Überlingen Demo gegen Fracking: „Absolutes Nein zu Fracking“

Insgesamt rund 600 Demonstraten folgten am Samstag dem Aufruf zur Demonstration gegen Fracking in Überlingen, zu dem ein Bündnis regionaler Umwelt- und Bürgergruppen aufgerufen hatte. Die Demonstration verlief laut Polizei störungsfrei.

Zu einer Kundgebung gegen Fracking versammelten sich am Samstagmittag in Überlingen nach Auskunft der Polizei rund 600 Demonstranten. Anlässlich des dritten internationalen Aktionstags „Global Frackdown“ hatte ein Bündnis regionaler Umwelt- und Bürgergruppen zu Protesten gegen die unkonventionelle Gasförderung generell und insbesondere am Bodensee aufgerufen.



Bereits am Vormittag waren im Überlinger Teilort Bambergen rund 70 Teilnehmer einer Fahrrad-Demonstration in die Innenstadt gefahren. Dort informierten Aktivisten und stellten etwa symbolisch die Messlinien für die geplanten seismischen Untersuchungen dar. Auch vier Segler unterstützten mit ihren Booten, die entlang der Promenade kreuzten, die Fracking-Gegner. Diese verknüpften ihren Protest mit einer Ablehnung des Freihandelsabkommens (TTIP). Denn, so betonte Thomas Weber, Organisator der Veranstaltung, mittels TTIP könnten private Firmen mit dem Argument der Wettbewerbsbenachteiligung unter anderem auch gegen nationale Anti-Fracking-Gesetze klagen.

Weber forderte unter Beifall ein: „Absolutes Nein fürs unkonventionelle Gasfracking – nicht nur hier am Bodensee sondern in der ganzen Bundesrepublik. Und das gilt auch für das Freihandelsabkommen, die größte Gefährdung unsere Bürgerinitiativen-Arbeit und alles, wofür wir kämpfen.“ Andrea Hahn von der lokalen „Wasserkarawane“ prangerte Ressourcenverschwendung und Umweltzerstörung an und beschwor ein Horrorszenario, sollte die Menschheit sie fortsetzen.

Die Überlinger Waldorfschüler Timo und Baldouin Bee, die für die junge Generation sprachen, sagten: „Grundsätzlich haben wir großes Vertrauen in Technik“ – aber beim Fracking sei das Risiko zu groß. „Lasst uns lieber all unsere Kraft in erneuerbare Energiequellen investieren“, appellierten die beiden Brüder und bekamen dafür viel Applaus. Timo Bee forderte die Menge auf: „Handeln wir, sonst wird mit uns gehandelt.“

Mit Galgenhumor erklärte das SEK, die „Sonderbare Einsatzkapelle“ des BUND Pfullendorf und Bad Saulgau unter Leitung von Annamaria Waibel Fracking und dessen Folgen. Waibel unterstrich: „Wir wollen nirgendwo Fracking.“ Fracking sei ein internationales Problem, Wasser kenne keine Landesgrenzen. Waibel verlas die „Korbacher Resolution“, die unter anderem auch ein generelles Import- und Exportverbot von gefrackten Energieträgern fordert sowie die Novellierung des für die Förderung relevanten Bergrechts.

 

Fracking

Beim Fracking wird Gestein unter hohem Druck mittels Wasser, Sand und Chemikalien in 1000 bis 1500 Metern Tiefe aufgebrochen. Kritiker befürchten unter anderem eine Gefährdung des Trinkwassers. In der Region Bodensee-Oberschwaben hält die britische Firma Parkkyn Energy Germany seit 2009 Lizenzen zur Erkundung von Erdöl und Erdgas. Die Erlaubnis zur Untersuchung zweier jeweils rund 1000 Quadratkilometer großer Felder bei Konstanz und Biberach läuft bis Ende 2015. An den Anti-Fracking-Aktionen in Überlingen und Umgebung beteiligten sich BUND, Nabu, die Überlinger Gruppen Wasserkarawane, Bürgersinn und Friedenskreis sowie Überlinger Schüler. (flo)

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