Santa Rosa Zahl der Todesopfer bei Waldbränden in Kalifornien steigt unaufhaltsam- Schon mehr als 30 Tote

Bei den Waldbränden in Kalifornien steigt die Zahl der Opfer unaufhaltsam. Durch die Feuer kamen nach neuen Angaben der Behörden bereits mehr als 30 Menschen ums Leben. Bei den meisten handelte es sich um alte Menschen.

Durch die Feuer kamen nach neuen Angaben der Behörden vom Donnerstagabend (Ortszeit) bereits mehr als 30 Menschen ums Leben. Bei den meisten habe es sich um alte Menschen gehandelt, sagte der Sheriff des Bezirks Sonoma, Ron Giordano. Um mögliche weitere Opfer und Vermisste zu finden, setzten die Einsatzkräfte Spürhunde ein.

Wie die Behörden mitteilten, kamen bereits mindestens 31 Menschen durch die Brände ums Leben, davon 17 in Sonoma. Sie rechneten mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen. Schon jetzt zählen die Waldbrände zu den schlimmsten in der Geschichte Kaliforniens.

Ein vom Feuer zerstörtes Haus und ein ausgebranntes Auto, aufgenommen am 11. Oktober in Napa (USA). Nach Schätzungen sind mehr als 3500 Häuser zerstört. Der kalifornische Gouverneur Brown sprach von einem der größten und gefährlichsten Feuer.
Ein vom Feuer zerstörtes Haus und ein ausgebranntes Auto, aufgenommen am 11. Oktober in Napa (USA). Nach Schätzungen sind mehr als 3500 Häuser zerstört. Der kalifornische Gouverneur Brown sprach von einem der größten und gefährlichsten Feuer. | Bild: dpa

Während sich die Flammen im Norden des US-Bundesstaates weiter ausbreiteten, wurde die Suche nach Vermissten und weiteren Opfern ausgeweitet, wie Sheriff Giordano sagte. Dabei kämen auch Leichenspürhunde zum Einsatz. In Sonoma würden mittlerweile noch etwa 400 Menschen vermisst. Die Suche werde voraussichtlich langsam vorankommen, weil die Feuer weiter loderten und Leichen schwer zu identifizieren seien, sagte der Sheriff.

Bei den Todesopfern handelte es sich laut Giordano vornehmlich um Menschen um die 70 oder 80 Jahre. Das jüngste identifizierte Opfer sei 57 Jahre alt gewesen.

Die Feuer brannten bereits etwa 78.000 Hektar Land nieder, insbesondere in der Weinbauregion Sonoma. Etwa 3500 Häuser und Unternehmen wurden zerstört, darunter einige Weingüter. Rund 8000 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die 20 Brände zu löschen. Aus einer Reihe von anderen US-Bundesstaaten sowie aus dem Ausland wurden zusätzliche Löschhubschrauber und -flugzeuge sowie Einsatzkräfte in die kalifornischen Brandgebiete geschickt.

Der Waldbrand wütet im Oktober in Napa County (USA) in der Nähe der Weinberge.
Der Waldbrand wütet im Oktober in Napa County (USA) in der Nähe der Weinberge. | Bild: dpa

Ein Waldbrand namens "Tubbs Fire" in Sonoma und im Nachbarbezirk Napa war am Donnerstag erst zu zehn Prozent eingedämmt. 14.000 Hektar Land habe das Feuer bereits zerstört, teilte die Feuerwehr mit. Der Brand "Atlas Fire", der schon mehr als 17.700 Hektar Land vernichtete, war sogar nur zu drei Prozent eingedämmt.

Der erfahrene Feuerwehrmann David Shew sagte der Nachrichtenagentur AFP, er arbeite seit 30 Jahren in dem Job und habe schon einige große Feuer gesehen. "Aber das ist außergewöhnlich, so viele Feuer, die sich so schnell ausbreiten."

Die rund 5000 Einwohner der bei Touristen beliebten Kleinstadt Calistoga mussten den Ort wegen der Feuergefahr verlassen. Zuvor hatte es auch für den 800-Einwohner-Ort Geyserville eine Evakuierungsanordnung gegeben. Hunderte Menschen haben bereits ihre Häuser verloren. In der Stadt Santa Rosa wurden ganze Viertel in Schutt und Asche gelegt.

Die seit Sonntag wütenden Brände werden von starken Winden angefacht, was die Löscharbeiten erschwert. Der Wetterdienst warnte, das ungünstige Wetter könne bis zum Wochenende andauern.

Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown hatte wegen der Brände den Notstand für acht Bezirke ausgerufen. US-Präsident Donald Trump erklärte seinerseits den Katastrophenfall, um Bundesmittel für die betroffene Region freizugeben. Das US-Repräsentantenhaus stimmte am Donnerstag dafür, zur Bewältigung der Brandkatastrophen in Kalifornien zunächst 576 Millionen Dollar (487 Millionen Euro) bereitzustellen. Nun muss der Senat noch darüber abstimmen.

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