Die Menschen im Haus retten sich vor der starken Rauchentwicklung auf die Balkone und machen dort auf sich aufmerksam.

Bürgermeisterin stellt für Übung Haus zur Verfügung

Ritsche dankte Daisendorfs Bürgermeisterin Jacqueline Alberti, dass sie ihr Haus für die Hauptübung bereitgestellt hatte. "Somit sind wir auch einmal im anderen Teil des Dorfs", sagte er. Die Erkundung am Einsatzort und die Fahrzeugaufstellung fand Ritsche gut.

Die Frühjahrsübung der Daisendorfer Feuerwehr war noch nicht abgeschlossen, da wurden die Einsatzkräfte zu einem echten Einsatz in der Ortsstraße gerufen: Wasser war in eine Tiefgarage und in Kellerräume gelaufen.
Die Frühjahrsübung der Daisendorfer Feuerwehr war noch nicht abgeschlossen, da wurden die Einsatzkräfte zu einem echten Einsatz in der Ortsstraße gerufen: Wasser war in eine Tiefgarage und in Kellerräume gelaufen. | Bild: Mardiros Tavit

Kritisch sah er die Menschenrettung mit der Steckleiter am zweiten Balkon. "Eine zweite Drehleiter wäre hier machbar gewesen." Auch bemängelte er die fehlenden Lagebesprechungen. "Ich weiß, wie es im Einsatz ist, da möchte man überall sein, aber es ist wichtig, allen einen Überblick über die Lage zu verschaffen." Insgesamt waren bei der Übung 22 Daisendorfer Feuerwehrkräfte mit drei Fahrzeugen und zwölf Kräfte der Nachbarwehr aus Uhldingen-Mühlhofen mit zwei Fahrzeugen im Einsatz.

Wehr feiert gerade erst ihren 90. Geburtstag

Kaum eine Woche zuvor war die gesamte Daisendorfer Wehr schon im Einsatz gewesen, zur Feier ihres 90-jährigen Bestehens. Bewusst wollten die Feuerwehrmitglieder ihre Feier im kleinen Rahmen halten. So entwickelte sich eher ein Dämmerschoppen mit gemütlichen Beisammensein der Dorfgemeinschaft. Trotzdem gab es alles, was es zu einer zünftigen Geburtstagsfeier gehört. Für die musikalische Unterhaltung sorgte zunächst "Siggi's Jugendorchester" von Siegfried Willibald, Instrumentenbauer und Musiklehrer in Daisendorf. Den jugendlichen Musikanten folgten die "Schimmelbühler Musikanten", die ein eher traditionelles, aber sehr unterhaltsames Blasmusikrepertoire spielten. Abordnungen der Nachbarwehren aus Meersburg, Uhldingen-Mühlhofen und Stetten gratulierten.

Die Jugendfeuerwehr hatte mehrere Spiel- und Spaßstationen vorbereitet. Auch auf einer Hüpfburg in Form eines Feuerwehrhauses tobten sich die Kinder aus. Und ganz Mutige konnten sich, gesichert an einem Feuerwehrkran, im Kistenstapeln versuchen.

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