Hegau Wilde Verfolgungsjagd durch den Hegau wird ein Fall für die Staatsanwaltschaft

DIe Staatsanwaltschaft Konstanz wird sich bald mit der halsbrecherischen Auto-Flucht von einem 15-jährigen Fahrer und weiteren jugendlichen Insassen quer durch den Hegau befassen.

Das war selbst für hartgesottene Polizisten ein außergewöhnlicher Einsatz. Ein 15-Jähriger löste am Steuer eines Autos am vergangenen Sonntag eine wilde Verfolgungsjagd aus. Mit weiteren drei Jugendlichen als Insassen raste er zwischen Twielfeld, Weiterdingen und Welschingen, was das Fahrzeug hergab. Er schnellte dabei noch an Polizei-Kontrollstellen vorbei, beschädigt ein Dienstauto erheblich und sorgte dafür, dass sich ein Beamter gerade noch mit einem Sprung vor einer Gefährdung retten konnte. Zudem schoss ein Polizist auf den Reifen des Fluchtwagens. Das alles, was genug Stoff für eine höchst spannende Passage eines Actionfilms geliefert hätte, passierte am Sonntag in aller Herrgottsfrühe. Nachdem der Fahrer im Welschinger Industriegebiet einen Findling gerammt hatte, konnte er erst nach seiner Rückfahrt nach Weiterdingen von der Polizei gestoppt werden.

"Eine derartige wilde Flucht und Verfolgungsjagd gibt es selten", erklärt Bernd Schmidt, Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz. "Meistens flüchten Fahrer vor der Polizei, wenn sie alkoholisiert sind und sich Kontrollen entziehen wollen", so Schmidt. Die Polizei habe Strafanzeige gestellt, vor allem gegen den 15-jährigen Fluchtfahrer. Die weiteren Ermittlungen seien im Gange. Der Jugendliche hatte laut Schmidt zusammen mit einem 17-jährigen Kumpel das Fahrzeug auf einem Autohof, der seinen Sitz bei Friedrichshafen hat, unerlaubt in Besitz gebracht. Zwei weitere Jugendliche, einen zwölf- und 14-Jährigen hatten sie an Bord genommen. Nähere Angaben konnte der Polizeisprecher bis Dienstag noch nicht machen.

Die Staatsanwaltschaft Konstanz wird sich bald mit dem spektakulären Fall befassen. Noch liegen aber die Auswertungen der Polizei nicht auf dem Tisch. "Über ein mögliches Strafmaß kann ohnehin keine Aussage getroffen werden. Das kann sich gerade bei Jugendlichen zwischen einer großen Bandbreite bewegen", erklärt Andreas Mathy, Sprecher der Staatsanwaltschaft Konstanz. Es müsse geprüft werden, ob der jugendliche Fahrer beispielsweise schon vorher auffällig gewesen sei, ob er Reue zeige und wie er sich selbst zur Tat stelle. Bei Sanktionen könnten auch erzieherische Maßnahmen im Vordergrund stehen, so Mathy. Von Sozialstunden leisten bis zu einer Jugendstrafe ohne Bewährung gebe es viel Luft bei Vergehen von jungen Leuten. "Ab einem Alter von 14 Jahren gelten sie als strafmündig. Bei Schadensersatz, wie für beschädigte Fahrzeuge und Einrichtungen, greift das zivilrechtliche Verfahren", sagt Mathy.

Die Flucht

Die Jugendlichen fuhren mit dem Auto in der Nähe von Twielfeld, wo sie eine Polizeistreife kontrollieren wollte. Der 15-jährige Fahrer ergriff laut Polizei sofort die Flucht und raste mit etwa 160 Stundenkilometern in Richtung Weiterdingen und Welschingen. Er schoss an einem unbesetzten Polizeiauto als Kontrollstelle vorbei über den Gehweg vorbei. Ein Polizist musste zur Seite springen. Er gab einen Schuss auf den rechten Hinterreifen des Autos ab. Die Flucht ging weiter durch Welschingen, das Auto kollidierte am Kreisverkehr auf der L 190 mit einem Verkehrszeichen, fuhr weiter in das Industriegebiet und stieß dort gegen einen großen Findling. Dabei wurde ein Vorderreifen des Fahrzeugs zerstört. Das Auto fuhr auf der Felge über Welschingen nach Weiterdingen. Eine Polizeistreife konnte dort die Flucht beenden.

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