Bodenseekreis Leserführung bei Markdorfer Firma Konrad Knoblauch: Hier würde jeder gerne arbeiten

In der Reihe "Der SÜDKURIER gibt einen aus" besuchten 21 Leser die Markdorfer Firma Konrad Knoblauch – und waren begeistert von Firmenkultur und Produkten.

Die Führung war noch nicht fertig, da sprach Christa Steuer aus Bermatingen aus, was viele dachten: "Hier würde ich auch gerne arbeiten oder eine Ausbildung beginnen." Sie gehörte zu den ausgelosten 21 Lesern, die im Rahmen der Aktion "Der SÜDKURIER öffnet Türen" die Firma Knoblauch in Markdorf besichtigten. Das Interesse war immens: Rund 90 Leser wollten mit, wie der begrüßende Markdorfer Redaktionsleiter Helmar Grupp mitteilte, der dem innovativen Unternehmen für die Bereitschaft der Präsentation dankte. Diese hielt eine Überraschung nach der anderen bereit. Das begann mit der Historie, die Julia Kohler, Leitung Marketing und Kommunikation, unterhaltsam vermittelte: 1909 als "stinknormale" Schreinerei in Efrizweiler gegründet, wurde diese an Sohn und Enkel Konrad vererbt. "Konni" Knoblauch hatte das Unternehmen sehr stark in eine neue Richtung geprägt: Anfang der 90er baute er fürs Modehaus "Engelhorn" in Mannheim eine Ladenfläche – der Auftakt für weitere Projekte. Seit ein paar Jahren gestaltet das Unternehmen neben unterschiedlichsten Geschäften auch Restaurants, Hotels, Bürowelten und private Objekte. "Wir sind Ansprechpartner überall dort, wo eine Einrichtung vonnöten ist", so Julia Kohler.

Nach der Besprechung eine Runde Tischtennis: Stefan Thoma (links) stellte den Besprechungs- und Spieltisch bei der Führung durch das Unternehmen Knoblauch vor.
Nach der Besprechung eine Runde Tischtennis: Stefan Thoma (links) stellte den Besprechungs- und Spieltisch bei der Führung durch das Unternehmen Knoblauch vor. | Bild: Christiane Keutner

In Jürgen Zahn, dem heutigen Inhaber, hatte Konni Knoblauch einen ebenso extremen Visionär gefunden, der nach dem frühen Tod Konrads die Geschäfte ganz übernommen hatte. Seiner Idee entsprang auch das "büroladencafé", in dem auf 1500 Quadratmetern Büro, Laden und ein Café vereint sind.

Vereint sind am Standort auch alle Berufe – Architekten, Designer, Schreiner, Metall-Handwerker -, die einen Auftrag von der Planung bis zur Fertigstellung ermöglichen. "Wir sind der einzige Ladenbauer, inklusive Möbelverkauf, der dies anbietet", so die Marketingfrau. Darunter sind bekannte Marken und Klassiker. Zielgruppe seien junge, anspruchsvolle Paare, erklärt Innenarchitektin Camilla Nold.

Julia Kohler (rechts) stand auch noch beim gemütlichen Teil der Führung durch das Markdorfer Unternehmen Knoblauch Rede und Antwort.
Julia Kohler (rechts) stand auch noch beim gemütlichen Teil der Führung durch das Markdorfer Unternehmen Knoblauch Rede und Antwort. | Bild: Christiane Keutner

Alles aus einer Hand sei ein zunehmender Trend, sagen Andreas Richter, Leiter Individualprojekte, und Stephanie Seeberger, Leiterin und Generalunternehmerin. Mit ihrem komprimierten Wissen und Können liege die Firma da absolut richtig. Und mit dem Konzept der Selbstorganisation: Die Mitarbeiter stellen sich ihr Team für ein Projekt selbst zusammen. "Das funktioniert sagenhaft gut", so Richter, den Weitblick und Freiraum an und in der Firma faszinieren. Man identifiziere sich mit dem Vorhaben und habe Spaß daran. Die Arbeit erfolgt am PC und in Gesprächen, auch mal auf dem Sofa.

Die Vielfalt auch beim Material zeigen hier Innenarchitektin Antje Plunktke (2. von rechts) und Julia Kohler, Leiterin Marketing und Kommunikation.
Die Vielfalt auch beim Material zeigen hier Innenarchitektin Antje Plunktke (2. von rechts) und Julia Kohler, Leiterin Marketing und Kommunikation. | Bild: Christiane Keutner

Den Spaß sehen die Besucher auch an Innenarchitektin Antje Pluntke, die am PC die Verwandlung des Souvenirladens des Affenbergs Salem zum "Showroom" und die Schritte und Überlegungen von der Ideensammlung bis zum fertigen Konzept sowie das Lager für Stoffe und Zubehör vorstellt.

