Bildung Fünf Tipps für Eltern: Wie Sie Ihre Kinder beim Lesen lernen unterstützen können

Fast jeder fünfte Viertklässler in Deutschland kann nicht richtig lesen. Das zeigt die neue Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU). Fünf Tipps, wie Eltern ihrem Nachwuchs beim Lesen lernen unter die Arme greifen können.

Immer mehr Kinder in Deutschland können beim Verlassen der Grundschule nicht richtig lesen. Im internationalen Vergleich ist Deutschland bei der Leseleistung der Grundschüler abgesunken. Auch etwas weniger Kinder als vor einigen Jahren haben Spaß am Lesen. Das zeigt die am Dienstag in Berlin vorgestellte Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU). 

Lesen ist ein hochkomplexer Vorgang und für viele Kinder alles andere als einfach. Buchstaben werden zu Lauten, die werden zu Wörtern, und daraus entsteht schließlich eine Geschichte. Eltern können ihren Nachwuchs aber dabei unterstützen - nicht nur ganz zu Anfang, sondern mit diesen Tipps sogar bis zum Ende der Grundschulzeit:

  • Keinen Druck aufbauen: Lesen sollte Spaß machen und nicht zum Zwang werden. Stephanie Jentgens, die bei der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid den Fachbereich Literatur leitet, empfiehlt daher vor allem: ruhig angehen lassen. Interessieren sich Kinder schon im Kindergarten für Buchstaben, können Eltern das unterstützen. Gezielt darauf hinarbeiten sollten sie aber nicht.
  • Lange vorlesen: Wer als Kind regelmäßig etwas vorgelesen bekommt, hat später in der Schule weniger Probleme mit dem Lesen. Die Stiftung Lesen rät daher: früh, viel und lange vorlesen - auch dann, wenn Kinder schon selbst lesen können. Denn Anfänger schaffen dann nur sehr einfache Texte, für spannende und lustige Geschichten brauchen sie einen Vorleser.
  • Die Rollen tauschen: Auch und gerade Väter müssen vorlesen. Denn zu oft bleibt das Vorlesen an den Müttern hängen, auch in Kita oder Schule übernehmen das meistens Frauen. Kinder könnten deshalb den Eindruck bekommen, dass Lesen nur etwas für Mädchen ist, warnt Christine Kranz von der Stiftung Lesen. Umgekehrt kann ein vorlesender Papa ein wichtiges Rollenvorbild für Jungs sein.
  • Abwechselnd lesen: Es gibt Bücher, die Erwachsene und Kinder im Wechsel lesen können - mit einzelnen Passagen, die extra groß gedruckt sind. So kann ein Kind erstens selbst lesen üben, zweitens aber trotzdem in eine längere Geschichte abtauchen.
  • Kinder wählen lassen: Was gelesen wird, entscheiden die Kinder - und nicht die Eltern. Denn auch mit Comics oder Sachbüchern lässt sich Lesen lernen, erklärt Kranz. Eltern sollten allerdings darauf achten, dass der Schwierigkeitsgrad zum Kind passt. Lese-Anfänger brauchen zum Beispiel große Schrift, einfache Wörter und viele Bilder, die beim Verstehen der Geschichte helfen.

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