Weingarten / Bodenseekreis Regionale Wirtschaft boomt und hofft auf klares politisches Signal

Die Unternehmen im IHK-Bezirk Bodensee-Oberschwaben gehen zuversichtlich ins neue Jahr.

Eine stabile Konjunktur hat im Jahr 2017 für Zufriedenheit und Zuversicht bei den Unternehmen in der Region gesorgt. Deutlich wurde dies bei der Vollversammlung der IHK Bodensee-Oberschwaben am Mittwochnachmittag, der Blick auf die Umfrage war prägendster Programmpunkt. Dass 34,1 Prozent der Unternehmen im kommenden Jahr mit noch besseren Geschäften rechnen, unterstreicht die gute Stimmung. Lediglich beim Einzelhandel zeigt man sich aufgrund der Konkurrenz durch den Onlinehandel vorsichtiger.

Einen leichten Zacken nach unten gab es im vierten Quartal dann aber doch und dies bei allen Branchen. Viele Unternehmen blickten gespannt auf den Ausgang der Bundestagswahl, das Ergebnis sorgt jetzt – wenn auch in einem überschaubaren Niveau – für gespanntes Abwarten. IHK-Präsident Heinrich Grieshaber hatte bei seinem Jahresbericht auch deutliche Worte dafür, dass auch fast drei Monate nach Feststehen des Wahlergebnisses noch keine Regierung stehe. "Wir geben gerade ein desaströses Bild ab", sagte Grieshaber. Dabei brauche Europa Deutschland als starken Partner an der Hand, ergänzte er. Von der neuen Bundesregierung fordert er, der deutschen Wirtschaft stabile Rahmenbedingungen zu schaffen. In Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen seien diese Mittel vorhanden. "Gerade jetzt ist ein deutliches Plädoyer für offene Märkte und mehr zukunftsgerichtete Investitionen wie Digitalisierung oder Infrastruktur wichtig", betonte Grieshaber.

Bettina Wolf vom IHK-Geschäftsbereich Standortpolitik ging bei ihrem Blick auf die Konjunkturumfrage 2017 konkreter auf die Faktoren ein, welche regionalen Unternehmen für die Zukunft unter den Nägeln brennen. Der Mangel und das Konkurrieren um Fachkräfte benennen fast 60 Prozent der IHK-Betriebe als Risiko der eigenen wirtschaftlichen Entwicklung. Während dieses Problem weder in Baden-Württemberg, noch bundesweit mit Ansichten einzelner Parteien zu lösen ist, geht die Befürchtung einer Verteuerung von Rohstoffen und Energie auf politische Signale zurück. Hier ging die Kurve im vierten Quartal stetig nach oben, inzwischen sehen es 37,6 Prozent der Unternehmen in der Region als Risikofaktor für die Zukunft an.

Bettina Wolf vom IHK-Geschäftsbereich Standortpolitik.
Bettina Wolf vom IHK-Geschäftsbereich Standortpolitik. | Bild: Frank Enderle

Trotz den Zacken in den statistischen Kurven sieht Bettina Wolf die Grundstrukturen für eine gesunde Wirtschaft nicht erschüttert. "Wir haben insgesamt eine hervorragende Ausgangslage für die künftigen Konjunkturerwartungen und wir müssen uns fragen, was noch kommen soll", erklärte Bettina Wolf. Ein weiterer Anstieg des regionalen Konjunkturniveaus sieht man bei der IHK sogar mit gewisser Besorgnis. Bei einer möglichen Überhitzung könnten viele Betriebe erhebliche Nachteile erleiden.

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