Bermatingen-Ahausen Mäuse erzählen beim Krippenspiel von Jesu Geburt

17 Kinder wirken beim Krippenspiel an Heiligabend in der Kirche St. Jakobus in Ahausen mit. Sie erzählen die Weihnachtsgeschichte aus der Sicht dreier Mäuse. Für Katharina Musbach ist es vorerst das letzte Krippenspiel: Sie steigt aus dem Organisationsteam aus.

Heiligabend ohne Krippenspiel? Undenkbar! Das dachten sich auch drei Frauen, die dieses Jahr in die Organisation und Proben mit eingebunden waren. Sie ersetzen Cornelia Päster, die seit 2004 mitgewirkt hatte, und nächstes Jahr auch Katharina Musbach. Denn die 25-Jährige hört auf, nachdem sie fast ihr ganzes Leben lang dabei war. Schon als Kind wurde sie von ihren Eltern mitgenommen, hat unterschiedliche Rollen gespielt und ist seit 2006 in leitender Funktion. Ihr Wegzug nach Illmensee und eine Prüfung im nächsten Jahr um die Adventszeit herum haben sie zu dem Entschluss geführt, einen Schlusspunkt zu setzen. Etwas wehmütig wird sie schon: "Weihnachten ohne Krippenspiel wird ganz anders sein, weil man nicht mehr so eingestimmt wird und sich einfach nicht mehr so intensiv mit dem Fest auseinandersetzen muss." Optimistisch fügt sie gleich hinzu: "Aber wenn ich mal Kinder habe, werde ich in Illmensee ganz sicher auch ein Krippenspiel organisieren." Ganz anders würde Weihnachten auch bei Familie Gonser aussehen: "Bei uns ist der Heilige Abend um das Krippenspiel herum aufgebaut. Wenn es nicht mehr wäre, würde Weihnachten bei uns ganz anders aussehen", sagt Sabine Gonser. Sie ist mit Birgit Welte und Tatjana Kiesel neu im Organisationsteam.

Sabine Gonser vom Organisationsteam: "Gäbe es das Krippenspiel in Ahausen nicht, würde unser Weihnachten ganz anders aussehen."
Sabine Gonser vom Organisationsteam: "Gäbe es das Krippenspiel in Ahausen nicht, würde unser Weihnachten ganz anders aussehen." | Bild: Christiane Keutner

Von den ersten Erfahrungen berichtet Birgit Welte: "Es hat Spaß gemacht, war spannend, auch das Drumherum mit dem Aussuchen von Liedern, Krippenspiel, Gebeten und Musik." Gerade wenn die eigenen Kinder im Krippenspielalter seien, biete sich das Mitmachen an. "Das Krippenspiel wird total gut angenommen; viele aus Bermatingen kommen extra nach Ahausen, um es zu sehen." Und in der Tat: Jeder Platz ist im erwärmten Kirchlein am Nachmittag von Heiligabend besetzt. Begehrt sind auch die Rollen. Neun gab es, 17 wollten mitmachen. Viermal musste Sabine Gonser das Spiel umschreiben, damit jeder da beisein konnte. Drei Kinder sind Statisten, einige Rollen, wie die der Mäuse und Hirten, wurden vervielfältigt, der Text auf die Kinder verteilt. "Gut ist, wenn man die Kinder kennt, auf sie eingehen und sich in sie reindenken kann." So wisse man auch, welches Kind gern Text lerne und welches eher weniger. Tränen gab es bei der Rollenverteilung jedenfalls keine, obwohl gleich drei Mädels Maria verkörpern wollten. Nun ist es Marie Brutsch geworden. Sie stammt aus Bermatingen, ist als Ministrantin Öffentlichkeit gewohnt, hat Spaß daran, Texte auswendig zu lernen und in eine andere Rolle zu schlüpfen. Vor dem Auftritt sei sie "ein bisschen aufgeregt", obwohl sie schon Erfahrungen in der Theater-AG ihrer Schule gesammelt hat. Paul Jakob, ein Hirte, freut sich auch auf den Auftritt, "weil man da vor den Leuten vorspielt". Seit drei Jahren ist er dabei. Das Tolle an den Proben sei, dass man Süßigkeiten bekomme und ins Mikrofon spreche.

Marie Brutsch spielt die Maria: "Es ist toll, weil man alle kennt und es Spaß macht, Texte zu lernen und in eine andere Rolle zu schlüpfen."
Marie Brutsch spielt die Maria: "Es ist toll, weil man alle kennt und es Spaß macht, Texte zu lernen und in eine andere Rolle zu schlüpfen." | Bild: Christiane Keutner

Texte lernen gefällt auch Amelie Rieger, die eine Maus darstellt. Sie hofft, dass künftig weitere Kinder mitmachen werden, wenn sie das Krippenspiel sehen, damit die Tradition weitergeführt wird. Bewundert wird sie von Niklas Welte, der die Generalprobe mit dem Handy der Mama gefilmt hat: "Sie hat toll gespielt. Dass die so viel Text auswendig kann!", staunt er. Der Neunjährige wird die Veranstaltung mit der kleinen Tuba, zusammen mit anderen Musikern, begleiten.

Paul Jakob ist einer der Hirten: "Der Auftritt ist am schönsten und dass man mit dem Mikrofon spricht. Aufgeregt bin ich nicht mehr."
Paul Jakob ist einer der Hirten: "Der Auftritt ist am schönsten und dass man mit dem Mikrofon spricht. Aufgeregt bin ich nicht mehr." | Bild: Christiane Keutner

Die Perspektive auf die Weihnachtsgeschichte ist jedes Mal anders: Diesmal leiten drei Mäuse lustig durch die Geschichte, die im Stall zu Bethlehem wohnen. Sie wundern sich über den hellen Stern und ärgern sich, als plötzlich die ganze Aufmerksamkeit dem Neugeborenen zuteilwird und keine Brotkrümel mehr für sie abfallen.

Amelie Rieger ist eine der drei Mäuser: "Wenn wir das spielen, kommen vielleicht ein paar Neue dazu, damit wir das auch weiterhin machen können."
Amelie Rieger ist eine der drei Mäuser: "Wenn wir das spielen, kommen vielleicht ein paar Neue dazu, damit wir das auch weiterhin machen können." | Bild: Christiane Keutner

Die Aufführung

Das Krippenspiel beginnt an Heiligabend um 15 Uhr in der St.-Jakobus-Kirche Ahausen. 17 Kinder von vier bis elf Jahren machen mit, außerdem Mitglieder des Musikvereins Ahausen und Sabine Jauch mit ihren Flötenkindern. Im Anschluss bietet der Musikverein im Waaghäusle Glühwein und Punsch an.

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