Bodenseekreis Blitzer im Bodenseekreis erfassen 150 000 Fahrer

Die Radarfallen im Bodenseekreis schnappten 2017 deutlich öfter zu als in den Vorjahren. 150 000 Fahrzeuge wurden wegen Tempoüberschreitungen geblitzt. Der Grund: Im November 2016 waren acht neue Anlagen in Betrieb genommen worden, insgesamt gibt es kreisweit jetzt 21 Messanlagen. Die Fahrer zahlten 3,1 Millionen Euro Strafe, 275 Fahrverbote wurden ausgesprochen. Der schnellste Fahrer war an der Ortseinfahrt Hagnau im Bereich Tempo 30 mit 141 Stundenkilometern geblitzt worden.

Tempolimit? Fast 150 000 Mal blitzten stationäre und mobile Radargeräte im Bodenseekreis im vergangenen Jahr, wenn Autofahrer zu schnell unterwegs waren. Damit liegen die Zahlen deutlich höher als in den Vorjahren, als der Landkreis rund 82 000 Fälle von Geschwindigkeitsübertretung pro Jahr zu bearbeiten hatte. Die Erklärung ist einfach: Im November 2016 wurden an acht weiteren Standorten im Kreisgebiet neue "Blitzer" aufgestellt, womit es jetzt insgesamt 21 Messstationen gibt. Ein Jahr zuvor hatte der Kreistag beschlossen, rund 370 000 Euro in den Ausbau der Geschwindigkeitsüberwachung zu investieren. Friedrichshafen und Überlingen sind in der Kreis-Statistik nicht dabei. Beide Städte haben eigene Straßenverkehrsbehörden und betreiben ihre Messanlagen selbst.

