Bodenseekreis Bauland im Bodenseekreis wird immer knapper

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Diese Binsenweisheit gilt erst recht für Baugrund. Im Zuzugsgebiet Bodenseekreis ist er besonders knapp, sodass sich die Preise für Häuslebauer erheblich nach oben entwickelt haben.

Aus Sipplingen berichtet Hauptamtsleiter Ulrich Sulger, dass sich der Bodenrichtwert im Ortskern und entlang der B 31 alt zwischen 300 und 500 Euro je Quadratmeter bewegt. "In den angrenzenden Wohngebieten liegt er bei 620 Euro und bei den Höhen- und Sichtlagen bei 790 Euro", sagt Sulger. Aktuell könne die Gemeinde keine Bauplätze anbieten. Nur vereinzelt gebe es Privatverkäufe von Grundstücken in Baulücken. "Es ist geplant, in nächster Zeit ein circa 2,6 Hektar großes Gebiet zu erschließen", teilt er mit. Allerdings stünden vorab noch sehr schwierige Grundstücksverhandlungen an.

Im Frühjahr 2017 erfolgte in Markdorf der Verkauf von 13 städtischen Bauplätzen im Neubaugebiet Markdorf-Süd zum Abgabepreis von 325 Euro je Quadratmeter an einheimische Familien. "Auf dem Grundstücksmarkt werden nahezu keine privaten Bauplätze mehr für Familien angeboten. Falls doch, sind sie im Einzelfall sehr teuer", berichtet Stadtbaumeister Michael Schlegel. Weiterhin enorm sei die Nachfrage nach Bauplätzen. "Pro Woche sprechen zwischen zehn und 15 Familien auf der Suche nach einem bezahlbaren Bauplatz bei der städtischen Finanzverwaltung vor."

In seiner jüngsten Sitzung am Dienstag beschloss der Gemeinderat die Abgabe von weiteren 13 städtischen Bauplätzen im Neubaugebiet Markdorf-Süd mit Grundstücksflächen von 404 bis 615 Quadratmetern. Die einzelnen Bauplätze seien jeweils mit einem freistehenden Ein- oder Zweifamilienhaus bebaubar. Die Stadt rechnet damit, dass sich 150 Familien für diese 13 Plätze bewerben. "Für die Ausweisung von weiteren Baulandflächen stehen in Markdorf weitere Bebauungspläne zur Aufstellung an", kündigt Schlegel an. Dazu gehört das Mischgebiet mit Wohnbebauung Klosteröschle und das Baugebiet Torkelhalden mit weniger als zehn Bauplätzen. "Zum geplante Baulandgebiet Griviten West müssen erst noch die Umweltuntersuchungen abgeschlossen werden", sagt der Stadtbaumeister.

Pech haben Bauwillige aktuell in der Gemeinde Immenstaad. Sie kann im Moment keine Baugrundstücke anbieten. "Aufgrund der starken Nachfrage ziehen die Immobilienpreise deutlich an und wir haben keinen einheitlichen Grundstückspreis", informiert Kämmerer Matthias Herrmann. Neue Baugebiete seien in Immenstaad nicht in der Planung. Deutlich zugelegt haben die Grundstückspreise auch in Meersburg. "Wir mussten die Bodenrichtwerte, im Vergleich zu denen vor zehn Jahren vom Gutachterausschuss ermittelten Werten, im Durchschnitt knapp verdoppeln", teilt Bauamtschef Martin Doerries mit. Nach Jahren der eher konservativen Beurteilung der Bodenrichtwerte sei die Stadt Meersburg zum Stichtag Ende 2016 nicht umhin gekommen, die Werte deutlich nach oben zu korrigieren.

Das Gros der Immobilienverkäufe spiele sich aktuell im Bereich von Eigentumswohnungen ab. "Bauland wurde in den vergangenen Jahren meist aus privater Hand veräußert, wobei mit zunehmender Tendenz der Bestand abgebrochen und in verdichteter Weise ersetzt wurde", berichtet Martin Doerries. Im Laufe des Jahres beabsichtige die Stadt Meersburg, einige wenige Baugrundstücke über ein Punktesystem öffentlich auszuschreiben. Derzeit würden zudem weitere Flächen zur Nachverdichtung im Innenbereich geprüft. "Aufgrund unserer geografischen Lage besteht so gut wie keine Möglichkeit zur Entwicklung weiterer Flächen des Außenbereichs zu Bauland", teilt der Bauamtsleiter mit. "Den nicht unerheblichen Bedarf an bezahlbarem Bauland für junge Familien kann der Markt nicht befriedigen."

 

Tipps vom Fachmann

Markus Knisel von Portfolio Consultant & Family Office in Oberteuringen empfiehlt potenziellen Häuslebauern, sich zunächst genau mit der Gegend vertraut zu machen. "Man sollte ein Gefühl dafür entwickeln, wohin man möchte und wo die Infrastruktur passt. Das geht zum Beispiel auch, indem man neben Wünschen seine K.o.-Kriterien sammelt", sagt Knisel. Abhängig vom Budget hätten dann diejenigen die Nase vorn, die entsprechend gut vorbereitet sind und ihren Zirkel eventuell etwas weiter schlagen. "Es gibt was, aber man muss im Moment Geduld haben." So sei mindestens mit einem halben bis einem dreiviertel Jahr Vorlauf zu rechnen. Klappt es nicht mit dem eigenen Bauplatz samt Haus, sieht Knisel die Erdgeschosswohnung mit eigenem Gartenanteil als mögliche Alternative. "Da findet sich unter Umständen eher was." Außerdem habe diese Variante mit Blick aufs Alter durchaus Vorteile. Aktuell baut Knisel in Wittenhofen auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerks zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 26 Wohnungen. Außerdem gibt es auf dem Gelände sieben Bauplätze für Einfamilienhäuser. "Sechs davon sind allerdings bereits verkauft." (rac)

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