Villingen-Schwenningen Im Städtle wird's historisch: Umzug der Bürgerwehren wird zum Farbspektakel

24 historische Gruppen tauchen beim großen Festumzug die Villinger Innenstadt in ein Meer aus bunten Uniformen, Hüten und Kleidern.

Ein wenig scheint der Appell von Generalfeldmarschall Dominic Schaaf im Vorfeld des Landestreffens der Bürgerwehren und Milizen doch gewirkt zu haben. Am Sonntagmorgen jedenfalls, vor dem großen Festumzug, schmückten einzelne Fahnen die Innenstadt. Und auch wenn so mancher Zuschauer am Rand unkte: "Jetzt kommt gleich der Narro", hat dann doch keiner den 25 Bürgerwehr-Gruppen einen Fastnachtsruf entgegen geschmettert.

Aus Baden, Südhessen, Württemberg und aus der Partnerstadt Ponartlier stammten die Gruppen, die für eine Dreiviertelstunde die Stadt in ein Meer bunter Uniformen, Hüte, Kleider und Marschmusik tauchte. Die Bürgerwehr Zell am Hamersbach hatte gleich noch ihren Bürgermeister mitgebracht, der sich auf der Ehrentribüne neben Landrat Sven Hinterseh, OB Kubon und Max Markgraf von Baden einreihte. Unten an der Straße – sozusagen an der Front – verfolgten Landeskommandant Hajo Böhm, Feuerwehrkommandant Ben Bockemühl und der Vorsitzende der Bürgerwehr Villingen, Karl-Heinz Schwert, das Treiben. Selbstverständlich nicht ohne den gebührenden, militärischen Respekt. Salutiert wurde vor jeder Gruppe.

10 000 Besucher hatte sich Klaus Hässler im Vorfeld gewünscht. Wie viele es genau waren, kann er am Sonntag noch nicht sagen. "Mehrere Tausend auf jeden Fall." Karl-Heinz Schwert ist am Ende des Umzugs zufrieden mit dem Wochenende. "Es hat alles geklappt." Wenngleich der Unfall am Sonntagmorgen, bei dem ein Infanterist der Villinger Bürgerwehr durch einen fehlgeleiteten Schuss am Ohr verletzt wurde, die ganze Veranstaltung zum Schluss ein wenig überschattet habe. "Dass es ihm bald wieder besser geht ist jetzt das wichtigste", sagt auch Landeskommandant Hajo Böhm.

Ob er trotz allem froh ist, dass sie es jetzt überstanden haben? "Und wie", sagt er und zeigt als erstes auf seine Stiefel. Nach zwei Tagen quasi durchgängig in Uniform ist er erst mal froh, wieder aus allem rauszukommen. Die Stiefel sind zwar eine Maßanfertigung, aber warm wird es trotzdem." Geschichte war eben noch selten wirklich bequem.






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