Schon 2006 hatte es eine Kundenkarte aus Plastik gegeben. Sie baut Langer gegenwärtig Stück für Stück ab und ersetzt sie durch eine App. „Wir haben bei uns die Kundenkarte 2.0 programmiert“, sagt er. „Sie hat alle Vorteile einer Kundenkarte, aber es kommt noch einiges dazu.“ Er zählt zum Beispiel Gutscheine auf, die per Push direkt aufs Handy geschickt werden, wenn der Kunde die App auf seinem Smartphone installiert hat. „Für uns sind die Laufzeiten der Post nicht mehr zu kalkulieren“, sagt Langer und erklärt, wieso es für seine Firma viel attraktiver ist, seinen Kunden die Post digital über die App zu schicken. „Früher galt die Formel für eine garantierte Zustellung der Post beim Kunden: Einlieferungstag plus vier Werktage. Heute lautet so lediglich das Qualitätsziel.“

Hans-Peter Langer managt mittlerweile fast alle Geschäftsabläufe in seinem Haus am Laptop, der zu seinem ständigen Begleiter geworden ist.
Hans-Peter Langer managt mittlerweile fast alle Geschäftsabläufe in seinem Haus am Laptop, der zu seinem ständigen Begleiter geworden ist. | Bild: Schnurr, Michael

Gutscheine als Code in der App

Mit solchen Laufzeiten verschenke das Modehaus aber zu viel Zeit, da sei die digitale Aussendung schneller, direkter und individueller. „Außerdem tun wir damit noch etwas für die Umwelt“, sagt Langer. Der Juniorchef zählt noch weitere Vorteile auf: „Der Kunde muss seinen Gutschein nicht mehr mitbringen. Und wir müssen seine Kundenkarte nicht mehr heraus suchen. Der Code würde von der App gescannt, direkt der elektronischen Kundenkarte zugeordnet und außerdem werde vermerkt, ob und wie viele Kunden die Gutscheine eingelöst hätten.“

Hans-Peter Langer scannt den Gutschein von Mode Langer vom Smartphone einer Kundin. Die digitale Form der Gutscheine vereinfacht es für Kunden und Geschäft, die Gutscheine einzulösen.
Hans-Peter Langer scannt den Gutschein von Mode Langer vom Smartphone einer Kundin. Die digitale Form der Gutscheine vereinfacht es für Kunden und Geschäft, die Gutscheine einzulösen. | Bild: Schnurr, Michael

Das Modehaus Langer nutzt die Digitalisierung heute ebenso beim Einsatz von Warenwirtschaftssystemen wie bei computergesteuerten Kassen. „2004 haben wir noch mit Registrierkassen gearbeitet“, erinnert sich der Geschäftsmann an eine Zeit, die manchem Lichtjahre zurückzuliegen scheint. „Heute können wir jederzeit exakt erfassen, wie viele Hosen oder Damenartikel wir verkauft haben, in welcher Farbe, Größe etc.. Dabei sehen wir auch, welche Marken sich momentan besonders gut verkaufen oder ob es sich dabei nur um bestimmte Artikel handelt. Danach können wir gezielter als früher Ware ordern.“

Das Modehaus will mit Social Media die junge Kundschaft erreichen

Auch bei der Personalplanung sei die digitale Verwaltung von Vorteil. „Es gibt stärkere und schwächere Wochen im Verkauf. Das System erfasst das und lernt daraus. Es empfiehlt uns, wie viele Arbeitskräfte wir in welchen Zeiträumen benötigen. Natürlich entscheiden wir letztendlich, aber dadurch können wir flexibler und exakter planen.“

Seit Ende 2019 kümmere sich eine Mitarbeiterin schwerpunktmäßig um die Präsenz des Modehauses auf den Social-Media-Kanälen. „Anders sind die jungen Kunden kaum zu erreichen“, sagt Hans-Peter Langer. Ein oder zweimal wöchentlich poste sie Nachrichten auf Facebook oder Instagram und kümmere sich darum, welchen # die Kunden gerade besonders nutzen würden. „Vor allem bei den jungen Kunden musst du sichtbar sein“, resümiert Hans-Peter Langer das digitale Engagement.

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