Bermatingen Gemeindeteam wertet Unfrage-Ergebnisse aus: Von Lob bis zur vernichtenden Kritik

Wie stellt sich die Pfarrgemeinde dar? Was sollte verbessert werden? Diese Fragen trieb das Gemeindeteam um – und es wurde ein Fragebogen entworfen, der anonym beantwortet werden konnte. Diesen schickten die Mitglieder an alle 1954 Katholiken ab 14 Jahren im Ort. Rund zehn Prozent haben die 17 Fragen beantwortet. Nun liegen die Ergebnisse vor, die das fast komplette Team im Pfarrheim vorstellte.

Bei der Frage nach den Gottesdiensten konnte man beispielsweise ankreuzen, ob man sie ansprechend oder langweilig findet, ob sie kind- oder jugendgerechter gestaltet oder mehr auf Familien ausgerichtet sein sollten. Das Engagement in der Gemeinde wurde abgefragt. Genauso, wie wichtig den Katholiken die Orientierung am Evangelium/Bibel oder der Einsatz für Mitmenschen ist und ob sie sich in der Gemeinde integriert und aufgenommen oder eher alleingelassen und einsam fühlen. Um Anregungen, Wünsche und Kritik wurde ebenfalls gebeten.

Die Mitglieder haben die Resultate nach Altersgruppen, aufgeschlüsselt in Zehnerschritten, geordnet und entsprechend ausgewertet. Claudia Maurer hat sie in einer Excel-Tabelle verarbeitet, an der sich Vieles ablesen lässt. Auffällig hier: "In der Sparte Mittleres Alter, von 30 bis 40 Jahren, kamen die wenigsten Rückmeldungen", so Vikar Johannes Treffert.

"Es war inhaltlich sehr interessant, was an Wünschen und Kritik kam", resümiert Bernhard Hatt. Sehr zufrieden seien die Gemeindemitglieder mit der Präsenz der Mitarbeiter und Seelsorger, die nicht "zu klassisch arbeiten". Verwundert habe, wie viele sich mit der Kirchenmusik auseinandergesetzt hatten, einige sich mehr aufs Klassische besinnen, andere mehr Modernes und/oder Populäres singen wollten. "Die Abschaffung des Zölibats können wir nicht bewerkstelligen, aber unsere Homepage verbessern und das Gotteslob ist voller Gassenhauer", schmunzelt Hatt. Hier gab es sowohl höchstes Lob als auch "vernichtende Kritik". Mit dem Kirchenchor wolle man sich hier Gedanken über eine künftige musikalische Gestaltung machen.

Gemeinsam haben sie das Umfrageprojekt gestemmt (von links): Das Gemeindeteam mit Bernhard Hatt, Pfarrsekretärin Annette Stotz, Monika Volz, Rudi Merk, Vikar Johannes Treffert, Joost Löbermann als Vertreter der Ministranten, Helmut Schweizer, Roswitha Sailer und Claudia Maurer.
Gemeinsam haben sie das Umfrageprojekt gestemmt (von links): Das Gemeindeteam mit Bernhard Hatt, Pfarrsekretärin Annette Stotz, Monika Volz, Rudi Merk, Vikar Johannes Treffert, Joost Löbermann als Vertreter der Ministranten, Helmut Schweizer, Roswitha Sailer und Claudia Maurer. | Bild: Christiane Keutner

Aber auch über Rückmeldungen bezüglich praktischer Dinge wie "wo finde ich eine Toilette in der Nähe der Kirche" habe man sich gefreut, so Helmut Schweizer. Zehn Personen fühlten sich alleine gelassen und hatten ihre Kontakte angegeben. "Relativ geplättet" war Hatt, dass so viele über Gott, die Kirche und ihren Glauben gesprochen hatten – und das mit Freunden (81), den Kollegen (20) oder der Familie (142).

Zügig realisierbar sei eine Fotowand mit den Bildern von Verstorbenen nach dem Vorbild der Bilder von Täuflingen und Konfirmanden sowie die Erneuerung der Homepage und die Bekanntmachung des Gemeindeteams im Schaukasten mit dem Hinweis, wer für was zuständig ist. Letzteres findet auch Claudia Maurer wichtig, um gerade die Gruppe anzusprechen, die bei den Rückmeldungen nur bedeutungslos vertreten war, die dem Gemeindeteam jedoch sehr wichtig ist. "Vielleicht waren es Zeitgründe oder Desinteresse", mutmaßt der Vikar. Hilflos sei man, weil sie ihre Wünsche nicht geäußert habe. Nun stelle sich die Frage, ob man sich um diejenigen mehr kümmere, die geantwortet hatten, oder um jene, die nicht reagiert hatten.

Das Bermatinger Team war das einzige der in der Seelsorgeeinheit vereinten sechs Pfarrgemeinden mit diesem Projekt. Doch die anderen seien schon sehr auf die Ergebnisse gespannt, und die Klufterner hatten auch schon Interesse an einer Durchführung gezeigt.

"Mit den etwa zehn Prozent Rücklauf bei einer blindgesteuerten Umfrage muss man sehr zufrieden sein", so Hatt. Einen sehr konstruktiv-kritischen Geist der "mittelalterlichen Altersgruppe" hat das Team zur nächsten Sitzung eingeladen. Man freue sich auf eine Diskussion mit ihm, denn es war der Gruppe auch sehr wichtig, dass man seinen Unmut äußern durfte. Nun gelte es, Einiges abzuarbeiten.

Gemeindeteam

Das Gemeindeteam Bermatingen bilden Roswitha Sailer, Monika Volz, Helmut Schweizer, Rudi Merk, Guido Schmid, Bernhard Hatt, Claudia Maurer und Sprecherin Patricia Kubon-Kunz. Vikar Johannes Treffert betreut das Gemeindeteam. Die Ergebnisse der Umfrage werden dem Pfarrgemeinderat am Mittwoch, 8. November, im Pfarrzentrum Kluftern vorgestellt. Am Samstag, 2. Dezember, lädt das Team nach der von 19 bis 19.45 Uhr dauernden Eucharistiefeier in der Pfarrkirche St. Georg zu Punsch und Glühwein ein, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Interessierte, die den Gottesdienst nicht besuchen könen, sind ebenso willkommen.

Wer seine Meinung noch kundtun möchte, kann den Umfragebogen im Katholischen Pfarrbüro, Schulstraße 11, dienstags und mittwochs von 9 bis 11 Uhr abgeben oder dort einwerfen. Fragen beantwortet Pfarrsekretärin Annette Stotz. Sie ist zu den genannten Zeiten unter 07544/2382 erreichbar. (keu)

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