Bodenseekreis Frost und Schweinepest bereiten Landwirten Sorgen

Der Rückblick auf ein bewegtes Jahr 2017 prägte die BLHV-Kreisverbandsversammlung. Viele der 2017er Themen reichen auch in die Gegenwart hinein: Glyphosat, das Insekten- und Vogelsterben sowie die Diskussion um den Artenschutz.

Ereignisreich und sorgenreich: So verlief das vergangene Jahr für die Landwirte im Kreis. Bei der Kreisverbandsversammlung des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbands (BLHV) in Roggenbeuren zog der Vorsitzende Georg Rauch ein durchwachsenes Fazit. Der späte Frosteinbruch im April bescherte den Obstbauern eine kalte Dusche und 45 Prozent der Erträge fielen dem Frost zum Opfer. Der Schaden wird auf rund 33 Millionen Euro beziffert. "Das traf viele von uns sehr hart und eine Wiederholung würde viele Betriebe in ihrer Existenz bedrohen", sagte Rauch.

Aber auch weitere Themen beschäftigen die Landwirte weiterhin, zum Beispiel Glyphosat, das Insekten- und Vogelsterben sowie die Diskussion um den Artenschutz. Als neues Sorgenthema kommt jetzt ganz aktuell die Schweinepest hinzu. Dazu Rauch: "Da müssen wir uns warm anziehen. Noch ist derzeit wenig passiert, aber wenn sie kommt, bleibt zu hoffen, dass die Schweinehalter nicht alleine gelassen werden." Bei den Themen Glyphosat, Insekten- und Vogelsterben und Artenschutz kritisierte er die Art und Weise, wie die Diskussion in der Öffentlichkeit geführt werde. "Es wäre wünschenswert, wenn man gemeinsam eine einheitlich wie sachliche Diskussion führen könnte, ohne dabei die Landwirte pauschal als Verursacher zu brandmarken." Beim Thema Flächenwandel sprach der Verbandschef vielen Anwesenden aus der Seele, als er den stetigen Rückgang landwirtschaftlicher Flächen zugunsten von Gewerbeflächen beklagte.

Aber es gab aber auch positive Entwicklungen zu vermelden. Der BLHV ist als Projektpartner bei der Bio-Musterregion des Landkreises Konstanz und des Bodenseekreises beteiligt. So möchte der Verband den ökologischen Landbau in der Region aktiv unterstützen. "Es muss nicht jedermanns Sache sein, aber ich sehe klare Chancen dabei", sagte Georg Rauch.

Auf offene Ohren stieß Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises, als er ebenfalls die beim Thema Artenschutz einseitig geführte Diskussion in der Öffentlichkeit kritisierte. "Es findet ja keinerlei Abwägung mehr statt, es hat nur eine Position zu geben und von dieser wird nicht abgewichen." Für ihn ist es an der Zeit, zur Normalität zurückzukommen. Auch beim Thema Landwirtschaft/Naturschutz/Umweltschutz sieht dringenden Handlungsbedarf: "Es darf nicht als Gegensatz gesehen werden, jedoch verhindert eine Diskussionsunkultur die Wahrnehmung realer Fakten." Als Beispiel führte er hier die von Grünen im Landtag angefragten medizinischen Studien zu Glyphosat an, die klar belegen würden, dass eine Krebserregung nicht nachgewiesen werden könne.

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