Bodenseekreis Bodenseegürtelbahn zählt 165 Zugausfälle in einem Jahr

Auf der Strecke der Bodenseegürtelbahn gibt es viele Probleme. Am Dienstag soll es Informationen über den Aktionsplan 2018 für Vertreter aus der Region geben.

Auf der Bodenseegürtelbahnstrecke zwischen Friedrichshafen und Radolfzell sind im vergangenen Jahr insgesamt 165 Züge ausgefallen. Das teilt das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg auf eine Anfrage des Radolfzeller FDP-Abgeordneten Jürgen Keck mit. "Dass die Verspätungen und Ausfälle schlimm waren und sind, das war bekannt", betont Keck. Mit diesem Ausmaß hatte er allerdings nicht gerechnet.

Allein im Dezember gab es 35 Zugausfälle auf der Strecke. Hauptursachen für die Verspätungen und Ausfälle waren laut Ministerium "externe Einflüssen" sowie Fahrzeugschäden. Zwar habe es zwischendurch eine Verbesserung gegeben, aber "im November und Dezember war die Situation ähnlich unbefriedigend wie Anfang 2017". Als Hauptproblem sieht man in Stuttgart, dass auf der Zugstrecke nicht genügend Waggons im Einsatz sind. Das führe zu überfüllten Züge oder sogar dazu, dass Fahrgäste an den Haltestellen stehengelassen werden. Das Ministerium erhöhe den Druck auf die Bahn kontinuierlich.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung der Deutschen Bahn und des Verkehrsministeriums wird nach einem halben Jahr seit Inkrafttreten des Zehn-Punkte-Aktionsplans zur Verbesserung der Qualität des Nahverkehrs von deutlichen Fortschritten gesprochen. Gleichzeitig bleiben einige kritische Linien "im Fokus der Anstrengungen" – darunter auch die Bodenseegürtelbahn. Gemeinsam arbeite man hier an Verbesserungen für die Fahrgäste. Details zum Aktionsplan 2018 sollen am Dienstag, 30. Januar, Vertretern der Region vorgestellt werden. Neben Landrat Lothar Wölfle wird auch Bodo-Geschäftsführer Jürgen Löffler an dem Treffen in Stuttgart teilnehmen.

Auch die SPD-Kreistagsfraktion hatte eigenen Angaben zufolge zuletzt die Landtagsfraktion ihrer Partei über die "zunehmenden Verschlechterungen auf der Bodenseegürtelbahn informiert". "Dies führt sogar soweit, dass zahlreiche Fahrgäste der Bahn wieder auf das Auto umsteigen", so Norbert Zeller. Die SPD fordere die Landesregierung auf, dafür zu sorgen, "dass die Züge der Bodenseegürtelbahn zwischen Radolfzell und Friedrichshafen grundsätzlich mit zwei Waggons fahren und auf der Strecke Friedrichshafen-Lindau dreiteilige Züge eingesetzt werden". Neben der Beseitigung der Mängel müsse das Land zusätzliches Geld für die Bodenseegürtelbahn zur Verfügung stellen.

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