Bodenseekreis Mehr Geld und Wagen: Auf der Bodenseegürtelbahn kommt was ins Rollen

Nach Kritik im Kreistag des Bodenseekreises sind Landrat Lothar Wölfle und der Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Bodo, Jürgen Löffler, zu Gesprächen in Stuttgart gewesen. Jetzt hat das Verkehrsministerium mehr Geld und Wagen für die Bodenseegürtelbahn zugesagt. Vor allem im Berufsverkehr sind die Züge häufig überfüllt, Fahrgäste bleiben am Bahnsteig stehen.

 Die Bahn kommt zu spät, die Bahn muss aufgrund von Störungen irgendwo im Nirgendwo stehenbleiben, die Bahn lässt Menschen am Bahnsteig zurück, weil die Wagen überfüllt sind. Situationen wie diese sind Zugreisenden wohlbekannt und sorgten nun auch für Empörung im Kreistag. Immer wieder war das Wort "Skandal" zu hören.

Zwei Tage später scheint eine Lösung in Sicht: Das Verkehrsministerium sagte mehr Geld und Wagen für die Bodenseegürtelbahn zu. "Die Tatsache, dass die Deutsche Bahn nicht in der Lage ist, die bestellte Menge von Triebwagen zur Verfügung zu stellen, ist richtig", hatte Wölfle dem Kreisrat verdeutlicht. "Aber das Land Baden-Württemberg hat die Bestellung von Zügen reduziert." Wölfle zeigte eine Untersuchung, die deutlich machte, dass das Land Wagenkapazitäten auf der Bodenseegürtelbahn gezielt abbestellt hatte, einige davon sogar im Berufsverkehr. Je nach Strecke liegen die Rückgänge zwischen 21 und 33 Prozent.

Die Kreisräte reagierten empört. Das Ministerium hat zwischenzeitlich bestätigt, dass die vom Land bestellten Verkehre im derzeit gültigen Übergangsvertrag zwischen Land und Bahn gegenüber dem früheren Verkehrsvertrag reduziert worden waren. "Beides zusammen führt zu den derzeit untragbaren Zuständen", kommentierte das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Am Tag nach der Kreistagssitzung hatte Wölfle in Stuttgart ein Gespräch im Verkehrsministerium, an dem auch Ministerialdirektor Uwe Lahl, Jürgen Löffler, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Bodo, und der Chef der DB Regio Baden-Württemberg, David Weltzien, teilnahmen. Als Fazit des Treffens erklärte das Landratsamt, nicht nur die Bahn wolle wieder mehr Fahrzeuge auf die Schiene bringen, sondern auch das Land habe zugesagt, zusätzliche Kapazitäten zu bestellen.

Wie es in der Presseerklärung des Landratsamts heißt, seien sich alle Gesprächsteilnehmer einig gewesen, dass dringender Handlungsbedarf bestehe. "DB-Manager Weltzien wies darauf hin, dass sich derzeit eine überdurchschnittlich große Zahl der VT-650-Triebwagen, die auf der Bodenseegürtelbahn eingesetzt werden, in der Werkstatt befinden. Es werde dort auch zwischen den Jahren gearbeitet, damit die Situation möglichst bis nach den Weihnachtsferien wieder einigermaßen tragbar ist, versicherte er." Uwe Lahl habe zugesichert, dass das Land zusätzliches Geld in die Hand nehmen werde. Er habe den Verkehrsverbund gebeten aufzuzeigen, wo weitere Zugkapazitäten dringend benötigt und bestellt werden müssten – "am Geld wird das nicht scheitern."

Jürgen Löffler wies Richtung DB darauf hin, dass es dieses Mal nicht bei Versprechungen bleiben dürfe. Ein nächstes Spitzengespräch, bei dem es insbesondere um die vom Land angekündigten zusätzlichen Bestellungen gehen soll, ist für Ende Januar terminiert.

"Immerhin ein Lichtblick", zeigten sich Landrat Wölfle und Bodo-Geschäftsführer Löffler nach dem Gespräch im Ministerium vorsichtig optimistisch. "Auf der Bodenseegürtelbahn geht es aber mittlerweile nur noch darum, dass die Leute überhaupt noch in den Zug hinein kommen, der gerade im Berufsverkehr meist nur aus einem einzigen Triebwagen besteht", machte Lothar Wölfle deutlich. "Die Züge fahren ohnehin nur stündlich. Das bedeutet, dass die Menschen nicht rechtzeitig zur Arbeit, zu Terminen oder zu Anschlusszügen kommen. Das ist nicht akzeptabel."

Fragen an das Verkehrsministerium

Auch Klaus Burger, CDU-Mitglied des Landtags Baden-Württemberg, hat sich in Sachen Bodenseegürtelbahn zu Wort gemeldet. In einer Pressemitteilung teilte er mit: "Die aktuellen Vorkommnisse auf der Bodenseegürtelbahn, bei denen Passagiere wegen überfüllter Waggons den Zug unterwegs verlassen mussten, die vielen Verspätungen und weitere Vorfälle" seien für ihn ein Grund mehr, direkt bei Verkehrsminister Hermann in Stuttgart nachzuhaken. "Die Zustände sind unerträglich. Vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit für Bahnreisende unzumutbar. Ich erwarte hier ein klares Statement des Landesverkehrsministers und konkrete Lösungsvorschläge", forderte Burger. Er wünscht auch Transparenz, welche Leistungen vertraglich bei der DB Regio bestellt wurden, etwa wie viele Wagen für die einzelnen Fahrten festgelegt wurden. Er habe eine Reihe Fragen zur Problematik auf der Bodenseegürtelbahn an das Ministerium geschickt.

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