Bodenseekreis EBC-Gästekarte im Papierformat kommt: Umstrittene Chipkarte wird auf Eis gelegt

Papier- statt Chipkarte: Die elektronische Echt-Bodensee-Card (EBC) hat vorerst ausgedient. Auf diesen Nenner lässt sich die Entscheidung der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH (DBT) bringen, die kaum anders zu erwarten war.

Zu offensichtlich sind die Probleme der EBC nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim. Das hatte die neue Kurtaxe-Satzung der Gemeinde Langenargen gekippt, nachdem EBC-kritische Gastgeber wegen datenschutzrechtlicher Bedenken und einer falschen Kurtaxe-Kalkulation erfolgreich dagegen geklagt hatten. Seither ist klar, dass die elektronische EBC nicht über die Kurtaxe finanziert werden kann.

Der Hauptzweck der Gästekarte – freie Fahrt in Bus und Bahn für die Urlauber – dürfe aber nicht durch formelle oder technische Schwierigkeiten gefährdet werden. "Deshalb gehen wir nun vorerst auf die simple Papiervariante", erklärte Landrat Lothar Wölfle in einer Pressemitteilung der DBT. Deren Gesellschafter hätten sich am vergangenen Dienstag "einhellig zu diesem Schritt entschlossen", so Wölfle. "Man muss erkennen, wenn der Weg so steinig geworden ist, dass man Schritt und Tempo anpassen muss, um nicht zu stolpern." Wölfle vertritt als Landrat des Bodenseekreises den größten Gesellschafter der DBT, der allein 70 Prozent der Anteile hält.

Laut Geschäftsführer Enrico Heß ziehe die DBT "aus den Erfahrungen des ersten Jahres nun die Konsequenzen". Nach dem VGH-Urteil müsse das neu entwickelte System der elektronischen Gästekarte auf den Prüfstand und nach der Insolvenz des Technikdienstleisters Geios AG der Betrieb neu organisiert werden, so Heß. Die Gäste der EBC-Gemeinden könnten aber auch 2018 gratis Bus und Bahn nutzen und erhielten darüber hinaus Vergünstigungen bei diversen touristischen Leistungen. Bis April soll die Gästekarte in Papierform im Einsatz sein. Bis dahin würden in einer Übergangsphase sowohl die Chipkarten als auch die künftigen Papierkarten als Fahrschein von Bodo akzeptiert, teilte die DBT parallel den Tourist-Informationen mit.

Auch die EBC in Papierform soll von den Gastgebern ausgegeben werden. Auf der Karte sollen der Name des Gastes, der Gültigkeitszeitraum, der Beherbergungsbetrieb und die Aufenthaltsgemeinde aufgedruckt sein. "In absehbarer Zeit" soll die Karte zudem einen speziellen Strichcode tragen, der von standardmäßig im öffentlichen Nahverkehr eingesetzten Geräten gelesen werden kann, um die Gültigkeit des Fahrscheins elektronisch zu prüfen. Die Umstellung auf dieses geänderte System mache eine Reihe technischer und formeller Änderungen nötig, an denen bei der DBT und beim Verkehrsverbund Bodo bereits mit Hochdruck gearbeitet werde.

Parallel will die DBT aber auch das digitale Angebot der EBC so weiterentwickeln, dass es im Markt breite Akzeptanz finde und reibungslos eingeführt werden könne. Vorerst ist man bei der DBT – laut Mail an die Touristiker in den Gemeinden – zuversichtlich, dass der Wechsel auf die einfache Papiervariante "auch bei den Gastgebern die erforderliche Akzeptanz für die EBC herbeiführt".

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