Panorama Sommersternschnuppen im Anflug – Blick auf Perseiden wird am Wochenende aber durch hellen Mond getrübt

Wenn die Perseiden in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihr Maximum erreichen, dürfte der Mond die Beobachtung der flitzenden Lichtpunkte empfindlich stören – wenn das Wetter überhaupt einen Blick zulässt. Wo und wie Sie die besten Chancen auf freie Sicht haben, erfahren Sie hier.

Für Himmelsgucker ist der jährlich wiederkehrende Sternschnuppenschwarm der Perseiden ein Höhepunkt des astronomischen Jahrs. Diesmal jedoch werden wohl deutlich weniger Augustmeteore am nächtlichen Firmament aufleuchten als in anderen Jahren: Wenn die Perseiden in der Nacht von Samstag auf Sonntag ihr Maximum erreichen, dürfte der Mond die Beobachtung der flitzenden Lichtpunkte empfindlich stören – der Erdtrabant wird viele der lichtschwächeren Sternschnuppen überstrahlen.

Für die Nacht zum Sonntag, die ergiebigste Nacht des Perseiden-Schauers, machte der Deutsche Wetterdienst (DWD) bisher wenig Hoffnung auf einen wolkenlosen Himmel. „Es gibt voraussichtlich einen breiten Streifen dichter Bewölkung über der Mitte Deutschlands“, sagte ein Sprecher. Am ehesten könne am Alpenrand und nördlich der Mittelgebirge auf vorübergehende Auflockerung gehofft werden.

Nördlich der Elbe und an der Küste kommen dagegen wohl sogar noch Schauer dazu. „Es ist nicht völlig hoffnungslos, aber auch nicht richtig toll“, hieß es bei DWD zum Höhepunkt der Perseidennächte.

Wer sein Glück versuchen und Sternschnuppen sehen möchte, kann das im Südwesten unter anderem am Feldberg und auf der Burg Hohenzollern tun. Am 11. und 12. August finden dort Sternschnuppennächte statt. Nach Angaben der Organisatoren öffnet der Feldbergturm zwischen 20.00 und 23.00 Uhr seine Pforten. Auf der Burg Hohenzollern wird zum Sternschnuppen-Schauen auch Lichtkunst im Burghof geboten.

Eine dichte Wolkendecke könnte die Sicht auf den Sternschnuppenschwarm Perseiden am Wochenende mancherorts unmöglich machen.
Eine dichte Wolkendecke könnte die Sicht auf den Sternschnuppenschwarm Perseiden am Wochenende mancherorts unmöglich machen. | Bild: dpa

Ein Blick zum Nachthimmel lohnt aber auch vorher – und auch nach dem Sonntag noch. „Auch wenn der Höhepunkt in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet wird, können schon jetzt Perseiden beobachtet werden“, sagte eine Sprecherin der Vereinigung der Sternfreunde. Weil erst Anfang der Woche Vollmond war, seien die Sichtungsverhältnisse allerdings nicht optimal. „Am besten ist es in den frühen Morgenstunden.“

Hans-Ulrich Keller zufolge sind zwischen 22.00 und 4.00 Uhr die meisten Sternschnuppen unterwegs. Die Perseiden gehören mit 216 000 Kilometern pro Stunde zu den schnellsten Sternschnuppen. „Mit dieser Geschwindigkeit ist man in ein einhalb Stunden beim Mond angelangt“, sagte Keller.

Der alljährliche Sternschnuppenschauer im August scheint für die Beobachter aus dem Sternbild Perseus zu kommen – daher der Name Perseiden. Ursache für das Phänomen sind Trümmerteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle, die auf seiner Flugbahn um die Sonne fliegen.

Während der Mond mit einer partiellen Finsternis noch vor wenigen Tagen selbst ein besonderes Phänomen am Himmel zeigt, bedroht ein zu heller Mondschein die gute Sicht auf den kommenden Perseidenschauer.
Während der Mond mit einer partiellen Finsternis noch vor wenigen Tagen selbst ein besonderes Phänomen am Himmel zeigt, bedroht ein zu heller Mondschein die gute Sicht auf den kommenden Perseidenschauer. | Bild: dpa

Das Wichtigste zum Himmelsereignis auf einen Blick

Heller Mond

In der Nacht mit den meisten Perseiden geht der abnehmende Mond bereits gegen 23.00 Uhr auf. Vier Tage nach Vollmond ist in der Nacht zum Sonntag die Oberfläche unseres himmlischen Begleiters immer noch zu gut 80 Prozent beleuchtet. Dadurch hellt der Mond den Nachthimmel so sehr auf, dass viele kleine Meteore für den Beobachter unsichtbar bleiben werden.

Samstagabend bis Sonntagmorgen

„Die lichtschwächeren Meteore werden auf jeden Fall überstrahlt“, sagt die Bochumer Astronomin Susanne Hüttemeister. „Man wird Perseiden sehen – aber nur die hellsten.“ Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen 23.00 Uhr am Samstagabend und dem frühen Sonntagmorgen, wie die Leiterin des Bochumer Planetariums erläutert.

Wetter eher durchwachsen

Allerdings könnte das Wetter manchem Sternschnuppenfan einen Strich durch die Rechnung machen. Denn laut Deutschem Wetterdienst könnten in der Nacht zum Sonntag vor allem über der Südhälfte Deutschlands dichte Wolken den Blick zum Firmament versperren. Für die nördlichen Mittelgebirge und die norddeutsche Tiefebene hingegen rechnen die Wetterfrösche mit wechselnder Bewölkung und Auflockerungen.

Spur zum Sternbild Perseus

Ihren Namen haben die Sommersternschnuppen vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseidenmeteore, der sogenannte Radiant. In Wahrheit kommen die Sternschnuppen aber aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückließ.

216.000 Stundenkilometer schnell

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein – also mit der unfassbaren Geschwindigkeit von 216.000 Stundenkilometern. In einer Höhe von 80 bis hundert Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Wie Schneetreiben bei Autofahrt

Dem mit der Erde durchs All sausenden Beobachter bietet sich bei einem Meteorschwarm ein Bild wie einem Autofahrer bei dichtem Schneetreiben: Beim Blick durch die Windschutzscheibe scheint es, als kämen alle Schneeflocken von einem gemeinsamen Ausgangspunkt. In Wahrheit spielt nur die Perspektive einen Streich – genauso wie bei den Perseiden, deren Leuchtspuren sich alle ins Sternbild Perseus zurückverlängern lassen.

Spektakuläre Feuerkugeln

Die größeren Meteore leuchten bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die so genannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Dunklen Platz suchen

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht – ein Liegestuhl und eine gute Rundumsicht reichen aus. Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bietet ein Platz fernab der von Kunstlicht durchfluteten Städte. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte ein Weitwinkelobjektiv verwenden, die Kamera auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

Feuriger Tränenregen

Im Volksmund heißen die Augustmeteore übrigens „Laurentiustränen“. Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither soll es an diesem Tag stets feurige Tränen geregnet haben.

Partielle Mondfinsternis 

Die Perseiden sind schon das zweite Himmelsphänomen diese Woche. Wer nun Pech hat und in der Nacht auf Sonntag keine freie Sicht auf den Meteorschauer gewinnen kann, der darf sich derweil trösten lassen mit unseren schönen Bildern zur partiellen Mondfinsternis am Montagabend. Diese war dank klaren Himmels im Südwesten gut zu sehen, auch wenn durch den späten Mondaufgang erst der zweite Teil des Ereignisses, bei dem die drei Himmelsgesteine Sonne, Erde und Mond beinahe exakt in einer Linie stehen, sichtbar war.

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