Welcher Aufwand notwendig ist, bis beispielsweise ein hochglanzpolierter Schrank perfekt ist und das "Okay" von Paul Flintrop (Qualitätssicherung) bekommt, zeigte und erläuterte Schreiner und Produktionsleiter Stefan Thoma. Er führte die Besucher durch Schlosserei und Schreinerei, vorbei am sterilen Hochglanzraum, an (halb)fertigen Produkten, die durch witzige Details bestechen: Der Besprechungstisch wird mit Aufsatz zur Tischtennisplatte, der abstrakte Baum dient als Garderobe, das hölzerne Riesenherz wird ein Hochzeitsgeschenk. Ein Kunde lebt nachhaltig und lässt seine Gartenstühle neu lackieren. "Wir machen fast alles", strahlt Stefan Thoma.

Pläne und Zeichnungen werden via iPad übermittelt und statt hinter verschlossenen Türen agieren und kommunizieren die unterschiedlichen Mitarbeiter auf den offenen "Großraum"-Etagen – mit Café. Ein Alptraum für viele – doch es ist ruhig. "Rufe nicht lauter als Du spucken kannst", hieß die anfangs ausgegebene Devise.

"Wahnsinn, was die für die Mitarbeiter tun", sagte eine Frau, fast bedauernd, dass sie in Rente ist. Auch das ist ein gutes Stück der Firmenkultur: Im gemütlich-stylischen Bistro erhalten Mitarbeiter für wenig Geld ein komplettes Menü – und dürfen hier auch mit ihren Familienmitgliedern essen. Mehr noch. Unter den rund 250 Mitarbeitern und 20 Auszubildenden in fünf Berufen gibt es auch fünf Hunde am Arbeitsplatz. Sie schlummern in Körbchen und Decke und sind so entspannt wie Herrchen oder Frauchen.

Beim Abschluss mit Kaffee und Kuchen stellten die SÜDKURIER-Leser weitere Fragen, unter anderem zu Kinderbetreuung, Lacken, Wertigkeit. Am Ende waren sich alle einig. Der "Ladenbauer" ist ein toller Laden.

Antonia Dziewior, Bermatingen: "Ich bin sprachlos. was die alles machen! Und dass wir hier in dem kleinen Städtle Markdorf eine so innovative Firma haben, sagenhaft!"
Antonia Dziewior, Bermatingen: "Ich bin sprachlos. was die alles machen! Und dass wir hier in dem kleinen Städtle Markdorf eine so innovative Firma haben, sagenhaft!" | Bild: Christiane Keutner

 

Gaby Preuß, Salem-Mimmenhausen: "Es ist beeindruckend, dass von der Planung bis zur Fertigstellung alles an einem Ort erfolgt. Man merkt, dass die Mitarbeiter sehr motiviert sind. Nach unserem Umzug aus Buxtehude haben wir hier Stühle gekauft."
Gaby Preuß, Salem-Mimmenhausen: "Es ist beeindruckend, dass von der Planung bis zur Fertigstellung alles an einem Ort erfolgt. Man merkt, dass die Mitarbeiter sehr motiviert sind. Nach unserem Umzug aus Buxtehude haben wir hier Stühle gekauft." | Bild: Christiane Keutner

 

Otto Schwarz, Markdorf: "Ich war mit Konni Knoblauch befreundet und freue mich, dass er hier noch sehr geachtet wird; sein Geist lebt hier. Die Vielfalt war immer sein Ding. Mich hat das individuelle Arbeiten überrascht."
Otto Schwarz, Markdorf: "Ich war mit Konni Knoblauch befreundet und freue mich, dass er hier noch sehr geachtet wird; sein Geist lebt hier. Die Vielfalt war immer sein Ding. Mich hat das individuelle Arbeiten überrascht." | Bild: Christiane Keutner

 

Anita Kohler, Owingen-Taisersdorf: "Die gesamte Firmenkultur, was man den Mitarbeitern bietet und dass sie ihre Hunde mitnehmen dürfen, hat mich sehr beeindruckt. Zudem wollte ich mal sehen, wo meine Schwiegertochter arbeitet und was sie macht."
Anita Kohler, Owingen-Taisersdorf: "Die gesamte Firmenkultur, was man den Mitarbeitern bietet und dass sie ihre Hunde mitnehmen dürfen, hat mich sehr beeindruckt. Zudem wollte ich mal sehen, wo meine Schwiegertochter arbeitet und was sie macht." | Bild: Christiane Keutner

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