Friedrichshafen Proteste gegen Leopard-Panzer bei MTU

Der Bodensee ist Sitz vieler Rüstungsfirmen. Bei MTU gab es nun Proteste. Grund ist der Einsatz von Waffen im Syrien-Konflikt.

Friedrichshafen (wex) Der Syrienkrieg erreicht auch die heimische Rüstungsbranche. Vor den Toren der MTU Friedrichshafen haben am Donnerstag rund 70 Menschen gegen den Export deutscher Waffen in Krisenregionen und insbesondere gegen deren Einsatz durch die Türkei gegen die kurdische YPG-Milizen in Nordsyrien demonstriert. Aufgerufen zu den Protesten hatte der Verein "Keine Waffen vom Bodensee". Lothar Höfler, Vorsitzender des Vereins, sagte, seit 1982 seien rund 700 Leopard-Panzer mit MTU-Motoren an die Türkei geliefert worden seien. Claudia Hayd von der Partei Die Linke und Mitarbeiterin der Informationsstelle Militarisierung (IMI) sagte bei der Demonstration, aktuell seien rund 350 Panzer in der Türkei mit MTU-Motoren ausgestattet. "Deutsche Panzer raus aus Kurdistan", war daher eine der Forderungen der Rüstungsgegner. Wolfgang Boller, Pressesprecher von Rolls-Royce Power Systems, sagte zu den Protesten: "In Deutschland unterliegt der Export von Rüstungsgütern einer strengen Kontrolle." Rolls-Royce Power Systems (RRPS) bewege sich beim Export im Rahmen der geltenden Regulierungen und Prozesse, "die wir in vollem Umfang anerkennen und einhalten."

Der Bodensee ist neben den Großräumen Stuttgart und Ulm das Zentrum der Südwest-Rüstungsbranche. Neben Konzernen wie Diehl, Airbus Defence, RRPS, Rheinmetall, General Dynamics oder ZF haben auch viele Kleinfirmen und Mittelständler hier Werke.

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