Brüssel Spionage im Kinderzimmer: Netzagentur ruft Eltern dazu auf, Puppe "Cayla" zu zerstören

Laut Bundesnetzagentur ist die Puppe "My friend Cayla" als verbotene Sendeanlage einzustufen. Eltern sollen das Spielzeug vernichten, um sich nicht strafbar zu machen.

Verbraucherschützer warnen vor möglichen Datenlecks bei Kinderspielzeug mit Internetverbindung. Über die Puppe „My Friend Cayla“ und den Roboter „i-Que“ könnten Dritte sich ohne allzu großen Aufwand mit Kindern unterhalten, erklärte der europäische Verbraucherverband Beuc am Dienstag.

Die Kritiker stützen sich dabei auf eine Untersuchung des norwegischen Verbraucherverbands. Beuc und Verbände in mehreren EU-Staaten wollen sich deshalb beschweren. „Vivid“ äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Wenn zum Beispiel „Cayla“ online ist, können Kinder der Puppe Fragen stellen. Eine spezielle App wandelt die Sprache in Text um, sucht eine Antwort im Internet und lässt die Puppe antworten. Als mögliche Fragen nennt die Firma „Vivid“, die die Figur in Deutschland vertreibt, „Soll ich mir die Nägel lackieren?“ oder „Wo ist der Eiffelturm?“.

In der unschuldig aussehenden Puppe sei laut einem Bericht des Portals netzpolitik.org offenbar eine verbotene Sendeanlage versteckt, die gegen den §90 des Telekommunikationsgesetzes verstoße. Demnach sei nicht nur die Verbreitung des Spielzeugs verboten, sondern auch der Besitz. Folge: Die Puppe werde vom Markt genommen und betroffene Eltern werden dazu aufgefordert, sie zu vernichten.

Der Verkauf und Besitz einer verbotenen Sendeanlage kann mit einer Strafe von bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden.

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