Bodenseekreis Zahl der Keuchhustenfälle am Bodensee steigt

Die Krankheit ist erst seit 2013 meldepflichtig. Gerade Erwachsene sind immer wieder betroffen, weil die nötige Impfauffrischung fehlt.

Die Zahl der Keuchhustenfälle (Pertussis) im Bodenseekreis hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. War dem Landratsamt im Jahr 2013 lediglich ein Fall gemeldet worden, waren es im Folgejahr fünf und 2015 bereits 29 Fälle. Zu einer Verdopplung kam es im Jahr 2016 mit 61 Fällen, im vergangenen Jahr wurden 82 Fälle gezählt. "Es ist zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen", erklärt Robert Schwarz, Pressesprecher des Landratsamts Bodenseekreis. In den ersten Wochen 2018 wurden drei Fälle gemeldet.

Die Erkrankung ist nach Angaben der Kreisbehörde erst seit 2013 meldepflichtig. Die Sensibilisierung bei Betroffenen und medizinischem Personal hat sich seither zunehmend geschärft, sagt Schwarz zu den Gründen für den Anstieg der Meldungen. Keuchhusten sei bisher von vielen eher als eine Erkrankung aus vergangenen Zeiten wahrgenommen worden. Mancher Fall mit nicht so stark ausgeprägter Symptomatik, vor allem bei Erwachsenen, wurde und wird daher gar nicht erkannt.

Nicht alle Kinder sind geimpft

Daten aus der Einschulungsuntersuchung 2015/2016 hatten zuletzt ergeben, dass im Bodenseekreis 83,2 Prozent der Kinder geimpft waren. Unvollständig geimpft waren 13,8 und nicht geimpft drei Prozent aller Kinder. Im Jahr zuvor lag die Zahl der geimpften Kinder bei 84,8 Prozent. Auch mit der Impfung ist laut Robert Schwarz weder eine vollständige noch eine anhaltende Immunität zu erreichen. "Das wissen viele nicht. Daher sind gehäufte Fälle bei Erwachsenen festzustellen, da oftmals die nötige Auffrischung fehlt", erklärt der Sprecher des Landratsamts.

Bei Keuchhusten handelt es sich um eine sehr ansteckende Infektionskrankheit der Atemwege. Im Gegensatz zu anderen Kinderkrankheiten garantieren bei Keuchhusten weder eine Impfung – sofern sie nicht regelmäßig aufgefrischt wird – noch eine durchgemachte Erkrankung eine lebenslange Immunität, heißt es dazu auf der Internetseite des Bodenseekreises. Keuchhusten wird über die Tröpfcheninfektion übertragen, selbst über größeren Abstand. Die Schutzimpfung besteht aus vier Teilimpfungen im Säuglingsalter, Auffrischimpfungen mit fünf bis sechs Jahre, mit neun bis 17 Jahren, bei Erwachsenen erneute Auffrischung, insbesondere wenn Kontakt zu nicht geimpften Säuglingen besteht.

Informationen über Keuchhusten beim Robert-Koch-Institut im Internet: www.rki.de

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