Bodenseekreis Regionalverband ebnet Weg für Rohstoffabbau

Ein zukunftsträchtiges Planungskonzept hat der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben bei seiner Vollversammlung am Freitag in der Gemeindehalle Baienfurt auf den Weg gebracht. Nach umfassenden Prüfungen im Bereich der Geologie sowie Natur- und Wasserschutz können jetzt 94 Standorte für den Abbau von Rohstoffe wie Kies und Quarz-Sanden in die nächste Phase gehen, die vor allem die kommunale Beteiligung vorsieht.

Hauptziel einer Neufestsetzung der Abbaustandorte ist, den Rohstoffbedarf der Region im Hoch-, Tief- und Straßenbau für die nächsten 20 Jahre zu sichern.

Der Abbau von Rohstoffen in Kies- und Sandfördergruben ist in der Öffentlichkeit nicht unumstritten. Anwohner klagen über hohes Verkehrsaufkommen von Lastwagen, auch die Angst vor Belastungen des Grundwassers hat die Kritik in den vergangenen Jahren immer lauter werden lassen. Im Planungskonzept geht der Regionalverband von einer jährlichen Fördermenge von neun Millionen Tonnen an Rohstoffen aus. Das ist die unterste Grenze im Verhältnis zum weiter steigenden Bedarf, zumal hier die Recyclingquote bereits mit eingerechnet ist.

Am Freitag tagte die Regionalversammlung in der Gemeindehalle in Baienfurt.
Am Freitag tagte die Regionalversammlung in der Gemeindehalle in Baienfurt. | Bild: Frank Enderle

Mit einer breiten Mehrheit für die Verabschiedung des Konzepts wurde schon im Vorfeld gerechnet, es gab nur drei Nein-Stimmen sowie zwei Enthaltungen. In der Debatte zuvor kam allerdings gab es auch Kritik auf. Siegfried Spangenberg (Bündnis 90/ Die Grünen) stellte bereits den Bedarf infrage: "Der Rohstoff- und Kiesabbau dient doch nur dazu, den ungezügelten Straßenbau voranzutreiben." Auch berichtete Spangenberg vom Bestreben der Grünen-Fraktion, einzelne Standorte mit dem höchsten Bedenken-Potential schon aus dem Planungskonzept herauszunehmen, beispielsweise der neu angestrebte Standort Grund bei Wolfegg. "Dies ist kein Wunschkonzert, sondern wir wollen eine klare Struktur mit einer ausgewogenen räumlichen Verteilung", entgegnete Verbandsdirektor Wilfried Franke und gab zu bedenken: "Das Konzept schließt ja dennoch nicht aus, dass einzelne Standorte noch rausfallen können."

Auch Norbert Zeller (SPD) kritisierte den Wunsch einiger Grünen-Vertreter. "Um die Zukunft unserer Region zu sichern, müssen Einzelinteressen auch einmal zurückstehen." Ohnehin gibt es in der Regionalversammlung vereinzelte Zweifel, ob nach den kommunalen Beteiligungsverfahren noch genügend Standorte übrig bleiben. Ob diese Befürchtung berechtigt war, wird sich wohl erst in ein paar Jahren zeigen.

Weitere Details zum Konzept des regionalen Rohstoffabbaus im Internet unter www.rvbo.de

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