Nairobi Kenias Präsident Kenyatta gewinnt Wahl - Zwei Tote bei Protesten

Präsident Kenyatta ist der Sieger der Präsidentschaftswahl in Kenia. Seine Anhänger feiern - doch die Opposition lehnt das Ergebnis ab.

Nach Staatschef Uhuru Kenyattas Sieg bei der Präsidentschaftswahl ist auf den Straßen Kenias gefeiert und auch protestiert worden. Fernsehbilder zeigten am frühen Samstagmorgen jubelnde Anhänger des seit 2013 amtierenden Kenyatta. Allerdings demonstrierten unter anderem in Nairobi und im Westen des Landes Unterstützer der Opposition. Kenyatta war am Freitagabend von der Wahlkommission mit 54,27 Prozent der mehr als 15 Millionen Stimmen zum Sieger erklärt worden. Sein Herausforderer Raila Odinga erhielt demnach 44,74 Prozent der Stimmen. Odingas Parteienbündnis Nasa lehnte die Ergebnisse als „Farce“ ab.

Anhänger des kenianischen Präsidenten Kenyatta jubeln, am 11.08.2017 in Nairobi (Kenia), nachdem verkündet wurde, dass Kenyatta die Präsidentschaftswahl gewonnen hat.
Anhänger des kenianischen Präsidenten Kenyatta jubeln, am 11.08.2017 in Nairobi (Kenia), nachdem verkündet wurde, dass Kenyatta die Präsidentschaftswahl gewonnen hat. | Bild: Ben Curtis (AP)

„Lasst uns friedlich sein“, sagte der 55-jährige Kenyatta, der sich mit dem Sieg eine zweite fünfjährige Amtszeit sicherte. Kenia habe in der Vergangenheit die Auswirkungen politischer Gewalt gesehen. „Und ich bin mir sicher, dass kein einziger Kenianer zu dem zurückkehren will.“ Bereits vor der Verkündung hatte der 72-jährige Odinga die Wahl als Betrug bezeichnet.

In der Oppositionshochburg Kisumu im Westen des Landes seien nach der Verkündung des Ergebnisses Proteste ausgebrochen, sagte ein Anwohner, Victor Nyamori. Augenzeugen berichteten von Schüssen und dem Einsatz von Tränengas. In Kawangware, einem Slum von Nairobi, seien etliche Menschen auf die Straßen gegangen und die Polizei hätte teilweise Tränengas eingesetzt, sagte eine dpa-Reporterin.

Unterstützer des kenianischen Oppositionsführers Odinga demonstrieren am 11.08.2017 in Kibera, einem Slum in Nairobi (Kenia), gegen das vorläufige Wahlergebnis, das auf einen Sieg des Amtsinhabers Kenyatta hindeutet. Die offiziellen Ergebnisse stehen noch aus.
Unterstützer des kenianischen Oppositionsführers Odinga demonstrieren am 11.08.2017 in Kibera, einem Slum in Nairobi (Kenia), gegen das vorläufige Wahlergebnis, das auf einen Sieg des Amtsinhabers Kenyatta hindeutet. Die offiziellen Ergebnisse stehen noch aus. | Bild: Khalil Senosi (AP)

Internationale Wahlbeobachter hatten zuvor die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am Dienstag für weitestgehend frei und glaubwürdig erklärt. Sie verliefen zudem nach Angaben der Polizei und Wahlbehörde meist friedlich. Neben dem Präsidenten und beiden Kammern des Parlaments wählten die Kenianer in den 47 Verwaltungsbezirken des Landes auch neue Gouverneure und Regionalvertretungen.

Spannungen und Angst vor Gewalt hatten den harten Wahlkampf und die Wahlen stets begleitet. Zudem hatte der bislang ungeklärte Mord an einem Mitarbeiter der Wahlkommission für Verunsicherung gesorgt. Nach den Wahlen 2007 gab es blutige Zusammenstöße, bei denen mehr als 1000 Menschen getötet wurden und rund 150 000 flohen.


Zwei Demonstranten in Kenia erschossen

Bei Protesten gegen die Wiederwahl des kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta sind in der Nacht zum Samstag nach Angaben von Polizei- und Rettungskräften mindestens zwei Menschen erschossen worden. Die Gesundheitsbehörde im westlichen Bezirk Kisumu berichtete von einem Toten und vier Verletzten, die mit Schusswunden ins Krankenhaus gebracht worden seien. Ein Polizeibeamter in der südwestlichen Stadt Siaya bestätigte ein zweites Todesopfer.

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