Besonders häufig hat es 2017 in Hagnau geblitzt: 16 522 Mal.
Besonders häufig hat es 2017 in Hagnau geblitzt: 16 522 Mal. | Bild: Fabiane Wieland
  1. Wie viele stationäre Radaranlagen sind dazugekommen und wo? In Eriskirch, Kressbronn-Gohren, Heiligenberg, Stetten, Frickingen und Tettnang kamen acht neue "Blitzer" hinzu, wobei an fünf Standorten je ein moderner schwarzer Messturm statt des grünen "Starenkastens" installiert wurde. Nur die neue Anlage in Bermatingen ist wegen der umstrittenen 30er-Regelung in diesem Abschnitt nach wie vor nicht aktiviert.
  2. Wie viele "Blitzer" sind insgesamt im Einsatz? Der Landkreis besitzt zwei mobile Geschwindigkeitsmessgeräte, die im Schichtbetrieb eingesetzt sind. Darüber hinaus betreibt die Straßenverkehrsbehörde beim Kreis 21 stationäre Messplätze mit 15 Messgeräten. Jeweils sechs Geräte sind also leer. Obendrein hat sich der Landkreis ein "unbemanntes" Gerät angeschafft, das über mehrere Tage an einem Ort stationiert werden kann. "Im Dezember sind damit die ersten Fotos gemacht worden. Richtig in den Einsatzplan aufgenommen wird es in diesem Jahr", erklärt Robert Schwarz, Sprecher des Landratsamts. Damit will der Kreis vor allem an jenen Standorten die Geschwindigkeit messen, die auf der langen Wunschliste der Gemeinden stehen, zum Beispiel in Hepbach.
  3. An welchen stationären Messstellen wird am häufigsten geblitzt? Auf der B 31. Absoluter Spitzenreiter ist der Mauernriedtunnel in Eriskirch, hier ist Tempo 70 erlaubt. Richtung Friedrichshafen wurden vergangenes Jahr 21 857 Überschreitungen registriert. Platz 2: die Ortsdurchfahrt Hagnau, wo es in Richtung Friedrichshafen 16 522 Überschreitungen gab. Mit 9498 registrierten Geblitzten liegt die Ortsdurchfahrt Stetten Richtung Markdorf auf Platz 3.
  4. Wie vieleRadarkontrollen hat der Landkreis insgesamt durchgeführt? Im vergangenen Jahr wurde mobil an 662 Stellen im Landkreis die Geschwindigkeit des Verkehrs gemessen. Das wären rund zwei Radarkontrollen pro Tag an allen Kalendertagen.
  5. An welchen Orten wird bevorzugt kontrolliert? Nach Auskunft des Landratsamts werden die Geschwindigkeitsmessungen gleichmäßig auf die Städte und Gemeinden im Landkreis verteilt. An zwei Landesstraßen in Überlingen, wo häufig Unfälle passieren, wurde 2017 zusammen mit Polizei und der Stadt neun Wochen lang verstärkt gemessen. Nach den Schulferien wurden verstärkt vor Kindergärten und Schulen mobile Radaranlagen postiert.
  6. Wie viele Fahrzeuge wurden bei stationären und mobilen Kontrollen mit zu hohem Tempo geblitzt? Bei den stationären Messanlagen lösten die Kameras 118 088 Mal aus. Bei den mobilen Messungen wurden 31 334 Fahrzeuge mit zu hoher Geschwindigkeit erfasst. Insgesamt wurden 149 422 Fahrer geblitzt.
  7. Wie hoch ist die Summe der verhängten Buß- und Ordnungsgelder? Bei mobilen Kontrollen wurden 658 022 Euro an Strafgeldern eingenommen und im stationären Bereich 2 479 859 Euro, insgesamt also rund 3,14 Millionen Euro.
  8. In wie vielen Fällen wurden Fahrverbote ausgesprochen? Nach mobilen Kontrollen wurden 75 Fahrverbote ausgesprochen, vom stationären Blitzer wurden 200 Fahrer als deutlich zu schnell registriert. Insgesamt waren es also 275 Fahrverbote.
  9. Wie schnell waren die schnellsten Fahrzeuge unterwegs, die im vergangenen Jahr geblitzt wurden? Mit 191 km/h auf dem Tacho wurde im vergangenen Jahr ein Fahrer in Tettnang auf Höhe Sportarena von einem mobilen Messgerät erfasst. Die zulässige Geschwindigkeit lag bei 100 km/h. Abzüglich der Toleranz liegt eine Überschreitung von 85 km/h vor. Das brachte dem Fahrer nicht nur zwei Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg und drei Monate Fahrverbot ein, sondern auch 600 Euro Geldbuße. Noch eiliger hatte es jener Fahrer, der mit 141 km/h die Ortseinfahrt Hagnau passierte. Ihn fotografierte der stationäre Blitzer mit 111 km/h zu viel auf dem Tacho.

 

Bußgeldkatalog

Seit Oktober 2017 ist der neue, verschärfte Bußgeldkatalog gültig. Der Bundesrat hatte eine Reihe von Neuerungen bei verschiedenen Verkehrsverstößen beschlossen. Unter anderem gibt es nun höhere Strafen für die unerlaubte Handybenutzung am Steuer, für das Blockieren von Rettungsgassen, für die Teilnahme an, Planung und Durchführung von verbotenen Kraftfahrzeugrennen und ein Verhüllungsverbot beim Autofahren.

Eine umfassende Reform des Bußgeldkatalogs gab es bereits 2014. Wichtigste Änderung war das neue Punktesystem. Aus dem Verkehrszentralregister in Flensburg wurde das Fahreignungsregister. Der Punktekatalog wurde entrümpelt. Statt Punktekategorien werden seither je nach Schwere der Verkehrsverstöße 1, 2 oder 3 Punkte vergeben. Die Fahrerlaubnis wird seitdem bereits mit acht Punkten entzogen. Wer schneller als erlaubt unterwegs ist, bekommt pro Geschwindigkeitsverstoß maximal zwei Punkte in Flensburg „gutgeschrieben“. (kck)

 

 

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