Bodenseekreis Sozialverband VdK: Starke Stimme für Benachteiligte

Waren es anfangs nur Kriegsbeschädigte und Kriegswitwen, denen sein Interesse galt, so setzt sich der Sozialverband VdK heute für Sicherheit und soziale Gerechtigkeit für alle Menschen ein. Mehrmals hervorgehoben wurde dies während einer Veranstaltung in Uhldingen-Mühlhofen. Viele Ortsverbände feiern 70-jähriges Bestehen.

"Die Anfänge des Verbandes reichen sogar bis in die ersten Monate nach Kriegsende zurück, denn schon im Spätsommer 1945 entstanden die ersten Ortsverbände", sagte Kreisverbandsvorsitzender Peter Kammer kürzlich anlässlich einer Veranstaltung des Ortverbands Uhldingen-Mühlhofen, der wie viele andere in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag begeht.

Die Gründungsmitglieder hätten nicht erahnen können, dass der Verband einmal so erfolgreich und groß würde, so Kammer. Schon bald sei es zu einer Selbstverständlichkeit geworden, dass der VdK auch für Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, für Rentner und Senioren sowie für andere sozial benachteiligte Menschen eintrat. Der VdK ist Kammer zufolge heute der größte und am stärksten wachsende Sozialverband Deutschlands und für alle Menschen da, „die Beratung in sozialrechtlichen Fragen suchen und soziale Gerechtigkeit erlangen wollen.“

So sieht das auch Regionalgeschäftsführerin Petra Mauch aus Radolfzell. Die heftigen Diskussionen um die Sicherheit der Renten, um den Erhalt des solidarischen Gesundheitswesens und um die gesetzliche Pflegeversicherung sowie die Zukunft des Sozialstaats hätten eine Weiterentwicklung des VdK zum heute größten Sozialverband in Bund und Land erforderlich gemacht. Heute sei der VdK wichtiger denn je. Kammer: „Es geht um den Erhalt des Sozialstaates. Und es geht auch um neue soziale Herausforderungen“, wobei Kammer den demografischen Wandel, die Aufgaben im Bereich der Pflege und eine umfassende Barrierefreiheit ansprach. Nach wie vor stelle der VdK-Sozialrechtsschutz ein ganz wesentliches Instrument der Mitgliederserviceleistungen dar.

Um diesen Rechtsschutz als fundamentale Mitgliederleistung weiter auszubauen, wurden seit 1997 zahlreiche neue VdK-Geschäftsstellen im Land eingerichtet und, vor allem seit 2006, die Zahl der hauptamtlichen Sozialrechtsreferenten stark erhöht, wie Britta Bühler, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vom VdK-Landesverband, dem SÜDKURIER mitteilte. Der Aktionsradius werde nach wie vor erweitert, ebenso das VdK-Informationsangebot – auch im Wege der neuen Medien. Neben dem Sozialrechtsschutz, den 50 hauptamtliche VdK-Sozialrechtsreferenten in landesweit 35 Servicestellen gewährleisteten, könnten die Mitglieder noch etliche weitere Leistungen beanspruchen. Britta Bühler: "So bieten die rund 1200 VdK-Ortsverbände und die 52 Kreisverbände im Südwesten viel geselliges Vereinsleben mit Ausflügen, Feiern, Stammtischen und örtlichem Infoangebot." Außerdem halte der VdK weitere Leistungen vor wie Patienten- und Wohnberatung, Fachinformationen und Schulungen, zudem Angebote in Zusammenarbeit mit Partnern. Darüber hinaus gebe es seit 1991 ein VdK-eigenes Reisebüro in Stuttgart, seit rund 50 Jahren den VdK-Versicherungsservice, zwischenzeitlich auch Gymnastikangebote, Autofahrtrainings, Schlüsselfinder-Service und dergleichen. "Die sozialpolitische Interessenvertretung ist aber nach wie vor ein VdK-Aufgabenschwerpunkt mit Aktionen zum Beispiel anlässlich der Bundestagswahl, zur Pflegereform oder zur Barrieren-Thematik", so Bühler.

Der Sozialverband

Ursprünglich gründeten Kriegsbeschädigte und Kriegswitwen nach dem Zweiten Weltkrieg den VdK als ihre Interessenvertretung unter dem Namen „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“. In den Folgejahrzehnten und insbesondere seit den 1990er Jahren entwickelte sich der VdK zum breit aufgestellten Sozialverband weiter mit seit 1994 offiziellen Namen „Sozialverband VdK Deutschland“. Er zählt heute mehr als 1,8 Millionen Mitglieder bundesweit und fast 225 000 Mitglieder in Baden-Württemberg – darunter viele Rentner und Senioren, Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung jeden Alters, Patienten und Sozialversicherte, Grundsicherungsbezieher und andere sozial benachteiligte Menschen, aber auch an ehrenamtlicher Arbeit Interessierte. Jeder kann Mitglied werden. 

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