Engen Urige Fasnet der Narrenzunft Neuhausen im Aufwind

Die Macher des bunten Abends in Neuhausen freuen sich über die Rückkehr vieler junger Leute in die Zunft und ins Publikum. So gelingt ein vitaler bunter Abend.

Es sei ein toller Abend, so könne es weitergehen, sagt Dirk Henczel, 1. Vorsitzender der Narrenzunft Neuhausen, gegen Ende des bunten Abends. „Wir sind stolz. Die Halle ist wieder voll. Seit langem waren nicht mehr so viele Besucher da.“ Erstmals gestalte die Dorfmusik den bunten Abend mit. Die Musikkapelle sei eine wichtige Unterstützung der Narrenzunft und ein Stimmungsträger in der Fasnetzeit. Nach einer Mitgliederflaute erwachte die Dorfmusik vor circa drei Jahren zu neuem Leben.

Insgesamt rund 60 Akteure der Narrenzunft und Dorfmusik gestalten ein Programm mit viel humorigen Sketchen, Musik und Tanz. Zwischen den Programmteilen agiert Thomas Messmer als Bauchredner mit seiner Handpuppe Lumpi. Heiteres aus dem Dorf, Witze und Satirisches lässt er Lumpi ausplaudern. So auch die Frage nach dem Unterschied zwischen einem Chemiker und einer Hebamme: der Chemiker sage "Ha-zwei-O", die Hebamme sage "O-Ha-zwei".

Rielasinger Guggemusig Buttele bringt die Stimmung zum Kochen.
Rielasinger Guggemusig Buttele bringt die Stimmung zum Kochen.

Beim "Dorfgeschwätz" werden wahre, skurrile Ups- und Lachgeschichten aus dem Dorf auf die närrische Schippe genommen, wie etwa ein Neuhauser Pechvogel, der im Lüftungsschacht stecken blieb. Kreischende Zugabe-Rufe erhalten die "Kessler-Drillinge" für die Ballett-artige Nummer beim Haarewaschen in Unterhosen. Als besonderer Höhepunkt stürmt die Rielasinger Guggemusig Buttele die Bühne. Nach dem vorsorglichen Aufruf, eventuell vorhandene Hörgeräte auszuschalten, heizen die Guggen richtig ein. Sie bringen den Saal zum Kochen, dass die Leute auf den Tischen tanzen.

„Es ist ein gelungener Abend. Besser hätten wir es nicht wünschen können“, sagt der stellvertretende Vorsitzende Andreas Frank. Dazu tragen auch die Hepbach Hill-Billys mit stimmungsvollen Songs und humorigen Texten bei. „Es ist ein friedlicher, sehr netter, unterhaltender Abend, ganz ohne Stress“, sagt Viola Maurer. Sie wartet auf den Auftritt ihrer beiden Freundinnen bei den humorvoll Männer mordenden "Schwarzen Witwen", ein gesungener Sketch. Zum Abschluss des Programms kommt das Männerballett als "Die 10 heißen Feger" ordentlich aus der Puste. Gekonnt schwingen die Zehn die Kehrbesen wie einst Fred Astaire den Stock.

Die Hepbach Hill-Billys machen Stimmung
Die Hepbach Hill-Billys machen Stimmung

Die 1905 gegründete Narrenzunft zählt knapp 180 aktive und passive Mitglieder, quasi circa jeden vierten Einwohner. Seit 2003 gibt es die Häsgruppe Rebgeister. Vor rund zwei Jahren hätten viele Jugendliche den Verein verlassen, die nun wieder mitmachten, weil es Spaß mache, sagt Frank. „Mit dem Nachwuchs läuft es gut.“ Dazu habe auch die Verjüngung des Vorstands beigetragen. „Jede Altersgruppe findet dort ihren Ansprechpartner, jeder fühlt sich vertreten.“ Einen Generationswechsel sehen die Macher des bunten Abends auch bei den Zuschauern. Aus deren Reihen hieß es oft, die Zunft könne positiv in die Zukunft blicken.

Ballett einmal anders: die Kessler-Drillinge bei ihrer Wasch-Orgie. Bild Hajo Eckert
Ballett einmal anders: die Kessler-Drillinge bei ihrer Wasch-Orgie. Bild Hajo Eckert

Ort mit Geschichte

Im Mittelalter standen in Neuhausen eine Burg und eine alte Kirche aus fränkischer Zeit. Mit dem Amt Engen kam Neuhausen 1936 zum Landkreis Konstanz, seit 1975 ist Neuhausen ein Stadtteil von Engen, durch das Naturschutzgebiet Schoren getrennt. Der Ort zählt laut der Engener Internetseite aktuell 654 Einwohner. Das milde Klima auf dem Südhang des Schorens bescherte Neuhausen eine fruchtbare Lage und so hatte der Neuhauser Weinbau einmal einen guten Ruf. Wie auch in den anderen Ortsteilen sorgen hier zahlreiche Vereine für ein lebendiges Ortsgeschehen, darunter auch die Narrenzunft.

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